Andrea Rahn steht nun auch offiziell dem Kollegium in Seckenhausen vor

Gerne Schülerin, gerne Lehrerin, gerne Leiterin

Andrea Rahn will Schule gestalten – und zwar gemeinsam mit ihren motivierten Kollegen und motivierten Eltern. - Foto: Ehlers

Seckenhausen - Von Andreas Hapke. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass sich die Seckenhauser Grundschulleiterin Angela Barkemeyer in den Ruhestand verabschiedet hat. Doch erst seit Beginn dieses Schuljahrs ist die lange Zeit der Vakanz offiziell beendet. Die Nachfolgerin heißt – wenig überraschend – Andrea Rahn. Sie hat den Posten in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits kommissarisch bekleidet.

Dabei hat Andrea Rahn zunächst gar keine Ambitionen, dauerhaft an der Spitze des Seckenhauser Kollegiums zu stehen. Eine entsprechende Anfrage der Landesschulbehörde lehnt sie ab. „Ich bin gerne Klassenlehrerin. Das lässt sich schlecht mit einer Leitungsfunktion vereinbaren“, erklärt die 35-Jährige. Bei Antritt ihres Jobs in Seckenhausen sei dies jedenfalls nicht ihr Ziel gewesen.

Nach sechs Monaten denkt die Pädagogin um. Sie beschließt, sich doch auf die Stelle zu bewerben. „Ich habe gemerkt, was man in der Schule erreichen kann mit diesem motivierten Kollegium, mit diesen motivierten Eltern“, begründet sie. Und dann habe sie sich gefragt: „Will ich wirklich, dass jemand kommt, der die Schule anders gestalten möchte?“ Diese Frage beantwortet sie für sich mit „Nein“. „Wir haben so viel gemeinsam angepackt. Da wäre es schade gewesen, das nicht fortzuführen“, sagt sie. Auch wenn sie deshalb am Ende des vergangenen Schuljahrs ihre vierte Klasse abgeben muss. „Aber wir haben viele Köpfe, die gerne eine Klasse leiten wollen. Das passt.“

Berufswunsch steht schon früh fest

Die im Syker Ortsteil Henstedt aufgewachsene Andrea Rahn weiß schon als kleines Mädchen, dass sie mal unterrichten will: „Meine damalige Lehrerin Renate Büsing hat mich motiviert. Ich bin gerne zur Schule gegangen.“ Nach dem Abi im Jahr 2000 studiert sie Grundschullehramt in Oldenburg, auch das war nie eine Frage: „Ich hatte immer einen guten Draht zu kleinen Kindern. Ich mag ihre Begeisterungsfähigkeit. Wenn man selbst Lust hat, überträgt sich das auf sie.“

Ihr Studienseminar absolviert sie in Syke, ihr Referendariat in Moordeich. Danach wird sie für ein halbes Jahr Feuerwehrkraft in Norderstedt bei Hamburg und tritt 2005 eine Stelle im Bremer Ortsteil Oslebshausen an, im Behördenjargon auch gerne „sozialer Brennpunkt“ genannt. Andrea Rahn hingegen spricht von einer „Herausforderung, die ich gerne angenommen habe, auch wenn ich behütet aufgewachsen bin und aus Moordeich ein anderes Klientel gewöhnt war.“ In Oslebshausen sei es verstärkt um Erziehungsfragen und grundlegende Bildung gegangen. Sie habe gerne dort gearbeitet, „aber nach sechs Jahren musste etwas Neues her“. Sie schaut ganz bewusst nach einer Konrektorenstelle in Bremen und Umgebung – und stößt auf Seckenhausen. „Zurück zu den Wurzeln sozusagen.“ Schon als Konrektorin darf sie bei Schulleiterin Angela Barkemeyer in viele Bereiche hineinschnuppern. „Vielleicht ist mir der Übergang deshalb nicht so schwer gefallen“, vermutet die Bremerin.

Nach ihren Stärken befragt, antwortet sie spontan: „Ich bin dicht an meinen Mitarbeitern dran. Es ist mir wichtig, dass nicht nur ich gerne in die Schule komme, sondern auch meine Kollegen, dann schafft man viel.“

Den Schwerpunkt ihres Wirkens setzt Andrea Rahn auf die „BNE-Schiene“, wie sie die Bildung für nachhaltige Entwicklung bezeichnet. „Wegen der stressigen Bring- und Abholsituation haben wir mal eine autofreie Woche eingeführt und die ausgedehnt, weil das so gut geklappt hat. Eltern haben die Kinder mit dem Rad oder Bus gebracht“, nennt sie ein Beispiel. Neben dieser Mobilitätserziehung spiele gesunde Ernährung eine große Rolle. Zurzeit legen die Kinder einen Schulgarten an. „Das macht viel Spaß“, sagt Rahn, die auch Leiterin der betreffenden AG ist. Dieses Engagement ist für sie ebenso wichtig wie die 14 Unterrichtsstunden Mathematik in der ersten und zweiten Klasse. „Ein reiner Verwaltungshengst“, betont Andrea Rahn, „will ich nicht sein.“

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