Rat muss MGH per Beschluss würdigen

Komplizierter Weg zur Förderung

Das Brinkumer MGH hat gute Chancen auf eine erneute Förderung.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Ab dem kommenden Jahr steht die Förderung der Mehrgenerationenhäuser (MGH) auf neuen Füßen: Die Kommunen sind als Partner der Einrichtungen noch mehr gefordert als bisher.

Neben der Cofinanzierung erwartet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Bekenntnis der Kommune zum MGH sowie eine Aussage dazu, dass sie die Einrichtung in ihre Planungen zur Bewältigung des demografischen Wandels einbezieht. 

Deshalb steht das Thema am Mittwoch, 17. August, 18.30 Uhr, auf der Tagesordnung des Rates. Der Beschluss ist eine Voraussetzung für den Antrag auf Förderung im Zeitraum 2017 bis 2020, den das MGH bis zum 31. Oktober gestellt haben muss.

Thomas Schaumlöffel, geschäftsführender Vorstand der Bürgerstiftung als Träger der Einrichtung, spricht von einem „mehrstufigen und komplizierten“ Weg, um die Zuschüsse für die Arbeit in den kommenden vier Jahren zu generieren. Bislang flossen jährlich 30.000 Euro vom Bund sowie jeweils 5.000 Euro vom Land und von der Gemeinde.

Der eigentlichen Antragstellung ist bereits ein Interessenbekundungsverfahren vorangegangen. Dafür hatte MGH-Leiterin Daniela Gräf detailliert die Aufgaben und Angebote ihres Hauses geschildert. Das neue Bundesprogramm legt die Schwerpunkte auf die „Gestaltung des demografischen Wandels“ und die „Intergration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte“. Dem Brinkumer MGH spielt das in die Karten.

„Alles, was wir in unserem Haus tun, betrifft den demografischen Wandel“, sagt Daniela Gräf und nennt die Freizeit- und Weiterbildungsangebote für Senioren als Beispiele, ebenso den Seniorenmittagstisch sowie die Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Dem, die bald schon intensiviert werden soll. In der Flüchtlingsarbeit hat sich das MGH unter anderem mit seinen Sprechcafés und Fahrradkursen hervorgetan.

In dem Interessenbekundungsverfahren hat die Gemeinde laut Rathausmitarbeiter Lars Janßen bereits alles erklärt, was der Rat am Mittwoch wohl in seinen Beschluss fließen lässt: dass die Gemeinde die bisherige Tätigkeit des MGH und dessen erfolgreiches Mitwirken an der Gestaltung der demografischen Entwicklung würdigt; dass Jahresgespräche mit der Einrichtung deren kommunale Verankerung stärken sollen; dass sich die Gemeinde bis 2020 weiter mit jährlich 5.000 Euro an der Finanzierung beteiligt; dass Stuhr auch maximal 10.000 Euro pro Jahr geben würde, sollte das Land seinen Anteil von 5.000 Euro nicht einbringen.

Land sagt Cofinanzierung zu

Letzteres ist allerdings nicht zu erwarten, legt man die Antwort des niedersächsischen Sozialministeriums auf die Anfrage dieser Zeitung zugrunde. „Der Bund erwartet eine Cofinanzierung in Höhe von 10.000 Euro. In Niedersachsen übernimmt davon – anders als in anderen Ländern – weiterhin das Land 5.000 Euro“, teilt Pressesprecher Uwe Hildebrandt mit.

Erst Anfang September erfährt das MGH, wie es in dem Interessenbekundungsverfahren abgeschnitten hat, also ob es überhaupt einen Antrag auf Förderung stellen darf. „Wir haben das Gefühl, dass wir dabei sind“, sagt Schaumlöffel. Dies deckt sich auch mit der Einschätzung des Sozialministeriums. Für die niedersächsischen Häuser sehe es generell gut aus, sagt Hildebrandt.

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