Feier für die „Ur-Camper“ am Steller See

Vom Landwirt zum Hotelier des Grünlands

Anna-Grete Meyer (l.), Helge de Buhr (r.), und Heinrich de Buhr (auf dem Stuhl) haben eine Feier für die Camper der ersten Stunde organisiert. - Foto: Ehlers

Gr. Mackenstedt - Von Heiner Büntemeyer. Es sind noch elf Personen, die zu den „Ureinwohnern“ des Campingplatzes am Steller See gehören. Sie waren dabei, als sich die ersten Camper 1966 um einen Zeltplatz an dem drei Jahre zuvor entstandenen Baggersee bemühten. Dort, wo jetzt das herrlich klare Wasser zum Baden und Schwimmen einlädt, war bis zum Beginn des Autobahnbaus noch Grünland, auf dem im Sommer „Schorse“ Meyers Kühe weideten. Damit war es vorbei, als die Bagger anrollten und sich die tiefe Baugrube allmählich mit Grundwasser füllte. Der Steller See entstand.

Familie Meyer betrieb zunächst weiterhin Landwirtschaft, doch schon bald entdeckte sie wegen der zahlreichen Badelustigen das touristische Potenzial, das dieser See bot. Bevor sie allerdings die ersten Zeltplätze vermieteten, mussten Schorse und Anna-Grete Meyer hohe bürokratische Hürden nehmen. Doch 1966 rückten die ersten Camper an, aus dem Landwirt wurde, wie Schorse Meyer es selbst gesagt haben soll, ein „Grünlandhotelier“.

Im selben Jahr regte der Wirt des nahe gelegenen „Steller Kruges“, Wilhelms Oltmanns, die Gründung einer DLRG-Gruppe an, der sich die beiden Polizisten Heinrich de Buhr aus Heiligenrode und Ulrich Scheffer aus Fahrenhorst sowie der Fahrenhorster Junglehrer Klaus Geffers und „Schorse“ Meyer anschlossen. Schon im Juni 1966 kaufte die Gruppe das erste Rettungsboot, das die Mitglieder auf den Namen „Stella“ tauften. Das alles wurde natürlich gebührend gefeiert.

Wie sich die Jubilare am Sonnabend erinnerten, wurde seinerzeit überhaupt viel häufiger gemeinsam gefeiert. Unvergessen sind die „Scheunenbälle“ und die Veranstaltungen „Steller See in Flammen“, unter anderem mit Höhenfeuerwerk, DLRG-Demonstrationen und Fallschirmsprüngen. Viermal gab es dieses Fest, zuletzt sogar mit der weltberühmten „Traber-Gruppe“, die ein Hochseil über den See spannte, auf dem ein Motorrad-Artist das Wasser überquerte.

Die Camper-Jubilare, die von Anna-Grete Meyer und Helge de Buhr, dem Pächter des Campingplatzes, zu einer Feier eingeladen waren, könnten stundenlang erzählen. „Freitags packten wir unsere Sachen, und dann nichts wie raus zum Steller See“, erinnert sich Margot Tesche, die damals in der Bremer Vahr wohnte. Die „Ur-Camper“ kennen auch noch die „Steller-See-Hymne“, die Ina de Buhr, Tochter von Schorse Meyer, am Sonnabend noch einmal mit ihnen sang.

Aus den Zeltplätzen wurden irgendwann in den vergangenen 50 Jahren Wohnwagenquartiere. Rund 380 Stellplätze gibt es am Steller See, nur wenige sind nicht vermietet.

Hinzu kommen Bereiche für Durchreisende, denn das Areal nahe der Autobahnabfahrt ist sehr beliebt. Für viele Nordsee-Urlauber aus dem Süden ist es die letzte Station vor dem Meer. Sie können hier übernachten, ohne den Wohnwagen abspannen zu müssen. „Aber es gibt einige, denen es hier so gut gefällt, dass sie länger bleiben“, berichtet Helge de Buhr. Er übernahm den Platz 1996 und feiert in diesem Jahr seine 20-jährige Tätigkeit als „Freilufthotel-Manager“.

Er ist stolz auf „seinen“ See, dessen Wasser bislang auch im heißesten Sommer nicht „umgekippt“ ist und in dem mehr als 20 Jahre kein schwerwiegender Badeunfall verzeichnet wurde. Natürlich werde das Badewasser regelmäßig überprüft, Beanstandungen habe es bisher nicht gegeben.

Wie Erika Kornemann berichtet, plantschen inzwischen ihre Urenkel in dem See, den sie vor 50 Jahren mit entdeckte – ebenso wie die Urenkelin von Reinhold und Frauke Meyer. Auch Camper, die schon immer in den Sommermonaten einen Platz am „Steller See“ bewohnen, unternehmen Urlaubsreisen. „Aber danach sind wir jedes Mal froh, wenn wir wieder hier entspannen können“, berichtet Erika Kornemann.

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