Infos und mehr beim zweitägigen Fest

Das Tierheim ins rechte Licht rücken

Die Leiterin der Geschäftsstelle, Anke Mory, präsentiert stolz die neuen Katzenausläufe. - Fotos: Jensen

Brinkum - Von Maren Jensen. Zu viel Ärger, zu hohe Kosten, zu alt und gebrechlich: Viele Hunde und Katzen werden ausgesetzt oder misshandelt. Das Tierheim Arche Noah in Brinkum hat am Wochenende sein traditionelles Jahresfest gefeiert, um auch in Zukunft noch Tieren in Not Unterschlupf gewähren zu können. Haustierbesitzer konnten sich und ihren Vierbeinern etwas Gutes tun.

Mit dem Erlös der beiden Tage sollen die Kosten für Tierarzt, Unterkunft und Mitarbeiter der Arche Noah weiterhin gedeckt werden. Zudem präsentierten die Mitarbeiter stolz die neuen Katzenausläufe, mit denen die Tiere nun die Möglichkeit haben, sicher nach draußen zu gelangen. Um die Vermittlung von Katze, Hund & Co. ging es bei dem Fest zwar nicht, doch die Besucher konnten sich die Tiere ansehen und sich über sie erkundigen.

In dem Heim finden überwiegend Katzen ein neues Zuhause, darunter die Wohnungskatze Minka: Mit ihrem schwarz-weiß gescheckten Fell und ihren kräftigen grünen Augen blickt sie interessiert die Vorbeilaufenden an und schnurrt leise, wenn jemand stehen bleibt, um sie sich genauer anzusehen. Auch Kater Gismo, der im Juli zur Arche Noah stieß, sticht mit seinem schneeweißen Fell ins Auge. Doch viele Besucher verlieren schnell wieder das Interesse, wenn sie von Gismos Krankheit erfahren: Der verschmuste Kater ist Diabetiker und muss zweimal täglich sein Insulin gespritzt bekommen.

Nicht alle der 127 Bewohner des Tierheims sind Problemfälle oder schwer erkrankt. „Genau das ist häufig das Problem. Viele Menschen kommen gar nicht erst hierher, weil sie denken, dass das hier ein schrecklicher Ort ist“, sagte die Leiterin der Geschäftsstelle, Anke Mory. Die 51-Jährige arbeitet seit 13 Jahren in dem Heim. „Das Fest ist auch dafür da, das Bild des Tierheims zu verändern. Die Menschen sollen einmal gesehen haben, wie es hier überhaupt aussieht“, sagte sie. „Und natürlich freuen wir uns, wenn sich der eine oder andere in eines unserer Tiere verliebt.“

Insgesamt 16 Stände mit Leckereien für Hund und Herrchen sowie Spielzeug und Anziehsachen für die Tiere waren aufgebaut. „Zwar spielte das Wetter am Sonnabend nicht mit, am Sonntag lief es allerdings deutlich besser“, freute sich der Leiter des Tierheims, Stefan Ziesemer. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende und freue mich über jede Hilfe“, sagte er.

Beliebt war vor allem die Tombola, bei der die Gäste ein Smartphone, einen Laserprinter oder einen neuen Staubsauger gewinnen konnten. Aber auch der Bücherflohmarkt war ein Erfolg.

Ein wenig hektisch eilte während des Festes die ehrenamtliche Helferin Malis Ahrens auf den Grünflächen des Geländes umher. Die 65-jährige Rentnerin packt seit zehn Jahren mit an und war wesentlich mit an der Organisation der Veranstaltung beteiligt. „Es motiviert mich immer zu sehen, wie alle hier mit allen Mitteln um ein wenig Geld kämpfen, um den Tieren zu helfen“, sagte sie.

Hilfe von Familie Butzbach aus Hessen

Seit 14 Jahren hilft die Familie Butzbach aus Hessen dem Brinkumer Tierheim bei seinem Jahresfest. So verkaufte sie selbst gestrickte Teddys und Pommes aus der Friteuse. „Die Arbeit macht uns unglaublich viel Spaß, und mittlerweile sind wir mit den Mitarbeitern hier zu einer kleinen Familie geworden“, sagte Elke Butzbach. Gemeinsam mit ihrem Mann Bernd sowie ihren Kindern Mark-André und Ann-Christin Wolf nahm sie einige Euros für das Heim ein. Daneben bietet Butzbach Erste-Hilfe-Kurse für den Hund an.

Ein Tier zu vermitteln, ist für das Tierheim nicht einfach. Viele Interessenten hätten mittlerweile sehr hohe Ansprüche, heißt es. Manche Tiere werden auch gar nicht vermittelt. „Sie sterben dann eines natürlichen Todes bei uns“, sagte Mory. Wie viel Liebe und Arbeit in dem Tierheim steckt, weiß die ehrenamtliche Helferin Franke Amborn (52) ganz genau. „Das Team ist wirklich sehr motiviert und einfach klasse“, sagte sie. Seit 2009 kommt sie mehrmals wöchentlich aus Bremen, um mit den Hunden Gassi zu gehen. Alle Mitarbeiter hoffen, den Menschen mit dem Fest ein richtiges Bild über die Arbeit des Tierheim vermittelt zu haben – und dass sich dies in der Zahl der Vermittlungen niederschlägt.

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