Zehn Jahre „Go!sieben“-Gottesdienst

Gründung „verdamp lang her“

In voller Besetzung tritt die „Go!sieben“-Band bei der Geburtstagsfeier auf. - Foto: Ehlers

Seckenhausen - Von Heiner Büntemeyer. Auch nach zehn Jahren ist der „Go!sieben“-Gottesdienst der Kirchengemeinde Seckenhausen noch immer ein ganz besonderer Gottesdienst. Am Freitag ging in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche die Feier zum zehnten Geburtstag über die Bühne.. Die Festgemeinde sang, lachte, klatschte und erinnerte sich an die Anfänge der Veranstaltung.

Mit dem Song „Verdamp lang her“, im Original von der Kölner Band BAP, tauchte die „Go!sieben“-Band wieder in voller Besetzung auf. „Ich hab’ ziemlich viel telefoniert, bis ich die wieder zusammen hatte“, berichtete später Gitarrist Andreas Rzepka. Die Theatergruppe sorgte für Heiterkeit, als Dorothea Bätjer und Bernd Stöver in einem Loriot-Sketch den Ehealltag auf die Schippe nahmen.

Besonderer Gottesdienst, besonderer Gast: Das „Go!sieben“-Team begrüßte Pastor Dirk von Jutrczenka. Der hatte sogar ein Seminar sausen lassen, um diesen Geburtstag mitzufeiern, denn während seiner Amtszeit in Seckenhausen war diese Veranstaltung entstanden.

In einem Gespräch mit dem Pastor erinnerten die beiden Moderatorinnen Bettina Kaiser und Jessica König sowie Mitgründerin Brigitte Schulze an die Ursprünge dieses Gottesdienstes. Damals habe man sich von einem Gottesdienst-Special in Frankfurt anregen lassen. „In diese Richtung wollen wir auch“, stand für die Besuchergruppe aus Seckenhausen schnell fest. Doch dass zu einer solchen Veranstaltung tatsächlich Besucher kommen würden, die sonst nicht den Weg in die Kirche finden, konnten sich die Initiatoren zunächst nicht vorstellen.

Von Beginn an erarbeitete ein engagiertes Team die Inhalte von „Go!sieben“. Dirk von Jutrczenka nannte sie die „zwölf Apostel“. Doch schon bald habe sich der Kreis erweitert, sogar eine Band und eine Theatergruppe entstanden. Ganz wichtig sei auch der Ansatz gewesen, zuerst ein Thema zu benennen und erst danach zu schauen, was die Bibel dazu sagt. „Mitten aus dem Leben“ habe das Team die Themen gegriffen, berichtete Bettina Kaiser. Sie seien provokant, sensibel, traurig, lebendig und verständlich gewesen – und dadurch für jeden Besucher bereichernd und belebend.

Besucher schildern persönliche Eindrücke

Über eine „Gänsehautmomente“ berichtete Seckenhausens Pastorin Judith Matthes und gestand, dass es auch Feiern gegeben habe, die nicht wie geplant verlaufen seien. Aber auch daraus hätten Besucher wahrscheinlich kleine Dinge ganz für sich persönlich mitgenommen, vermutete sie.

Tatsächlich erinnerten sich die Besucher an zahlreiche Gottesdienste, die auf sie persönlich einen großen Eindruck hinterlassen hatten. Dazu zählten der „Go!sieben“ an Karfreitag zum Thema „Tears in Heaven“, bei dem die Kirchgänger am Altar Steine mit persönlichen Gedanken an sie belastende Momente ablegen durften. Ein Mal durften sie Tiere mitbringen, ein anderes Mal sangen alle gemeinsam Rod Stewards „I‘m sailing“ derart inbrünstig, „dass wohl die Kirche bebte“.

„Erstaunlich, was wir so alles gemacht haben“, zog Bettina Kaiser eine Bilanz zu einem Gottesdienst, der nicht nur treue Kirchenbesucher, sondern auch kirchenkritische Menschen mit all ihren Fragen und Zweifeln veranlasst, wieder einen Schritt ins Gotteshaus zu setzen.

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