Ausschuss hält an den Straßenbahnplanungen fest

„Wir sind auf die Linie 8 angewiesen“

Die Stuhrer Politiker sehen weiterhin die Notwendigkeit einer Straßenbahnverlängerung. - Archivfoto: Schritt

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Die Stuhrer Politiker halten am geplanten Ausbau der Straßenbahnlinie 8 fest. Am Donnerstagabend lehnte der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt (Agu) den Antrag von „Besser“ ab.

Die Fraktion hatte nach dem Urteil des Oberverwaltunsgerichts Lüneburg, den Planfesstellungsbeschluss der Linie 8 aufzuheben, gefordert, über Alternativen nachzudenken. Dafür brachte der Verein unter anderem die Linie 5 ins Spiel. Auch das Ansinnen des Fraktionschefs Gerd-W. Bode, den Antrag in den Finanzausschuss zu verlagern, lehnten die anderen Parteien ab.

Man müsse sich fragen, ob der Beschluss nur wegen formaler Fehler gekippt worden sei oder ob es auch inhaltliche Änderungen geben müsse. „Wir glauben das, weil sich durch eine andere Rechtsgrundlage und eine Umweltverträglichkeitsprüfung die Kosten erhöhen werden“, führte Bode aus. So seien die Standards beim Personenbeförderungsrecht höher als beim Eisenbahnrecht, auf dessen Grundlage bisher geplant worden war. Man müsse ebenfalls bedenken, dass 14 Halteschranken die Autos zum vermehrten Halten und Anfahren veranlasse. „Die positive Bilanz des CO2 -Ausstoßes durch das Umsteigen auf die Straßenbahn wird dadurch wieder aufgefressen.“

Die Befürchtung der Fraktion sei es, keine Fördergelder für das Projekt zu bekommen, weil die standardisierte Bewertung nicht mehr stimme. „Es ist kein Antrag gegen die Linie 8, aber wir sollten über Alternativen nachdenken und darüber, welche Anbindung an Bremen die günstigste ist “, so Bode und beantragte zudem, das Anliegen seiner Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen zu behandeln.

Die Zuhörer waren Bodes Meinung. Es sei sinnvoll, alle Planungen auf den Kopf zu stellen, sagte ein Anwohner des Neuen Wegs. Monika Kannowski, Vorsitzende des Vereins „Aktiv“, führte ins Feld, dass auf der vorhandenen Bahntrasse seit 1993 „nichts mehr gemacht“ wurde. Sie sehe keine Argumente für die „umwegige“ Linie 8. „Noch viel verrückter als für Stuhr ist die Verbindung für Weyhe, die haben schließlich einen Bahnhof und brauchen nur eine bessere Vertaktung der Busse.“ Das Büro, das das Gutachten für die geplante Straßenbahnverlängerung verfasst habe, stehe zudem in der Kritik, Gefälligkeitsaufträge zu erstellen. „Die haben alles schön gerechnet“, so Kannowski.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Kristine Helmerichs, machte ihrem Unmut Luft. „Die Gedanken über die Straßenbahn sind 24 Jahre alt und die Linie 8 hat Chancen, weil sie auf bestehendem Gleisbett fährt und wir keine großen Bauwerke dafür benötigen.“ Erst mit dem Anschluss der  „B 6 neu“ an die Autobahnauffahrt Brinkum wäre die Linie 5 möglich. „Den von ,Besser’ gewollten Dialog mit Bremen führen wir seit 24 Jahren. Ihn jetzt zu fordern, als habe es ihn nie gegeben, ist ein absoluter Witz.“ Die vielen Staus seien vor allem für Berufspendler nach Bremen eine „nervige Angelegenheit“, so Helmerichs. „Stuhr braucht mehr ÖPNV, den erreicht man nicht mit Kreisverkehren und mehr Bussen“, spielte sie auf weitere Forderungen von „Besser“ an.

Man müsse erst ein Thema abhandeln, bevor man ein neues Fass aufmache, erklärte Bernd Stöver (CDU). Er gab zu bedenken, dass es keine Straßenbahn- oder Buslinie gebe, die mit einer schwarzen Null fahre. Das sah auch Sozialdemokrat Rolf Meyer so. „Wir sind sehr wohl auf die Linie 8 angewiesen.“ 

Die geplanten Baumaßnahmen um Bremen herum, wie zum Beispiel der Ausbau der A 1 auf acht Spuren, würden zwangsläufig zu mehr Staus führen. Auch FDP-Fraktionschef Jürgen Timm sprach sich für die Bahn aus. „Wenn man stattdessen mehr Busse durch die Wohngebiet fahren ließe, hätte man eine deutliche Mehrbelastung.“ Bode sah das anders. Das Pendlerproblem werde nicht durch die Linie 8 gelöst. Zudem gehöre den Elektro-Bussen die Zukunft. „Die fahren leise.“

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