Tag der Regionen: Zum 15. Mal beteiligen sich Stuhrer Akteure

Ein Sonntagsausflug direkt vor die Haustür

Konfirmanden verkaufen in der Kirche in Heiligenfelde frisch gebackenes Brot.

Stuhr - Woher kommt die Milch? Eine Antwort auf diese Frage haben Besucher des Tags der Regionen auf dem Hof Mahlstedt bekommen. Beim Melken der Kühe hat Landwirt André Mahlstedt (28) seinen Gästen Rede und Antwort gestanden.

Sehr wissbegierig und eng aneinander drängend standen Jung und Alt vor dem Stall. Rund 1,5 Stunden dauerte das Melken. „Die sehen aber mager aus“, rief die achtjährige Miriam Wilken zu, nachdem sie eine der Milchkühe entdeckt hatte. Vorher hatte sie die Mastrinder besichtigt. „Hast du etwa schon einmal einen dicken Hochleistungssportler gesehen“ fragte sie Mahlstedt augenzwinkernd. Milchkühe müssten so bezeichnet werden, da sie eine unglaubliche Arbeit leisten würden, sagt er. Seine Kuh Perle gebe bis zu 50 Liter Milch am Tag. Mit Roboterarmen werden die Kühe nacheinander gemolken. Die Milch fließt unter anderem auch direkt in die vor kurzem errichtete Milchtankstelle, wo sie mit Wasser vermischt und auf 14 Grad gekühlt wird.

„Ich liebe die Vielseitigkeit an meinem Beruf: Die Arbeit in der Natur, mit den Tieren auf dem Trecker und im Büro“, sagte Mahlstedt. Sein Hof war einer von insgesamt 16 Veranstaltungsorten.

Wer die Stufen bis zur Glocke geschafft hat, wird mit einer tollen Aussicht belohnt.

Einige Familien und Freunde wie das Musikerteam Sara Dähn (25) und Thomas Blaeschke (46) aus Arsten gingen in der Gemeinde auf Entdeckungsreise. Sie widmeten sich zunächst dem größten Windrad der Gemeinde an der Siekstraße. 150 Meter ragt dessen Mast in die Höhe und reicht mit vier Millionen Watt Strom aus, um theoretisch den Strombedarf von Stuhr zu decken. Ein lautes Summen ertönte aus dem Inneren. Begeistert schauten dutzende Besucher hinein. Betreiber des Windrades, Manfred Bielefeld, informierte die Gäste und legte ihnen nahe, sich intensiver mit dem Thema Windenergie zu beschäftigen. „Viele Menschen sind immer gegen etwas, wissen aber gar nicht, wie es aussieht. Deshalb möchte ich einen Einblick geben und Missverständnisse aus dem Weg räumen“, so Bielefeld. Blaeschke zeigte sich beeindruckt. „Ich konnte unglaublich viel lernen“, sagte er. Nach dem vielen Wissenseinfluss zog er mit Dähn weiter zum Weinhof Groß Mackenstedt, bei dem viele ein Päuschen für ein Gläschen Federweißen und Zwiebelkuchen einlegten. Der rege Besucherstrom erfreute die Betreiber Annette und Carsten Seeger.

Der Hof Schulenberg in Fahrerhorst informierte über die Arbeit ihrer Biogasanlage und den Betrieb, die Klostermühle und Schusterwerkstatt in Heiligenrode führten die Besucher in die alte Handwerksarbeit ein.

Im alten Backhaus lockte frischer Butterkuchen und selbst gebackenes Brot aus dem 146 Jahre alten Backofen die Massen an. Nach nur wenigen Minuten waren fünf Backbleche Butterkuchen verputzt. „Wir haben versucht, das alte Backhaus wieder so traditionell wie möglich aussehen zu lassen, damit die Besucher sich eine gute Vorstellung machen können, wie es hier damals ausgesehen haben könnte“, sagt die Vorsitzende des Heimatvereins, Viola Dahnken (47).

In Zentrum polterten hunderte Autos und Fahrradfahrer über das Kopfsteinpflaster vor der Klostermühle und Künstlerstätte. Dort strömten über den Tag verteilt 170 Menschen in die Ausstellung „Wald vor lauter Bäumen“ der Malerin Anna Bart. Mit Öl bannte sie alltägliche Motive aus Heiligenrode auf Papier. Nebenan war die Klosterkirche zu besichtigen. „Die Kirche ist am Schönsten, wenn sie geschmückt ist“, sagt die Pfarrsekretärin Iris Rose erfreut. Eine Überraschung erlebten die Besucher: Ein Pärchen gab sich am späten Nachmittag das Ja-Wort zwischen den Erntedank-Gaben. Besucher durften nicht nur zuzusehen, sondern dem Paar Glückwünsche für die Zukunft mitgeben.

Gute Aussichten in die Gegenwart gab es in Brinkum. Dort konnten Ausflügler den Kirchturm der Kirche anschauen. Einen Halt machte dort die Fahrradtruppe des ADFC Stuhr, die zum Tag der Region einen Weg durch die Gemeinde von rund 35 Kilomentern zurücklegten. „Ein tolles Event, um die Umgebung näher kennen zu lernen“, sagt Petra Spindelndreher vom Stadtmarketing, die die Aussicht genoss. Die 20 Teilnehmer stiegen die 92 Treppenstufen im raschen Tempo empor und genossen in einer Höhe von 25 Metern neben den Kirchenglocken auch die Aussicht bis zum Bremer Dom. Die Kirchenvorstandsvorsitzenden Willy Waßmann und Peter Gehrmann erzählten die ein oder andere Anekdote über die Kirche und dessen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Einige geheimnissvolle Türen öffneten sich, darunter auch die des Kirchenbodens. Auch die St.-Pankratius-Kirche in Stuhr stieß ihre Pforten weit auf und lud zum Turm-Besuch ein.

Viel los war auch bei der Staudengärtnerei Pöppel-Stauden in Seckenhausen. Geschäftsführerin Doris Pöppel bot Führungen durch die Gärtnerei an. Und der Besuch bei der Alpaka-Herde lösten staunenden Mienen aus. Daneben gaben die Imkerin Martina Soraru sowie der Nabu Einblicke in die eigene Arbeit.

Während eines Erntedankbrunchs in der Teestube Moordeich konnte die Galerie von Künstlerin Anita Schmücken begutachtet werden. Und so hatte jeder Besucher wieder Gelegenheit, die Gemeinde mit all ihrer Vielfalt und Besonderheiten neu für sich zu entdecken.

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