Regenrückhaltebeckens an der Rheinallee

Schlamm und Algen statt Kröten und Fische

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Das Regenrückhaltebecken an der Rheinallee zeigt sich zurzeit nicht von seiner besten Seite: Das Wasser ist bräunlich verfärbt, der Algenwuchs ist immens.

Moordeich - Von Sandra Bischoff. Arnold Seifert sorgt sich um die Flora und Fauna am Regenrückhaltebecken an der Rheinallee. Das Gewässer samt seiner Uferbereiche biete den Tieren und Pflanzen nicht mehr genügend Lebensraum, beklagt der Stuhrer.

Früher, erklärt Seifert, habe man in dem hübsch angelegten Becken sogar angeln können. „Das ist heute nicht mehr möglich. Schauen Sie selbst, man sieht mehr Algen als alles andere“, sagt er bei einem Ortstermin. Eine Radlerin kommt vorbei, hört, was das Thema ist und bestätigt Seiferts Aussage. „Darin schwammen mal richtig große Fische“, erinnert sie sich. Eine andere Frau, die ihren Hund ausführt, beklagt ebenfalls den Niedergang der dortigen Flora und Fauna.

Es gebe dort kaum noch Kröten, Fischreiher habe er ebenfalls lange nicht mehr gesehen, berichtet Seifert weiter. „Wie auch, wenn die hier keine Nahrung mehr finden.“ Zudem sei der Algenbewuchs in dem Gewässer extrem stark und das Wasser extrem bräunlich verfärbt.

Froschgesang sehr dürftig

Noch vor wenigen Jahren hätten er und weitere Anwohner „20, 30 oder 40“ Kröten gesehen, wenn sie mit ihren Hunden unterwegs waren. „In diesem Jahr waren es zwei. Jetzt kann man sagen, die sind alle überfahren worden, aber es gab auch keine toten Tiere auf der Straße.“ Auch der Froschgesang sei in diesem Jahr mehr als dürftig.

Der Naturschutzbund (Nabu) stellt das Krötenaufkommen ein bisschen anders dar: Zählten die Naturschützer an der benachbarten kleinen Wasserlöse im vergangenen Jahr lediglich 51 Erdkröten, so waren es in diesem Jahr mit 154 mehr als dreimal so viele, wie die Statistik auf der Homepage des Ortsverbands zeigt.

Seifert stört außerdem, dass das Gewässer immer stärker verschlamme. Die Oberfläche sei durch die bräunliche Verfärbung, die sogenannte Verockerung, so stark eingetrübt, dass kein Sonnenlicht durchdringe. „Kleine Lebewesen gehen dadurch ein.“

Der Abwasserverband, der für das Gewässer zuständig ist, fahre zudem mit schwerem Gerät über den Damm im See, der daraufhin abgesackt sei. „Im Juni hat der Verband einen Kahlschlag gemacht, ohne Rücksicht auf das Leben in den Gräsern“, kritisiert Seifert. „Ich bin kein Öko-Freak, aber das kann nicht angehen“, sagt der Stuhrer. Benachbarte Gewässer wie das am Friedhof an der Stuhrer Landstraße würden regelmäßig gesäubert. Warum geschehe dies nicht auch an der Rheinallee?, fragt sich Seifert.

„Das Regenrückhaltebecken ist eine technische Anlage und kein natürliches Gewässer, deshalb ist es auch nicht sehr tief“, sagt Fred Mendrzik, technischer Leiter des Abwasserverbands. Die bräunliche Farbe entstehe durch den Eisengehalt des Grundwassers. Das Becken habe keinen natürlichen Abfluss, sondern zwei Pumpen, die das Wasser bei Bedarf in die kleine Wasserlöse drücken, erklärt er. „Das Regenrückhaltebecken hat nicht in erster Linie die Funktion, Tiere und Pflanzen einen Lebensraum zu geben. Seine Aufgabe ist es, Niederschlag aufzunehmen.“ Diese Aufgabe sei weder durch die Verockerung noch durch die Algen beeinträchtigt, sagt Mendrzik. Der Abwasserverband lasse den kleinen See nicht verkommen. Mitarbeiter würden das Gewässer und das Ufer regelmäßig von Unrat befreien und den Grünstreifen mähen.

Die Kritik Seiferts sei ihm nicht neu, erklärt der technische Leiter. Gemeinsam mit dem UmweltbeauftragtenMarc Plitzko will er das Gespräch mit Seifert suchen, um Klarheit zu schaffen.

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