Lesung von Torben Kuhlmann in Sulingen

Am Anfang war das Bild

Anika Marks lässt sich ein Autogramm geben von Torben Kuhlmann, mit dem sie einst zusammen das Abitur am Gymnasium Sulingen gemacht hat. - Foto: Kurth-Schumacher

Sulingen - „Wir brauchen noch mehr Stühle“, hieß die Order von Sulingens Kulturchefin Ariane Hanselmann am Freitagabend: Die Lesung von Torben Kuhlmann mobilisierte am Freitagabend mehr als 100 Literaturfreunde, die Veranstaltung in der Alten Bürgermeisterei war damit „mehr als ausverkauft“.

„Ich wundere mich, dass so viele Erwachsene kommen, um sich ein Bilderbuch vorlesen zu lassen“, scherzte der aus Sulingen stammende Erfolgsautor Torben Kuhlmann. Er wusste zu schätzen, dass sich viele Freunde und Bekannte aus „alten Zeiten“ auf den Weg gemacht hatten.

Mit „Armstrong“ stellte der 33-Jährige sein drittes Buch vor, das ebenso wie „Lindbergh“ (2014) und die „Maulwurfstadt“ (2015) die Bestseller-Listen eroberte. „Armstrong“ ist seit dem 25. Juli im Handel, bereits einen Monat später erschien in der New York Times eine Rezension über das atemberaubende Mäuseabenteuer – ein Ritterschlag.

„Armstrong“, eine Parabel auf die Raumfahrtgeschichte, ist quasi Fortsetzung von Kuhlmanns Erstlingswerks „Lindbergh“. Er krönt eine tollkühne Maus, die mit einem selbstgebastelten Flugkörper den Atlantik überquert, zum Weltraumpionier. „Am Anfang war das Bild“, erklärte der Illustrator seine Herangehensweise. Skizzen der Schlüsselszenen, etwa die Mäuseversammlung in der Käsekathedrale oder der Times-Square, wo er seine Raumfahrt-Heldin notlanden lässt, waren die ersten Meilensteine auf der „Entstehungsautobahn“.

„Wichtig war mir ein realer historischer Zusammenhang“, erklärt Torben Kuhlmann. Seinem Bilderbuch gingen intensive Recherchen über die Luftfahrt voraus. Er schreibt die Historie neu, lässt die Maus „Armstrong“ noch vor Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins auf dem Mond landen. Den Text brachte Kuhlmann mit seinem „alten Schulfüller“ zu Papier, weitere Ausführungen und Detailzeichnungen folgten einer durchdachten Inszenierung. Dass sich sein Buch auch visuell erschließen lässt, zeugt von der Ausdruckskraft seiner detailgenauen Zeichnungen in Aquarell/Fineliner-Technik.

In einigen Passagen verzichtet Kuhlmann bewusst auf Text, lässt stattdessen die Bilder sprechen. Authentisch ist der historische Kontext, aber auch die visuelle Darstellung – angefangen bei den Schauplätzen bis zu den Buchtiteln im Regal. In punkto Maus habe er in einer Zoohandlung „Studien am lebenden Objekt“ betrieben, erklärte Kuhlmann. Innerhalb von acht Monaten entstand aus einer Idee ein druckreifes Manuskript.

Das 128 Seiten starke Buch „Armstrong“ ist zunächst das letzte Mäuseabenteuer aus der Ideenschmiede von Torben Kuhlmann. Die Frage nach einer weiteren Fortsetzung verneint er: „Jetzt ist erst einmal Schluss mit Mäusen. Vielleicht später ... irgendwann ...“. 

mks

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