Mehr als 100 Autos angehalten

Großkontrolle an der B 6

Polizei und Zollbeamte nehmen die Fahrzeuge gründlich in Augenschein. - Foto: Ehlers

Brinkum- Nord - Von Sandra Bischoff. Der silberne Opel ist umzingelt. Während ein Polizist die Insassen befragt, prüft ein weiterer die Personalien und zwei Zollbeamte durchsuchen das Fahrzeug. Ziel der Großkontrolle am Donnerstag in Brinkum-Nord war es, potenzielle Einbrecher zu finden, wie Thomas Gissing, stellvertretender Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz erklärt.

„Wir wollen die Täter verunsichern, herausfinden, welche Wege sie nutzen, mit welchen Fahrzeugen sie unterwegs sind und wer darin sitzt“, erklärt der Polizeihauptkommissar das Vorgehen. Von 15.30 bis 22 Uhr kontrollierten Beamte der Dienststellen in Sulingen, Syke und Weyhe, der Bereitschaftsspolizei, des Zolls sowie Hundeführer mehr als 100 Fahrzeuge auf der B 6 auf Höhe des Ochtum-Parks.

Sowohl Autos, die aus Bremen kommend in den Landkreis fuhren, als auch die, die in Gegenrichtung unterwegs waren, wurden herausgewunken. „Die Aktion bietet sich hier an, weil die B 6 die Hauptein- und -ausfallstraße in und aus dem Landkreis Diepholz ist“, sagt Gissing. Dass sich so etwas schnell herumspricht, weiß auch die Polizei. „Deshalb haben wir an weiteren relevanten Punkten wie in Dreye, an der Haferflockenkreuzung und in Kladdingen mobile Kontrollen eingesetzt.“

Bei über 160 Personen wurden die Personalien für weitere Ermittlungen festgestellt, berichtet die Polizei. In dem Auto eines Bremers entdeckten die Beamten eine nicht gerade kleine Menge Marihuana. Die gut 100 Gramm wurden sichergestellt und der Fahrer musste zu weiteren Ermittlungen mit auf die Wache. 

Bei vier Autofahrern haben die Polizisten Blutproben genommen, da sie unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln ein Fahrzeug geführt hatten. Ein Pkw-Fahrer konnte keinen Führerschein vorzeigen, da er keinen besitzt. Bei zwei Personen wurden Gegestände gefunden, die unter das Waffengesetz fallen. In einem Fall ein Einhandmesser und im zweiten Fall ein Elektroschocker, der in einer Taschenlampe versteckt war. Mehrere Fahrzeuge wurden auch mit Unterstützung von Diensthunden intensiver durchsucht, ohne jedoch den "großen Treffer" zu finden.

Da die Aktion laut Gissing nach dem niedersächsischen Gefahrenabwehrgesetz vonstatten geht, dürfen die Beamten die gewonnenen Informationen unter Datenschutzrichtlinien erheben. „Das hilft uns, weil wir dadurch Zusammenhänge erkennen können “, erklärt Gissing. Zwar seien die Täter mobil, aber auch ihr Radius ist laut Gissing begrenzt. „Mehr als 40 Kilometer fährt kein Einbrecher.“ Die Kontrolle eines einzelnen Fahrzeugs kann schon mal eine halbe Stunde dauern.

Oft sind es Sprachbarrieren, die den Ablauf verzögern. So bei den Insassen des besagten Opels. Aber auch die Suche nach den Fahrzeugpapieren nimmt Zeit in Anspruch. „Wir finden hier zahlreiche Fahrzeugscheine, aber keinen, der zu dem Wagen passt“, sagt eine Beamtin.

Die Polizisten wissen genau, wen sie auf den großen Parkplatz neben dem Fast-Food-Restaurant winken müssen. „Auf Transporter haben wir einen Blick oder Fahrzeuge, in denen viele Leute sitzen. Eine Mutter mit ihrem Kind interessiert uns nicht.“

Ein oder zwei Mal pro Jahr sind solche großen Aktionen angesetzt, berichtet der Pressesprecher. Und sie sind seiner Aussage nach erfolgreich. So sei die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum vergangenen Jahr um 20 Prozent gesunken, sagt Gissing, ohne genauen Zahlen zu nennen.

Und auch Donnerstag hatten die Beamten schnell Erfolg: „Wir haben anfangs gleich ein Fahrzeug mit viel Aufbruchswerkzeug kontrolliert.“ Der Mann wurde auf die Wache gebracht, wo er seine Fingerabdrücke abgeben musste.

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