„In Hamborg op St. Pauli“

Spaß schwappt von der Bühne aufs Publikum über

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Die Heimatbühne hat das Stück „In Hamborg op St. Pauli“ seit ihrem Bestehen zum dritten Mal aufgelegt.

Stuhr - Von Angelika Kratz. „In Hamborg op St. Pauli“ heißt das neue Stück der Heimatbühne. Die vielen Gäste im Stuhrer Rathaussaal erfreuten sich an „en lustig Spill in dree Törns“ aus der Feder von Wilfried Wroost. Drei Stunden gute Unterhaltung ließen einen verregneten Sonntag vergessen. Butterkuchen und Kaffee und plattdeutsche Döntjes erwartete die Besucher vorab und in den Pausen. Organisator Horst True weiß halt, was die Fangemeinde der Heimatbühne Stuhr als Rahmenbedingungen schätzt.

Die Zuschauer mussten sich für das Stück nicht nur räumlich versetzen lassen, nach St. Pauli, sondern auch zeitlich, nämlich ins Jahr 1952.

Üppig waren die Lebensbedingungen der meisten Menschen nach dem Kriege nicht. „Echter“ Kaffee und Butter auf dem Brötchen galten damals als Raritäten, denn nur langsam ging es bergauf.

Ort des dennoch munteren Geschehens ist die Kneipe von Wirtin Pauline Pröschmeyer (Stephanie Mittelstädt). Ehemann Johannes Pröschmeyer (Dennis True) ist von seiner resoluten Angetrauten ziemlich genervt, besonders als ein Brief mit der Ankündigung eines Besuchs eintrifft. Otto Kastendiek (Björn True) aus Borkum ist der geschiedene Ehemann von Pauline. Deren gemeinsames Kind Ewald verstarb in jungen Jahren, aber das hatte die raffinierte Pauline hinsichtlich der Unterhaltszahlungen verschwiegen. Nun ist Holland in Not, denn Otto Kastendiek möchte endlich sein eigen Fleisch und Blut wiedersehen.

Zum dritten Mal auf dem Spielplan

Dann verliebt sich ausgerechnet noch Tochter Ursula (Geertje Dörgeloh) aus Paulines zweiter Beziehung mit ihrem „Hannes“ in den arbeitslosen Kapitän Christian Sellhorn (Martin Rusch), der zudem noch der einzige Neffe von Otto Kastendiek ist. Pauline und ihre ebenfalls in der Kneipe tätige Schwester Mia Puvogel (Miriam Göde) haben zudem ein Schiff geerbt und wollen dies verkaufen. Aber die Ereignisse überschlagen sich ganz nach der Regie eines flotten plattdeutschen Dreiteilers. Zunächst muss ein Ersatzsohn herbeigeschafft werden, und da kommt Willi Dührkopp (Christian Röpe), Sohn von Scheuerfrau Frieda (Margrit Unger) und Ehemann August (Peter Röpe) gerade recht. Heiß verliebt ist der Frisör unter seiner grandiosen Lockenperücke in „Uschi“ Pröschmeyer und macht das Spielchen mit. Seine Eltern nutzen die Notlage von Pauline raffiniert aus und nisten sich in der Kneipe und deren Küche ein. Korn und leckeres Essen bis hin zu neuen Klamotten gibt es gratis, und Ehepaar Dührkopp weiß trotz aller „Bescheidenheit“ stets noch eine Schippe drauf zu legen.

„Das Stück habe ich vor 33 Jahren schon einmal mit der Heimatbühne gespielt, damals war ich allerdings noch das junge Fräulein“, sagte „Putzbüdel“ Margrit Unger lachend. Zum dritten Mal innerhalb ihres 65-jährigen Bestehens hat die Heimatbühne „In Hamborg op St. Pauli“ aufgelegt, und wieder war das Publikum begeistert. Der Spaß auf der Bühne schwappte über, und so manch einer ging mit Kommentaren lautstark beim Geschehen mit. „Wir haben bei den Proben oft so doll lachen müssen, dass wir nicht weitermachen konnten“, verriet Horst True. Das mochte man ihm nur zu gerne glauben, denn auch zur Premiere ging nicht alles immer glatt und Souffleuse Tanja Stölting hatte in ihrem Kasten genug zu tun. Aber gerade diesen kleinen Unebenheiten mit einem „Wat hest du seggt?“ machen die Lebendigkeit und die große Beliebtheit der Stuhrer Heimatbühne aus.

Weitere Aufführungen am Sonnabend, 17. September, um 19 Uhr und Sonntag, 18. September, um 16 Uhr in der Dorfschule Blocken sowie am Sonntag, 9. Oktober, um 16 Uhr im Syker Kreismuseum Weitere Termine im Herbst und Januar.

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