Anastasija Kister und Alexej Trotimov beackern eine Parzelle im Kleingärtnerverein

Russische Tomaten und Sanddorn aus Stuhr

Wohlfühloase Kleingarten: Anastasija Kister und Alexej Trotimov mit ihren beiden Söhnen Wladi (vorne) und Anton. - Foto: Husmann

Stuhr - Von Andreas Hapke. Ob Osterfrühstück, Grillparty, Lampionfest oder Kohlfahrt – wenn der Kleingärtnerverein Stuhr feiert, sind Anastasija Kister und Alexej Trotimov mittendrin. Die beiden fühlen sich nicht nur auf ihrer Parzelle pudelwohl, sondern genießen auch den Austausch mit ihren neuen Nachbarn. Erst im März vergangenen Jahres haben sie sich das Grundstück zwischen dem Reiterhof und der Bahnlinie an der Stuhrer Landstraße zugelegt.

Die beiden stammen aus Russland. Sie aus der Taiga, er aus dem 600 Kilometer entfernten Krasnojarsk. Auch wenn sie dazu Nachbarschaft sagen, sind sie sich erst in Bremen über den Weg gelaufen. Seit fünfeinhalb Jahren lebt das Paar in Brinkum, gemeinsam mit seinen zwei Söhnen Wladi (9) und Anton (5). Dass der Garten in Flughafennähe liegt und hin und wieder mal ein Flieger zu hören ist, stört die Familie nicht. Im Gegenteil. Ohne den Airport hätten sie die Parzelle vielleicht noch gar nicht entdeckt.

„Wir sind damals mit den Kindern zum Flughafen gefahren, um uns das mal anzusehen“, erzählt Anastasija Kister. Auf dem Rückweg haben wir die kleine Straße zu den Gärten gesehen und sind mal reingefahren. Als dann noch dieses Grundstück zum Verkauf stand, haben wir sofort zugeschlagen.“ Es sei ein großer Zufall gewesen. Sie hätten sich bereits Gärten in Bremen angesehen, bevor sie in Stuhr fündig geworden seien, berichtet Alexej Trotimov.

Auf der Parzelle wachsen alle möglichen Obst- und Gemüsesorten. Anastasija Kister kennt das so aus ihrem Heimatdorf. „Dort haben wir auch immer alles selbst angebaut, eingeweckt und im Winter und Frühjahr gegessen“, erinnert sich die 38-Jährige. Deshalb mussten es auch unbedingt russische Tomaten sein, die in dem Gewächshaus gedeihen. Sie freut sich darauf, in Zukunft Sanddorn zu ernten, um daraus Fruchtgetränke, Tee oder Konfitüre zu machen. Überhaupt haben die beiden konkrete Vorstellungen davon, was auf ihrer Scholle wachsen soll und was nicht. Lange hat Alexej Trotimov etwa nach Apfelbeeren gesucht, bevor er sie in einem Verbrauchermarkt in Bad Zwischenahn entdeckt hat.

Im ersten Jahr hat das Paar genau beobachtet, welche Sträucher im neuen Garten tragen und welche nicht. Dann hat es begonnen, alte Gewächse auszubuddeln und das Angebot nach seinem Geschmack zu ergänzen. Jetzt gedeihen auf der Scholle unter anderem Mirabellen, Äpfel, Zwetschgen, Erd-, Him-, Heidel- und Stachelbeeren, sogar Honigmelonen sowie Rhabarber, Lauchzwiebeln, Rote Beete, Gurken, Zucchini, Radieschen und verschiedene Sorten Paprika.

Dass solch ein Garten viel Arbeit bereitet, liegt auf der Hand. Und dann wäre da noch das Jäten des Unkrauts. „Ist man damit am Ende angekommen, kann man vorne wieder anfangen“, sagt Anastasija Kister.

Im Urlaub unternimmt die Familie kurze Ausflüge, so wie in diesem Jahr ins Legoland und in den Ferienpark Lalandia in Dänemark. Ansonsten verbringt sie ihre Zeit im Garten – auch wenn sich die vier wegen der wechselnden Arbeitsschichten von Anastasija Kister (Pharmazeutisch-technische Assistentin) und Alexej Trotimov (CNC-Maschinensystemtechniker) oft erst abends sehen.

„Für Wladi und Anton ist das super hier“, sagt Anastasija Kister. „Sie schnappen sich die Fahrräder und radeln mit anderen Kindern los. Jeder kennt jeden und alle passen auf.“ Seit neuestem können die Jungs auch in einem großen, aufblasbaren Swimming-Pool baden. Wladi hatte ihn sich zum Geburtstag gewünscht. „Die Kinder erholen sich, wir arbeiten“, sagt der 39-jährige Papa und lacht. „Aber in ein paar Jahren wollen wir auch ausspannen.“

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