Schieflage wegen Umwälzungen in Modebranche

Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei „Kiki Kindermode“ gestellt

Stuhr - Für die Gruppe „Kiki Kindermode“ mit Hauptsitz in Stuhr wurde beim Amtsgericht Syke ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der vom Gericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Christian Willmer kündigte an, das operative Tagesgeschäft fortzuführen. „Alle 65 Filialen in Deutschland bleiben geöffnet“, heißt es in der Mitteilung der Kanzlei Willmerköster.

Löhne und Gehälter seien bis Ende Oktober über das Insolvenzgeld abgesichert. Entsprechende Schritte seien bereits eingeleitet. Die Mitarbeiter seien in einer Versammlung über den aktuellen Stand der Dinge und die nächsten Schritte im Insolvenzantragsverfahren informiert worden. In dem Schreiben der Kanzlei ist von „gewaltigen Umwälzungen in der Modebranche“ die Rede. Diese hätten den Filialisten in eine finanzielle Schieflage gebracht.

Ein hoher Wettbewerbsdruck habe zu Umsatzrückgängen insbesondere bei mittelständischen Modehändlern geführt. Zudem habe sich das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen Jahren stark vom stationären Einzelhandel hin zum Online-Handel verlagert. „In den kommenden Tagen werden wir mit Hochdruck daran arbeiten, die ausstehenden Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter und ihre Familien zur Auszahlung zu bringen“, sagte Willmer. „Parallel werden wir das Gespräch mit den Lieferanten und Vermietern suchen.“ Dabei gehe es darum, ein vollständiges Bild der Lage des Unternehmens zu erhalten und Zukunftsperspektiven zu erörtern, um „einen strukturierten Investorenprozess vorantreiben zu können“. 

Geschäftsgründerin Vera Klöhn erklärte, dass sich das Unternehmen lange gegen die wachsenden Belastungen gestemmt habe. „Wir mussten letztendlich aber einsehen, dass wir nicht mehr in der Lage sind, die nötigen Mittel zur Sicherung der Gruppe aufzubringen.“ Mit dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei die Hoffnung auf einen Neuanfang verbunden. Die ersten „Kiki-Kindermode“-Geschäfte für hochwertige Bekleidung bekannter Marken sowie Möbel und Accessoires wurden Anfang der 1990er-Jahre gegründet. Das Unternehmen beschäftigt rund 230 Mitarbeiter. 

ps/ah

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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