Bis zum Anruf ihres Managements sei ihr „stur“ nur als eine „Qualität“ bekannt gewesen, „die man lieber nicht haben sollte“, sagt die gebürtige Amerikanerin im Rathaus. Jetzt wisse sie: Stuhr hat ein Festival, das einem wohltätigen Zweck dient. Auf diese Weise könne sie etwas zurückgeben von dem Erfolg, den ihr „The voice of Germany“ in diesem Jahr bescherte.
Ein bisschen mehr Ruhm hätte sie aber schon vor der Musik-Show verdient gehabt, findet die 43-Jährige. Immerhin hatte sie bis dahin zwei Solo-CDs und acht Singles veröffentlicht. 1998 und 1999 war sie Frontfrau der bekannten Band Culture Beat, seit 2000 wirkte sie mehrmals als Gastsängerin beim Ambient-Projekt Schiller mit. Doch die Bilanz ihres ersten Longplayers „Pretty on edge“ lautete 2003 Schiffbruch statt Durchbruch. Wegen eines falschen Barcodes wurde die Scheibe beim Verkauf unter „Sonstiges“ abgebucht, nicht unter Kim Sanders. Kein Name, keine Presse, kein Erfolg: „Das hat mich emotional und finanziell kaputt gemacht. Es hat mich um zweieinhalb Jahre zurückgeworfen“, berichtet die Sängerin. Besonders stolz ist sie deshalb auf ihr zweites Album „A closer look“ aus dem Jahr 2009: „Das ist mein Baby, ich habe alles selbst finanziert und dafür den Deutschen Schallplattenpreis 2010 (Kategorie Black Music, die Red.) erhalten.“
Für die Teilnehmerin einer Casting-Show hatte Kim Sanders damit schon eine bewegte Vita vorzuweisen. Warum sie sich trotzdem zu diesem Schritt entschied? „Mit meinem Namen und meiner Stimme hat niemand ein Gesicht verbunden. Das ist erst jetzt alles zusammengeschmolzen.“ Die Show bezeichnet sie als „eines des besten Erlebnisse meines Lebens“. Vor einem Millionenpublikum habe sie zeigen können, dass sie singen kann. Kim Sanders feierte ihren verspäteten Durchbruch.
In Stuhr freut sich Sanders auf die Zusammenarbeit mit Edo Zanki: „Hoffentlich können wir auch in Zukunft etwas miteinander machen.“ Zu ihren Plänen gehört auch das dritte Album, das 2013 erscheinen soll. Einen „souligen Rahmen“ wolle sie dem Werk geben, ansonsten sei sie noch auf der Suche nach ihrem eigenen Sound. Gerne würde sie auch im Fernsehen auftreten, wo sie mehr von ihrer „personality“ zeigen könne. Vielleicht wird es eine Backshow. Ausschließen wollte Sanders selbst das nicht.
















