Mehr Zeit fürs Golfspielen

Gemeinde verabschiedet langjährige Ratsmitglieder

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Sieben der neun ausscheidenden Ratsmitglieder präsentieren sich mit Bürgermeister Niels Thomsen (r.): (v.l.) Bernd Stöver, Uwe Dierks (beide CDU), Jens Schriefer (Grüne), Lutz Kretschmer (SPD), Doris Karin Hofmann (CDU), Holger Föh und Wolfgang Gerdes (beide SPD). Nicht auf dem Bild: Andreas Keller (CDU) und Angela Koenig (Grüne). 

Stuhr - Von Rainer Jysch. Mit einer Feierstunde im Stuhrer Rathaus sind am Mittwochabend die zum Ende des Monats ausscheidenden Ratsmitglieder verabschiedet sowie zwei Jubilare für ihre 25-jährige Ratsmitgliedschaft geehrt worden. Dafür hatte Bürgermeister Niels Thomsen Gwendolin Jungblut, Referatsleiterin des Niedersächsischen Städtetages, eingeladen.

In seiner Rückschau auf fünf Jahre Ratsarbeit verwies der Verwaltungschef auf die vielen Entscheidungen, die „durchaus auch für die Zukunft Bedeutung haben werden“. Zahlreiche Baubeschlüsse für die Schulen in Brinkum und Moordeich sowie den Bau der neuen Kita in Neukrug, die Einführung der Ganztagsgrundschule, die Finanzierung von Kunstrasenplätzen und den Haushaltsbeschluss zur Steuererhöhung 2016 nannte Thomsen beispielhaft für die insgesamt 318 Sitzungen in Ausschüssen und Arbeitsgruppen. „Das sind 1,2 Sitzungen in jeder Woche des Jahres“, rechnete er vor und hob damit die Bedeutung und den Zeitaufwand für die einzelnen Ratsmitglieder bei insgesamt rund 1 200 Verwaltungsvorlagen hervor. „Die persönlichen Vorbereitungen sind dabei noch gar nicht mitgezählt“, sagte der Bürgermeister. „Es sind nicht alle Entscheidungen immer einstimmig getroffen worden, aber von einer großen, tragenden Mehrheit.“

„Ohne ehrenamtliche Kommunalpolitik läuft gar nichts“, stellte Gwendolin Jungblut fest. Der Städtetag vertritt die Interessen von über 100 Kommunen, insbesondere gegenüber dem Land. Ein kommunalpolitisches Mandat zu bekleiden, sei kein Garant dafür, dass man automatisch von allen Menschen geliebt werde. Das Amt genieße jedoch ein hohes Ansehen. „Die Ergebnisse sind sichtbar und die Verantwortlichen ansprechbar.“

Höchste Anerkennung im Namen des Städtetages

Für ihr jeweils 25-jähriges Engagement als Ratsmitglieder im Gemeinderat wurden Kristine Helmerichs (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Lutz Hollmann (CDU) geehrt. Jungblut sprach in ihrer Laudatio beiden Ratsmitgliedern für ihren langjährigen unermüdlichen Einsatz die höchste Anerkennung im Namen des Städtetages aus. Auch Bürgermeister Thomsen dankte beiden.

In der neuen Wahlperiode werden die nachfolgenden Ratsmitglieder nicht mehr vertreten sein. Sie wurden nach teilweise langjähriger Mitgliedschaft im Rahmen der Feierstunde verabschiedet: Doris Karin Hofmann, Bernd Stöver, Uwe Dierks und Andreas Keller (alle CDU), Angela Koenig und Jens Schriefer (beide Grüne), Lutz Kretschmer, Holger Föh und Wolfgang Gerdes (alle SPD). Eine besondere Ehrung wurde Doris Karin Hofmann zuteil. 20 Jahre lang gehörte sie dem Rat an, 15 Jahre davon als stellvertretende Bürgermeisterin. „Die Menschen haben einen guten Eindruck von Stuhr gehabt, weil sie einen guten Eindruck von Ihnen gehabt haben“, lobte Thomsen seine scheidende ehrenamtliche Stellvertreterin. Großen Dank und Anerkennung verband er mit der Überreichung einer speziell angefertigten Medaille mit persönlicher Gravur.

„Alles hat seine Zeit“, sagte Hofmann. Schon vor längerem habe sie sich entschlossen, nicht mehr für den Rat und den Kreistag zu kandidieren. „Mit dem heutigen Tag geht auch mein Berufsleben zu Ende.“ Das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin betrachte sie als Krönung ihrer relativ spät begonnenen politischen Laufbahn. „Von ganzem Herzen möchte ich mich bei allen Bürgern von Stuhr, die ich kennenlernen und besuchen durfte, bedanken.“ Nun wolle sie sich mehr Zeit nehmen für Reisen und die Pflege von Familienkontakten. Zeit wolle sie auch bei der Vorstandsarbeit beim jüngst ins Leben gerufenen Gemeindeverband der Mittelstandsvereinigung (MIT) einsetzen und ihr Handicap beim Golfspielen verbessern.

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