Die Gemeindeverwaltung erarbeitet einen Plan für Krisensituationen

„Nicht jede Katastrophe ist gleich“

Sollte die Stromversorgung künftig großflächig und länger ausfallen, wissen Rathausmitarbeiter, was zu tun ist. Es gibt Handlungsempfehlungen. Das Bild zeigt einen Stromverteiler in Varrel. - Foto: Schritt

STUHR - Von Tabea Richter. Der aktuelle Krisenplan der Bundesregierung empfiehlt den Bürgern dringend Lebensmittelvorräte anzulegen. So weit geht die Gemeinde Stuhr nicht.

Hartmut Martens, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr, betont: „Wir werden den Leuten nicht vorschreiben, welche Lebensmittel sie in welchem Umfang vorrätig haben sollen.“ Für Vorgaben dieser Art sei allein die Bundesregierung verantwortlich. Nichtsdestotrotz hat sich die Kommune intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und entwickelt einen Krisenplan für Katastrophensituationen.

Seit zwei Jahren beschäftigt sich die Verwaltung laut Martens mit der Ausarbeitung eines solchen Plans. Und bald soll er fertig sein. Ziel sei es, Verhaltensweisen der Gemeinde in Notfallsituationen genauer zu bestimmen. Dazu werden in dem Katalog verschiedene Katastrophen, wie Wohnhausbrände, Überschwemmungen, großflächige Stromausfälle oder Unfälle mit zahlreichen Verletzten durchgespielt, berichtet Martens. Seine Kollegen hätten für jede dargestellte Situation festgehalten, was zu tun ist und eine Liste der dann benötigten Fachleute zusammengestellt. „Wir wissen genau, welche Hilfen wir in welchen Notfällen benötigen, von der Polizei über die Feuerwehr bis zu Sozialarbeitern“, sagt der Fachbereichsleiter.

Das Konzept besteht nicht aus vollständigen Handlungsanleitungen. Es beschränkt sich darauf, wie die Verantwortlichen in Notfällen zu reagieren haben. „Man kann nicht alles durchplanen. Nicht jede Katastrophensituation ist gleich, daher bedarf es auch immer der Improvisation der anwesenden Fachleute“ sagt Sigrid Hägedorn, Fachdienstleiterin Öffentliche Ordnung. Dass diese auf unvorhersehbare Situationen adäquat reagieren können, hat sich unter anderem bei dem Brand des Mehrfamilienhauses an der Varreler Landstraße im Mai dieses Jahres gezeigt.

„Die Rettungskräfte und die Feuerwehr haben in dieser Situation exzellent gearbeitet“, lobt Martens. Damit Einsätze wie dieser reibungslos klappen, stellen sich Feuerwehrleute und Polizeibeamte regelmäßig diversen Übungsszenarien. Der Krisenkatalog listet jegliche Bedrohung auf, die die Sicherheit der Bürger gefährden könnte. Wohnungsbrände, Stromausfälle in einzelnen Häusern oder die Gefährdungen von Einzelpersonen sind dort nicht aufgeführt. In diesem Fall sollten die Betroffenen umgehend den Notruf wählen.

Trotz des fast vollständig entwickelten Krisenplans kann die Gemeinde bestimmte Entscheidungen bei Notfällen nicht alleine treffen. Die Verwaltung ist häufig an Vorgaben des Landkreises gebunden, sagt Martens. Dieser gibt bei gemeindeübergreifenden Notfällen, wie Überschwemmungen oder Terrorbedrohungen, den Ton an. Die Diepholzer Katastrophenbehörde ruft den Ausnahmezustand aus, legt fest, was von behördlicher Seite aus getan werden muss.

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