Vier Clubs und Ex-Wirtin Erika Meyer-Ahrens feiern 50. Geburtstag der Gläscher-Meyer-Bahn

Als Kegeln ein Volkssport war

Die Angehörigen der vier Clubs der ersten Stunde, Hol di stief“, „Fall um“, „Hol di ran“ und „Schiebe niedlich“, kegeln zwar nicht mehr, doch sie pflegen ihre Jahrzehnte währende Gemeinschaft. - Foto: hu

Seckenhausen - Am Sonnabend haben 42 ehemalige Keglerinnen und Kegler ein Jubiläum gefeiert: 1966 hatten Otto und Erika Meyer-Ahrens, Eigentümer des Gasthauses Gläscher-Meyer, in ihrer Gaststätte eine Doppelkegelbahn eingerichtet. „Es war damals genau der richtige Zeitpunkt“, erinnert sich Erika Meyer-Ahrens. Bevor die Hobbykegler die Bahn seinerzeit benutzen durften, veranstalte der Deutsche Keglerverband ein zehntägiges Sportkegeln, bei dem die Teilnehmer Abzeichen erwerben konnten, die deutschlandweit ausschließlich auf neu eingerichteten Bahnen ausgespielt wurden.

Damals standen die Kegelbrüder und -schwestern Schlange, um einen geeigneten Termin zu bekommen. „Zeitweise trafen sich bei uns 42 Clubs“, erinnert sich die Besitzerin. Einige Clubs frönten wöchentlich ihrem Hobby, andere in größeren Abständen, aber immer regelmäßig. Die Clubs schafften sich Tischständer an, die sie beim Kegeln aufstellten und dann spielten sie ihre internen Wettbewerbe aus. Einmal jährlich veranstaltete Familie Meyer-Ahrens einen Pokalwettbewerb, an dem sich alle Clubs des Hauses beteiligten.

Bei einem anschließenden Keglerball kam es zur Verleihung der von den Gastgebern gestifteten Pokale und Preise. „Es gab Jahre, in denen wir wegen der vielen Teilnehmer sogar zwei Keglerbälle ausrichteten“, sagt Erika Meyer-Ahrens.

Die erfolgreicheren Hobbykegler beteiligten sich an Gemeindemeisterschaften oder schlossen sich dem Verband Delmenhorst an und beteiligten sich an Punktspielen. Das Kegeln entwickelte sich zu einem wichtigen Standbein des Gasthauses, denn viele Sportler feierten ganz selbstverständlich in ihrer Kneipe auch ihre Familienfeste.

Inzwischen ist es wieder eine Randsportart. Zahlreiche Bahnen in der Umgebung sind verschwunden. Jürgen Pleuß, Gastwirt im „Troja“, der ehemaligen Gaststätte Gläscher-Meyer, berichtet, dass auch seine Bahn nicht mehr ausgelastet ist. Zehn Clubs treffen sich hier noch. Manchmal wird sie auch von Freundesgruppen oder zu Kindergeburtstagen gebucht.

Die 42 Gäste, die am Sonnabend Jubiläum feierten, gehören den vier Kegelclubs „Hol di stief“, „Fall um“, „Hol di ran“ und „Schiebe niedlich“ an – alle von Beginn an dabei. Die Mitglieder treffen sich auch jetzt noch. Allerdings sind sie in einem Alter, in dem lieber eine ruhige Kugel schieben. Aber auch in ihrer aktiven Zeit kegelten sie nicht nur, sondern feierten gemeinsam Feste und unternahmen Ausflüge und Reisen. Bei den meisten Clubs hat ist davon gemeinsames Kaffeetrinken und Feiern geblieben, wie am Sonnabend das Jubiläum „ihrer“ Doppelkegelbahn, zu dem Erika Meyer-Ahrens eingeladen hatte. - bt

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