André-Rabini-Sextett ist vom Stuhrer Publikum begeistert – umgekehrt aber auch

„Swing, swing, swing“ ist das Motto des Abends

Mehr als 500 Besucher kommen zum Konzert von André Rabini und seinem Sextett. - Foto: Jysch

Varrel - Von Rainer Jysch. Einen beachtlichen Besucherstrom hatte das André-Rabini-Sextett am Sonntagnachmittag mit seinem Auftritt in der vollbesetzten Varreler Gutsscheune ausgelöst. Mehr als 500 Zuhörer wollten sich bei freiem Eintritt das Konzert der Bremer Musiker mit Sänger und Entertainer André Rabini nicht entgehen lassen. Sogar vor der Scheune hatten es sich einige Besucher bequem gemacht und lauschten durch die weit geöffneten Tore der Musik. Die Veranstaltung war Teil des diesjährigen Gartenkulturmusikfestivals, das der Kommunalverbund Bremen/Niedersachsen mit zahlreichen Konzerten in der Region organisiert.

„Swing, Swing, Swing ist das Motto des Abends“, kündigte Saxofonist Matthias Schinkopf das Programm an. „I could have danced all night“, sang Rabini zum Einstieg aus dem Musical „My fair lady“. Rabini zeigte sich begeistert von dem vollen Haus, zumal er gedacht hatte, er müsse in einem Zelt auftreten. „Wir stehen unter Schock“, witzelte der 44-Jährige – sichtlich erfreut über die vielen Zuhörer, die ihn und seine sechs Musiker mit großem Beifall begrüßten.

Ein Live-Auftritt von Frank Sinatra in Paris im Juni 1962 mit dem Sextett des Jazz-Vibrafonisten Red Norvo und die dabei entstandene Platte habe ihn „umgehauen“, wie Rabini einmal erzählte. „Ich fand es fantastisch, wie diese Titel, die man sonst nur aus Bigband-Arrangements kannte, klingen, wenn da sechs Leute spielen – sehr intim“, sagte er.

Das habe ihn begeistert und den Wunsch geweckt, selbst ein Sextett zu gründen. Es habe allerdings Jahre gedauert, bis er seine Band zusammenhatte, weil es sehr schwierig gewesen sei, einen Vibrafon-Spieler zu finden. Schließlich sei ihm dies mit dem erst 23-jährigen Philip Andronic gelungen, der während des Konzerts in Varrel durch eine großartige Instrumentenbeherrschung auf sich aufmerksam machte.

Seit einem Jahr spielt die Formation in der jetzigen Besetzung zusammen, wobei in Varrel Ralf Jakowski aus Achim den Stamm-Schlagzeuger Max Suhr ersetzte. Ferner brillierten David Jehn am Bass und Hanno Bonßdorf an der Gitarre. Matthias „Matze“ Schinkopf zeichnete sich als Multiinstrumentalist – unter anderem am Saxofon und mit der Flöte – Arrangeur sowie Komponist aus. Alle Musiker erhielten für ihre Soli verdienten Szenenapplaus.

In abwechslungsreicher Folge spielte das André-Rabini-Sextett klassische Evergreens von Interpreten mit Rang und Namen, aber auch ausgesuchte Titel, die man so nicht jeden Tag zu hören bekommt. Dazu zählten natürlich Songs von Frank Sinatra, aber auch musikalische Erinnerungen an Judy Garland, Dean Martin, Nat King Cole und Toni Bennett interpretierte André Rabini mit seiner warmen Stimme. „Imagination“ mit einem tollen Gitarrensolo, „Und immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens sowie „How deep is your love“ von den Bee Gees bildeten eine bunte Mischung swingender Beiträge.

Er singe bereits seit dem Ende der 1990er-Jahre und sei über den Blues und über den amerikanischen Sänger Louis Prima zum Swing gekommen, verriet Rabini in einem früheren Interview. So lag es nahe, dass er mit „I’ve got the world on a string“ seinem musikalischen Vorbild Louis Prima huldigte.

Mit „Wenn ich nur wüsste“, von Komponist Schinkopf im Stile der 50er- und 60er-Jahre zu Papier gebracht, lieferte das Sextett auch eine gelungene Eigenkompositionen ab. Das Stück ist auch auf der von der Band im Jahr 2015 produzierten CD „You know what to do“ vertreten.

Das begeisterte Publikum entließ das Sextett nicht ohne Zugaben. Die Musiker bedankten sich gleich zweifach mit „Me, myself and I“ und Sinatras Titel „Fly me to the moon“.

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