Hilfe für Flüchtlinge: Erika Rennhack verstärkt das Stuhrer Rathaus-Team

„Wir bekommen nur den Namen und die Nationalität“

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Fachbereichsleiter Hartmut Martens stellt seine neue Mitarbeiterin Erika Rennhack vor. Sie will helfen, die Lebensumstände der Flüchtlinge zu verbessern.

Stuhr - Von Sigi Schritt. Ihre Eltern waren Kriegsflüchtlinge, und von der Situation ihrer Familie vor 70 Jahren weiß Erika Rennhack von zahlreichen Gesprächen. Ähnlich sei die Lage der aktuellen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sagt die Soziologin. Die 51-Jährige verstärkt seit einigen Tagen das Stuhrer Rathausteam im Ressort Verkehr, Ordnung und Soziales. Rennhack hat die Aufgabe übernommen, gemeinsam mit Claudia Blauth den Migranten bei der Bewältigung ihrer Probleme hilfreich zur Seite zu stehen.

Die geborene Bremerin kann sich gut in die aktuelle Lage hineinversetzen, sagt sie. Sie sei auf Notsituationen außerhalb der Rathausöffnungszeiten eingestellt. „Ich bin auch abends und am Wochenende unterwegs. Jeder Mensch kann in eine Situation kommen, in der er Hilfe benötigt. Manchmal genügt ein Lächeln, manchmal auch nur eine Umarmung als Zeichen von Mitmenschlichkeit.“

Die Hilfesuchenden können sich verlassen, dass jemand vom Rathaus da ist, ergänzt der Fachbereichsleiter Hartmut Martens. Die Arbeit seines Teams habe das Ziel, die Lebensumstände der Flüchtlinge zu verbessern. Im Regelfall „weist die Landesaufnahmebehörde in Braunschweig uns die Flüchtlinge zu. Wir bekommen nur den Namen und die Nationalität. Die Menschen kennen weder Stuhr noch das gesellschaftliche Umfeld“. Die Menschen kämen mitunter nachts an – zumeist traumatisiert.

Dem Martens-Team geht es um viel mehr als nur um staatliche Geldleistungen und Unterkünfte. Es ist ihm auch ein Anliegen, als Bindeglied zwischen Verwaltung und Bürgerengagement zu fungieren. Die Helfer wollen den Flüchtlingen praktische Tipps geben und beispielsweise Arztbesuche organisieren – also Dinge, die für die Bürger selbstverständlich sind.

Für ihre neue Aufgabe, die vorerst laut Ratsbeschluss auf zwei Jahre befristet ist, kann Rennhack ihre sprachlichen Kompetenzen einbringen. „Ich spreche fließend Englisch, kann Französisch und arbeite mich gerade in Arabisch ein.“ Wenn es um Sprachen wie Somali oder Romani gehe, bemüht sie einen Dolmetscher.

Die 51-Jährige bringt ebenso Erfahrungen in Sachen Migrationsbetreuung ein. So habe sie eine Verwaltungsausbildung beim zuständigen Bundesamt in Köln abgeschlossen. Sie bildete sich weiter und absolvierte eine Ausbildung zur Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache. Bei der Arbeit in der Volkshochschule Delmenhorst habe sie direkt von den Problemen der Flüchtlinge erfahren. „Da entstand die Idee zu helfen.“

Derzeit sind laut Martens in Stuhr 150 Flüchtlinge untergebracht. Ein Teil davon – 109 – lebt in gemeindeeigenen Unterkünften. Der Fachbereichsleiter glaubt, dass die Anzahl der Hilfesuchenden aus dem Ausland noch steigen wird.

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