Erste Zusammenkunft am 21. November

Neuer Single-Treff: „Wir wollen wieder Spaß am Leben haben“

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Ute Zimmermann, Brigitte Lammers und Wiebke Dargel (v.l.) weisen auf das neue Angebot im Begegnungscafé des Brinkumer Mehrgenerationenhauses hin. Im Hintergrund MGH-Leiterin Daniela Gräf.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Vielen Singles geht es so wie Brigitte Lammers: Von Montag bis Freitag sind sie beschäftigt, doch die Wochenenden empfinden sie mitunter als „frustrierend“. Alleine ins Kino oder spazieren zu gehen, sei langweilig, sagt die 74-Jährige. Gemeinsam mit drei Mitstreiterinnen hat sie deshalb einen wöchentlichen Single-Treff im Begegnungscafé des Mehrgenerationenhauses (MGH) ins Leben gerufen. Erster Termin ist Montag, 21. November, 19 Uhr.

Die vier Frauen sollen für die Teilnehmer als Ansprechpartnerinnen dienen, sie sind für die Organisation und Moderation zuständig. „Wir wollen gemeinsam mit der Gruppe etwas entwickeln, nicht von oben herab“, sagt Lammers. Unterstützung erhalten sie von Claudia von Oiste, die zur Zeit ein Praktikum im MGH absolviert.

Die Partnersuche steht nicht im Vordergrund, das ist den Ehrenamtlichen wichtig. Alleinstehende, ganz gleich ob verwitwet oder geschieden, sollen neue Kontakte knüpfen und gemeinsam etwas erleben. Dazu würden natürlich auch Männer zählen, sagt Ute Zimmermann und lacht. „Die beleben das ja ein bisschen.“

Überhaupt soll es ein offener Treff sein, Altersbeschränkungen nach oben oder unten gibt es nicht. „Wenn es tatsächlich so kommen sollte, dass sich viele junge Menschen anschließen, können wir die Gruppe teilen“, sagt MGH-Leiterin Daniela Gräf. Ihrer Auskunft nach ist es bereits der zweite Single-Treff im MGH. Der erste war im August 2013 an den Start gegangen und löste sich Ende 2014 auf.

„Daraus können gute und intensive Freundschaften entstehen“, weiß Ute Zimmermann aus Erfahrung. Sie hatte nach dem Tod ihres Mannes im Sauerland einen Single-Treff gegründet. Aus dieser Zeit habe sie einen guten Freund behalten. „Alles, was Freude macht und mit Bewegung zu tun hat“, möchte die 58-Jährige mit den anderen Singles erleben, sei es wandern, boßeln oder Badminton spielen. 

Besuche von Musicals und Weihnachtsmärkten sowie eine Grünkohltour stehen bei ihr ebenfalls hoch im Kurs. Sie bezeichnet sich als einen geselligen und offenen Menschen, und diesen Eindruck erwecken auch ihre Mitstreiterinnen. „Trotzdem ist es manchmal schwer, Fuß zu fassen, was Kontakte angeht, gerade als Außenstehender.“

Ute Zimmermann ist vor zwei Jahren nach Brinkum gezogen – ein Tapetenwechsel, wie ihn auch Wiebke Dargel vollzogen hat. Nach dem Tod ihres Mannes hat es sie mit ihrem Sohn von Bremen nach Erichshof verschlagen. „Ich war viel alleine, alles war total fremd“, erinnert sie sich. Zuhause malt, schreibt und liest die 52-Jährige gerne. 

Bei der Gemeinde bot sie sich als Betreuerin bei Ausstellungen an und sei über diese Schiene mit Menschen in Kontakt gekommen. Sie kenne auch Leute, mit denen sie wochentags mal einen Kaffee trinken könne. Was ihr fehle, seien die Unternehmungen an Wochenenden und an Feiertagen. 

„Da ist es manchmal sehr still, da hätte ich gerne mehr vor.“ Wiebke Dargel bezeichnet es als Herausforderung, beim Single-Treff mitzumachen. „Aber ich bin offen für neue Herausforderungen.“ Gerne würde sie mit der Gruppe sportlich sein, zum Beispiel bowlen gehen.

Brigitte Lammers ist ebenfalls verwitwet. Sie liebt E-Musik, „wobei das E für ,ernst' steht“, betont sie. Mit Gleichgesinnten in ein klassisches Konzert gehen, darüber würde sie sich zum Beispiel freuen. Zwei Stunden hat sie für die erste Zusammenkunft veranschlagt. Sie sei „sehr gespannt“, wie das Angebot anläuft.

„So ein Treff muss gelebt werden, die Teilnehmer müssen Vorschläge unterbreiten“, sagt Ute Zimmermann. „Aber wenn keine Ideen kommen, müsst ihr eine im Hinterkopf haben“, fügt Gräf hinzu. „Lediglich einen Termin und eine Uhrzeit vorschlagen, dann habt ihr wieder alle zusammen.“

Brigitte Lammers und Wiebke Dargel haben sich bereits ehrenamtlich im MGH engagiert, im Sprechcafé für Frauen beziehungsweise beim Mittagstisch für Senioren. Einfach eines der zahlreichen Angebote der Einrichtung zu besuchen, etwa Basteln oder Englisch lernen, ist für die Frauen nicht dasselbe wie ein Single-Treff. 

„Das sind feste Themen. Doch ich möchte offen sein für alle Themen, die da kommen“, sagt Brigitte Lammers. Oder wie es Ute Zimmermann formuliert: „Wir wollen wieder Spaß am Leben haben.“

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