Hospizverein zieht vom MGH an die Bahnhofstraße

Geschützte Räume für sensible Themen

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Ursula Krafeld, Koordinatorin des Stuhrer Hospizvereins, und ihre Kollegen bieten ab November an der Bahnhofstraße 14 in Brinkum eine Anlaufstelle für Menschen, deren Angehörige im Sterben liegen, sowie für Trauernde. 

Stuhr - Von Sandra Bischoff. „Nicht wir haben den Raum gefunden, er ist praktisch zu uns gekommen“, sagt Ursula Krafeld, Koordinatorin des Hospizvereins. Ab November sind die Ansprechpartner nicht mehr im Mehrgenerationenhaus, sondern an der Bahnhofstraße 14 zu finden. Zeitgleich startet der Verein mit seinen öffentlichen Hospizabenden.

Ende Oktober 2013 hat sich der Stuhrer Hospizverein gegründet. Seitdem bieten die Ehrenamtlichen ihre Sprechstunden und Beratungen im Mehrgenerationenhaus (MGH) an. „Wir haben dort viel Unterstützung erfahren, aber es war immer klar, dass das Haus nicht unsere Räume darstellen kann. Es ist dort zu lebendig und zu unruhig für die sensiblen Themen, die wir besprechen, und ein bisschen zu ungeschützt“, sagt Krafeld. Deshalb hörten sich die Ehrenamtliche nach geeigneten Räumen um, schalteten Zeitungsanzeigen, und schließlich kam Regina Helms, ebenfalls Mitglied im Hospizverein, auf die Koordinatorin zu. Sie hatte besagte Wohnung an der Bahnhofstraße zu vermieten.

„Es wird immer jemand von uns da sein“

Vor wenigen Tagen hat Krafeld die Schlüssel entgegengenommen, jetzt wollen die Ehrenamtlichen die Wohnung nach ihren Vorstellungen und mit finanzieller Unterstützung durch Spender herrichten. „Ab November möchten wir unsere Räume dann gerne jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr öffnen. Jeder kann kommen, es wird immer jemand von uns da und ansprechbar sein, für was auch immer“, so Krafeld.

Die Idee sei es, regelmäßige Begegnungsmöglichkeiten ohne Anmeldung anzubieten und mit einer Anlaufstelle präsent zu sein: „Das ist wichtig für uns als Verein.“

Die geplanten öffentlichen Hospizabende hingegen sollen nicht an der Bahnhofstraße über die Bühne gehen, sondern durch die Ortsteile wandern. Den Auftakt macht am Donnerstag, 3. November, um 19 Uhr die Ernährungstherapeutin und langjährige Hospizbegleiterin Stefanie Seling-Stoll. Sie referiert im Haus Lohmann an der Bremer Straße 29 zum Thema „Ernährung am Lebensende“.

Die Hospizabende drehen sich um die Themen Tod, Sterben und Trauer

In ihrem Vortrag stellt sie Möglichkeiten dar, wie die Lebensqualität in der letzten Phase über ernährungstherapeutische Maßnahmen verbessert werden kann. Weiter beleuchtet sie die Vor- und Nachteile der Flüssigkeitsversorgung und die Einstellung der pflegenden Angehörigen. „Viele Menschen haben Angst, ihr Angehöriger könne verdursten, das ist für sie nur schwer auszuhalten, wenn er in der letzten Lebensphase nicht mehr viel trinkt.“

Die Hospizabende drehen sich allesamt um die Themen Tod, Sterben und Trauer. Drei bis vier Vorträge mit ausgesuchten Dozenten planen Krafeld und ihre Mitstreiter für das kommende Jahr. Die Trauergefährtin Anja Thorns nimmt sich am 16. März in der Volkshochschule an der Hauptstraße 48 in Seckenhausen des Themas „Trauern Kinder anders?“ an. Am 8. Juni führt die Trauerbegleiterin und Leiterin der Bremer Selbsthilfegruppe „Angehörige um Suizid“ im Gutshaus Varrel aus, wie Selbstmord das Leben der Hinterbliebenen verändert.

Informationen zu den Vorträgen und zu der Arbeit des Hospizvereins erteilt Ursula Krafeld unter der Telefonnummer 0151/ 75 01 24 31.

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