Heiligenroderin will ihrer Freundin helfen

„Operation in Russland so nicht möglich“

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Isa-Renate Drieger mit einem Foto, das an einen der Besuche Svetlana Scharapowas in Heiligenrode erinnert. 

Heiligenroda - Von Andreas Hapke. Isa-Renate Drieger macht sich Sorgen um ihre russische Freundin Svetlana Scharapowa. Diese leidet unter einer schweren Darmkrankheit, deretwegen sie gestern im Bremer Rot-Kreuz-Krankenhaus operiert wurde. Eine Operation, die so in Russland nicht möglich gewesen wäre, und die eine Menge Geld kostet. Deshalb hofft Drieger auf die Unterstützung der Menschen in Heiligenrode und Umgebung, denn: „Svetlana ist hier sehr bekannt“, sagt die 85-Jährige.

Die beiden Frauen kennen sich aus der Zeit, in der Drieger noch Russischlehrerin an Bremer Schulen war, zuletzt am Alten Gymnasium. Bei ihren regelmäßigen Studienreisen hat sich Scharapowa um die deutschen Schüler in Moskau gekümmert, bei Gegenbesuchen auch um die russischen Schüler in Bremen.

Nach der Pensionierung Driegers im Jahr 1991 lief der Austausch in privater Initiative weiter. Über den Logistik-Unternehmer Egon Harms entstand der Kontakt zum Waisenhaus Nummer 5 in Moskau. Fortan reisten jährlich 20 Waisenkinder nach Stuhr, ein jedes begleitet von einem Schüler der Moskauer Oberschule.

Kontakt ist geblieben

Die insgesamt 40 Mädchen und Jungen kamen bei Familien in Heiligenrode und Moordeich unter. Immer als Betreuerin mit dabei: Lehrerin Svetlana Scharapowa. „Ganz viele Eltern haben sich bei den Aufenthalten der russischen Kinder eingebracht. Sie haben sie beherbergt und mit ihnen Ausflüge unternommen. Sie alle kennen Svetlana aus dieser Zeit.“

Als die Kinder größer waren, sei der Austausch beendet gewesen, berichtet Drieger. Dies gelte jedoch nicht für den Kontakt zwischen ihr und Scharapowa. Immer wieder gab es Besuche und Gegenbesuche. „Sie war jeden Sommer hier. Und dann haben wir immer die Gastfamilien von früher eingeladen.“

In Russland lebt Scharapowa, selbst Mutter von drei Kindern, in einer Gemeinschaftswohnung. Laut Drieger hält sie sich über Wasser, indem sie Privatschüler auf universitäre Prüfungen vorbereitet und für Firmen Texte übersetzt.

„Sie möchte ihr Land nicht verlassen“

Warum die 54-Jährige nicht längst nach Deutschland übergesiedelt ist? „Sie sagt, sie sei so sehr Russin, dass sie ihr Land nicht verlassen könne“, erklärt Drieger. „Mit ihrer Allgemeinbildung und ihren Sprachkenntnissen hätten wir sie hier bestimmt unterbringen können.“

Die Kosten für die Operation und die weitere medizinische Betreuung Scharapowas belaufen sich laut Drieger auf 5 000 Euro. Diesen Preis habe der Moordeicher Wolfgang Landshöft „ausgehandelt“, der für sein ehrenamtliches humanitäres Engagement bekannt ist. Er kennt die Russin ebenfalls schon seit vielen Jahren.

Wer sich an den Kosten für die medizinische Versorgung von Svetlana Scharapowa beteiligen möchte, kann sich an Isa-Renate Drieger wenden. Sie ist unter der Telefonnummer 04206/70 51 oder 04206/ 44 56 90 (Anschluss Werner Glaubitz) zu erreichen.

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