Schiffs-Modellbau-Club Delmenhorst am Silbersee

Hobbykapitäne lassen ihre Boote zu Wasser

Für den Fall, dass ein Modell havarieren sollte, steht ein Boot der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zur Verfügung, ebenfalls im Kleinformat. - Foto: Büntemeyer

Stuhr - Mitglieder des Schiffs-Modellbau-Clubs (SMC) Delmenhorst, die normalerweise sonntags auf der Graft ihre selbst gebauten Boote zu Wasser lassen, hatten am Wochenende zum Saisonabschlusstreffen am Silbersee eingeladen. Schon am Donnerstag hatten die Mitglieder damit begonnen, den vereinseigenen „Hafen“ in Strandnähe zu verlegen und zu verankern.

Am Freitag reisten bereits die ersten auswärtigen Teilnehmer an und beteiligten sich intensiv an den Fachsimpeleien im DLRG-Heim.

Dass der SMC Delmenhorst seinen Gästen und den Mitgliedern dieses gemütliche Beisammensein ermöglichen konnte, freute den Vorsitzenden Werner Traugott ganz besonders.

Er bedankte sich nicht nur bei der DLRG, sondern auch beim Anglerverein, bei der Gemeinde Stuhr und den Campingplatzbewohnern. Sie hatten an diesem Wochenende ebenfalls dem Wunsch der Modellbauer entsprochen und ihnen am und im Silbersee Platz für ihr Hobby eingeräumt.

Die Teilnehmer hatten etwa 120 Schiffe der unterschiedlichsten Art mitgebracht: Segler, Frachter, Rennboote, Funktionsmodelle wie Tonnenleger, Fähren, Lotsen-Versetzschiffe oder Fischdampfer, die sie auf langen Tischen in Strandnähe präsentierten.

Hans-Peter Leptien war mit seiner selbst gebauten „Atlantis“ dabei, einem Spreizgaffelsegler mit fast einem Quadratmeter Segelfläche, zwei Masten von 1,45 Metern Höhe und 1,40 Metern Länge. Lautlos glitt das Boot über den See, angetrieben nur von einer leichten Brise.

Leptien ist selbst aktiver Segler und lenkt sein Modellboot genau so, wie er mit seiner Jolle segeln würde, denn per Fernsteuerung kann er die Segel optimal in den Wind stellen. Ein „Verklicker“ am Vormast zeigt ihm die Windrichtung an, die er außerdem an der „Verkräuselung“ des Wassers erkennt.

Den meisten Modellbauern genügt es nicht, dass ihr Boot schwimmt und vorankommt. Sie haben zahlreiche Extras eingebaut, die auch in der Realität funktionieren. So verfügt die „Westerriff“, ein Lotsen-Versetzschiff von Jörg Kolano aus Bremen, über eine ausfahrbare Brücke, die der Lotse im Einsatz benutzt, um auf andere Schiffe zu steigen. Aus einer Wasserspritze schießt ein dicker Strahl. Auch dies ist ein Bestandteil der Originale, die noch auf dem Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe im Einsatz sind.

Pannen bleiben nicht aus

Einige Schiffe verfügen über Beleuchtung und lassen echte Motorgeräusche hören. Ihre Besitzer freuten sich auf den Abend und das romantische Ambiente mit den leuchtenden Schiffslampen über dem See, dem Heulen der Bootssirenen und dem kraftvollen Tuckern der Motoren.

An einer Tafel konnten sich die Teilnehmer die Frequenzklammer ausleihen, denn noch immer fahren einige Modelle mit festem Kanal. Neuere Fabrikate wählen sich im Hochfrequenzbereich allerdings inzwischen selbständig einen freien Kanal. Dadurch ist es möglich, dass mehr Schiffe als noch vor wenigen Jahren gleichzeitig den See befahren können. Trotzdem bleiben Pannen nicht aus.

Um liegen gebliebene Wasserfahrzeuge zu bergen, hatten die Veranstalter ein kleines Paddelboot am Anleger vertäut, mit dem sie zum havarierten Modell hätten gelangen können.

Doch Detlef Ferling, Technischer Leiter der DLRG-Station und selbst Modellbauer, warf bei Pannen den Außenbordmotor des alten DLRG-Rettungsbootes an, barg die Modelle und brachte sie zurück an Land. Ein Service, über den sich die Besitzer sehr freuten.

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