Flurbereinigung für das Moor: Zurückhaltung bei Info-Veranstaltung

Begeisterung geht anders

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Christian Schönfelder, Mitarbeiter der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, stellte in Lindern die Chancen des Flurbereinigungsverfahrens vor.

Lindern - Kein leichtes Spiel für Dezernatsleiter Christian Schönfelder und Projektleiter Heinrich Dammeier: Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser klärten am Mittwochabend in Lindern über Möglichkeiten und Chancen einer Neuauflage eines Flurbereinigungsverfahrens in der Ortschaft auf. Anlass: Die Bestrebungen von Stadt sowie von Naturschutz- und Umweltverbänden, das Sulinger Moor wieder zu vernässen – und nebenbei eine Optimierung des Zustandes der Straßen und Wege im Planbereich zu erreichen.

Begeisterung für das Verfahren schlug den Landesbediensteten nicht entgegen, dennoch verständigte man sich auf die Bildung eines Arbeitskreises, der zunächst einmal konkrete Verfahrensziele entwickeln soll.

Die Teilnehmer der Informationsveranstaltung hinterfragten Kosten, auch, inwieweit alle (geschätzt) 250 Grundstückseigentümer über das Ansinnen der Einleitung eines Flurbereinigungsverfahrens tatsächlich in Kenntnis gesetzt worden sind oder noch werden.

Schönfelder beschwichtigte: Zunächst gehe es darum, konkrete Ziele zu formulieren, die dann einem Antrag auf Einleitung eines Verfahrens zugrunde gelegt werden könnten. „Zunächst nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagte Schönfelder.

Die Chancen, dass ein möglicher Verfahrensantrag im Programm für Umwelt und Klima der bereits laufenden Förderperiode der Europäischen Union (2014 bis 2016) berücksichtigt wird, schätzt Schönfelder als „nicht schlecht“ ein. „Die ersten Projekte sind bereits identifiziert, werden aber nicht immer alle umgesetzt. Das schafft Platz für Nachrücker.“

Befürchtungen, dass Grundstückseigentümer beziehungsweise Anlieger für Maßnahmen im und um das Moor zur Kasse gebeten werden, schloss der Dezernatsleiter aus. „Die Eigentümer müssen ökologische Projekte nicht mitfinanzieren.“

Schönfelder und Dammeier sprachen in Lindern von einer Verfahrensfläche von insgesamt etwa 900 Hektar, das Sulinger Moor umfasst 450 Hektar. „Wir brauchen Platz für den Grundstückstausch sowie mögliche Arbeiten im Umfeld des Moores. Und vielleicht kann man auch noch die ein oder andere angedachte Wegebaumaßnahme berücksichtigen, die dann mit um die 75 Prozent bezuschusst wird.“

Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb mit Blick auf den Sanierungsstau im Wegenetz, auch in der Ortschaft Lindern: „Bei Unterhaltungsmaßnahmen an öffentlichen Wegen steht dann die Stadt für die übrigen 25 Prozent gerade.“

Von den etwa 450 Hektar des Sulinger Moores befinden sich aktuell etwa 100 im Besitz der Stadt beziehungsweise von gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen. „Allerdings überwiegend in Streulagen“, erklärte Schönfelder. „Eine Zielsetzung des Verfahrens könnte sein, diese durch den Flächentausch zusammenzubringen und welche dazu zu kaufen, damit die Bemühungen einer Wiedervernässung tatsächlich Sinn machen.“ Dirk Rauschkolb: „Alles andere kann noch Generationen dauern.“ Und mit Blick auf die fortschreitende Mineralisierung des Moores: „Zeit, die wir nicht haben.“

In den Arbeitskreis entsandten die Teilnehmer der Versammlung, die Ortsbürgermeister Erich Schlamann moderierte, noch zu berufene Vertreter der Sulinger Stadtverwaltung, der Landwirtschaft, der Grundstückseigentümer, der Jägerschaft und der Naturschutzverbände sowie interessierte Bürger. Eine erste Zusammenkunft kündigte Christian Schönfelder bereits für die zweite Oktoberhälfte an. Ende des Jahres sollten mögliche Verfahrensziele vorliegen, „damit wir gegebenenfalls schon im Januar den Antrag auf Einleitung des Verfahrens stellen können.“ 

oti

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