Landwirt Heiko Fischer erhält Nachhaltigkeitspreis

Die „Mini Olga“ für den richtigen Weg

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Auf Du und Du mit seinen 140 Milchkühen: Heiko Fischer zählt zu den „Besten Milcherzeugern Niedersachsens 2016“.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Eine kleine goldfarbene Kuh ziert seit vergangenem Freitag den Hemdkragen von Heiko Fischer: die „Mini Olga“. Der Stuhrer Landwirt hat den Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften erhalten und gehört damit zu den 14 besten der 9.300 Milcherzeuger in Niedersachsen (wir berichteten).

„Diese Auszeichnung zeigt mir, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Ich freue mich über diese Anerkennung“, sagt der 33-Jährige. Für ihn dient der Preis auch dazu, das Bild der Landwirte in der Öffentlichkeit zu verbessern. „Es gibt immer schwarze Schafe, aber 98 Prozent der Kollegen machen ihre Arbeit sehr gut.“

Seit 2009, nach dem Abschluss seines Studiums der Agrarwissenschaften an der Fachhochschule Kiel, arbeitet der Stuhrer auf dem Hof seiner Eltern an der Kladdinger Straße, zuerst als Angestellter. Dann pachtete er den Hof 2010 und erbte ihn schließlich vergangenes Jahr. 140 Milchkühe stehen in seinem Stall, dazu kommen weibliche Rinder in der Nachzucht. Rund 10.730 Kilogramm Milch gibt jedes Tier pro Jahr.

Der Gedanke, an dem Wettbewerb der Landesvereinigung der Milchwirtschaft teilzunehmen, sei 2012 entstanden, als der neue Stall fertig war. Es dauerte aber noch bis April dieses Jahres, bis der Familienvater das Formular ausfüllte und zurückschickte.

Im Sommer kamen zwei Prüfer zu einer genauen Begutachtung seines Hofs. Die Fachleute setzten den Schwerpunkt auf die Bereiche Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie. „Das war wie eine Betriebsprüfung. Die haben sich nicht nur die Unterbringung der Tiere angesehen, sondern sich auch die Bücher zeigen lassen.“ Als dann die Einladung zur Preisverleihung in Bad Zwischenahn kam, „wusste ich, dass ich zu den 14 Besten gehöre“, sagt Fischer.

Der Stuhrer legt gesteigerten Wert auf das Tierwohl. Der große helle Stall ist luftig, und die Kühe haben ihm zufolge bessere Liegeboxen. „Das spiegelt sich in der Leistung der Tiere wieder, denn nur eine Kuh, der es gut geht, gibt viel Milch.“ Deshalb kontrolliert er täglich mehrmals, ob die Tiere fressen, auf den Beinen sind und sich normal bewegen. Der Landwirt produziert das Futter, also die Grassilage, das Heu und den Mais für die Tiere selber und kauft nur einen geringen Anteil an Ausgleichsfutter hinzu.

Auf dem gesamten Hof, sowohl im Stall als auch im Wohnhaus der Familie, leuchten Energiesparlampen, und mit einem sogenannten Rohrkühler senkt der Landwirt die Temperatur der Milch, bevor sie elektrisch gekühlt wird. „Unser Prinzip ist es, möglichst viel Energie und Wasser zu sparen.“ Eine Solaranlage ist ebenfalls geplant. 

Das Soziale kommt bei Fischer ebenfalls nicht zu kurz: So ist er nicht nur zweiter Vorsitzender der Schachabteilung im TuS Varrel, sondern auch im Vorstand der Landberatung Hoya und Ortsvorsteher im Landvolk. Und in den Urlaub fährt er mit seiner Frau Janine und den vier und anderthalb Jahre alten Kindern auch. „Keine zwei Wochen am Stück, aber immerhin.“ Das gab im Wettbewerb Zusatzpunkte. Der 33-Jährige kann aber auch nur deshalb ruhigen Gewissens fahren, weil seine Eltern und seine Auszubildende ein Auge auf alles haben.

Fischer will sich im kommenden Jahr erneut an dem Wettbewerb beteiligen. Für 2017 hat er einen der ersten drei Plätze im Visier. Anhand der Auswertung, die ihm noch nicht vorliegt, will er Verbesserungen vornehmen. „Die Wirtschaftlichkeit kann ich jedoch nicht komplett verbessern, die hängt von zu vielen Faktoren ab wie zum Beispiel von der Ernte und den Milchpreisen.“

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