Preisträgerkonzert im Rathaus: Julian Gorus spielt virtuos

Zauberkünste auf der Klaviertastatur

Der Pianist Julian Gorus taucht während des Konzerts im Stuhrer Ratssaal ganz in die Welt der klassischen Musik ein. Noten benötigt er dazu nicht. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Angelika Kratz. Obwohl am Sonntagnachmittag im Rathaus weder Kaffee noch Kuchen gereicht wurden, gab es ein besonderes Sahnehäubchen – zumindest für die anwesenden Klassikfans, die sich mit einem Klavierkonzert über gut zwei Stunden verzaubern ließen.

Am schwarzen Flügel nahm der aus Bulgarien stammende Julian Gorus Platz. Das international agierende Ausnahmetalent hatte den Bremer Klavierwettbewerb sowie des Weimarer „Franz-Liszt-Wettbewerb“ im Jahr 2003 gewonnen. International waren diese bestückt, und Julian Gorus überzeugte in verschiedenen Kategorien in souveräner Manier.

Der Musiker hatte für das gespannte und sehr aufmerksame Publikum nur ein kurzes Lächeln übrig, dann tauchte der Meister des Fachs in seine Welt ab. Die führte zunächst zu Ferruccio Busoni (1866 bis 1924). Der hatte Johann Sebastian Bachs für Violine gedachte „Chaconne in d-moll“ für das Klavier umgeschrieben und dabei alle Möglichkeiten ausgereizt. Tief über die Tastatur gebeugt schien Julian Gorus eins mit seinem Instrument zu werden. Notenblätter brauchte der 38-Jährige nicht, er ging völlig in der Musik auf. Nach leisen Anfangstönen steigerte sich das Tempo erheblich, und die zehn Finger des Pianisten vollführten wahre Zauberkünste. Die sich anschließende Mondscheinsonate vollendete Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) im Jahr 1801. Ihren populären Namen erhielt sie erst nach seinem Tod, galt aber schon zu seinen Lebzeiten als eine seiner populärsten Klavierwerke. Auch hier gab es zu Beginn wohltuend leise Töne, die sich dann von Satz zu Satz steigern sollten.

Julian Gorus zeigte sein perfektes Können auch nach der Pause mit weiteren Ausnahmewerken virtuoser Klaviermusik. Frédéric Chopin (1810 bis 1849) hatte sein Scherzo Nr. 2 op. 31 der Comtesse Adèle de Fürstenberg gewidmet. Chopingilt als einer der einflussreichsten Pianisten und Komponisten der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts.

Die Sonate h-moll von Franz Liszt (1811 bis 1886) gilt als eine der bedeutendsten und technisch anspruchsvollsten Klaviersonaten der Romantik und wurde Robert Schumann gewidmet. Julian Gorus stellte sich auch dieser Herausforderung mit Bravour.

Der anhaltende Applaus bestätigte eine fantastische Leistung und dankte für ein ganz besonderes Konzertvergnügen.

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