Die SPD setzt auf Nachwuchs

Kandidaten zur Kommunalwahl: Jung, frisch – und optimistisch

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Die SPD setzt für die Kommunalwahl auf den Nachwuchs: Torge Meyer, Alexander Cordes und Djego Finkenstedt (v.l.) treten am 11. September für den Einzug in den Gemeinderat an. 

Stuhr - Von Sandra Bischoff. „Unser Alter ist kein Nachteil. Im Gegenteil, schließlich sind diejenigen, die wir vertreten wollen, auch jung. Und irgendwann muss man ja anfangen, sich zu engagieren“, sagen Djego Finkenstedt, Alexander Cordes und Torge Meyer. Die beiden 19-Jährigen sowie der 23 Jahre alte Meyer kandidieren für die SPD.

Für den Ältesten des Trios, der zurzeit sein Abitur nachholt, ist es nicht der erste Versuch, in den Gemeinderat einzuziehen. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren trat er für die FDP an. „Ich will mich politisch engagieren. Die Leute bei der FDP sind nett, aber es ist nicht meine Partei.“ Deshalb wechselte er vor einem halben Jahr zur SPD.

Fast ebenso lange ist Alexander Cordes bei den Sozialdemokraten aktiv. „Das war eine Entscheidung aus Überzeugung“, sagt der Verwaltungsfachangestellte, der im Jobcenter Delmenhorst arbeitet. Der Rechtsruck, der durch die Gesellschaft gehe, habe ihn zu diesem Schritt veranlasst. Das war auch Meyers Grund. „Wegen der AfD bin ich zur SPD gegangen.“

Djego Finkenstedt studiert Politik-Wirtschaft an der Uni Bremen und ist seit dem 16. Lebensjahr Sozialdemokrat. „Eigentlich wollte ich schon mit 14 eintreten, aber was soll man in dem Alter in einer Partei?“. Durch seine sozialdemokratisch geprägte Familie sei er zur SPD gekommen und hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Arno Büchel die Stuhrer Jung-Sozialdemokraten (Jusos) aufgebaut.

Er wolle nicht nur mitlaufen, sondern „etwas bewegen“, beschreibt Alexander Cordes seine Ziele. Auch Torge Meyer kandidiert, weil er etwas verändern will. So nennt das Trio beispielsweise den Öffentlichen Personennahverkehr, den es seiner Meinung nach zu verbessern gilt. „In unserem Alter ist man abends viel unterwegs, und wenn man mit dem Bus nach Bremen und zurück will, hat man schlechte Karten.“ Im Moment rühren die drei Nachwuchspolitiker kräftig die Wertbetrommel für sich und ihre Partei. Sie sind an Infoständen anzutreffen und verteilen Flyer sowie ihre Wahlkarten in ihrem Einzugsgebiet. Die jungen Männer geben sich zuversichtlich: „Jede Stimme für uns ist eine Stimme für die Partei.“

Aber auch wenn es mit dem Einzug in den Rat nicht klappen sollte, gewinnen sie ihrer Kandidatur etwas Positives ab. „Die Kommunalwahl ist die Basis, man erlernt viel Handwerkszeug, und es ist spannend, dabei zu sein. Und mit 19 Jahren gibt es Schlimmeres, als nicht die benötigten Stimmen für ein Direktmandat zu bekommen“, sagt Djego, der genau wie Alexander nicht nur zum ersten Mal kandidiert, sondern auch zum ersten Mal seine Stimme abgeben darf.

Viele interessante Leute habe er bereits kennengelernt, sagt Torge. „Man versteht die Abläufe in einer Partei und profitiert von den Erfahrungen der langjährigen Mitglieder, und sie im Gegenzug von unserer jugendlichen Frische“, sagt Alexander. „Für den Altersschnitt wäre es aber schon toll, wenn wir Sitze bekommen würden.“

Die Resonanz im Freundes- und Familienkreis auf die Kandidatur ist in allen drei Fällen positiv. „Die Leute in meinem Umfeld interessieren sich mehr für die Wahl, seitdem sie wissen, dass ich antrete“, sagt Torge. Djego geht sogar noch einen Schritt weiter: „Man wird fast ein bisschen gefeiert dafür.“

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