„Es ist nicht richtig, was du machst“

Gelbe Karten für Mit-Eltern in Moordeich

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Geordneter Einstieg in den Bus: Elternratsvorsitzende Sylvia Jelden (r.) und Busbegleiterin Silke Blömker passen auf.

Moordeich - Von Philipp Köster. Das „Mamataxi“ hält direkt am Fußgängerüberweg. Das Kind steigt hastig aus, ohne auf den Verkehr zu achten. Sylvia Jelden und zwei Mitstreiterinnen vom Verkehrsausschuss der Grundschule Moordeich wollen die Fahrerin auf deren Fehlverhalten aufmerksam machen.

Als Reaktion ernten sie aber weder Verständnis noch Einsicht, sondern eine unflätige Beschimpfung. „Ich möchte das gar nicht wiedergeben“, sagt die Elternratsvorsitzende der Grundschule.

Das Beispiel verdeutlicht, dass die Aktiven des Verkehrsausschusses der Bildungsseinrichtung nicht nur dicke Bretter bohren, sondern zuweilen auch ein dickes Fell haben müssen, was ihr Engagement für die Sicherheit der Sprösslinge angeht. Wie im beschriebenen Fall verteilen die Eltern „gelbe Karten“ an die Mit-Eltern. 

Damit dokumentieren sie laut Sylvia Jelden: „Es ist nicht ganz richtig, was du machst.“ Sie und ihre Mitstreiterinnen bitten darum, die Kinder nicht gleichsam direkt ins Klassenzimmer fahren zu wollen. Die Autofahrer könnten auch die nahe gelegenen Parkplätze bei Nobel nutzen, die die Familie freundlicherweise morgens und mittags freigibt.

Hartmut Martens, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr, freut sich über das Engagement der Ausschüsse, die es auch in Seckenhausen, Brinkum und Varrel gibt. „Die Eltern üben eine nachhaltige soziale Kontrolle aus. Wir können diese Arbeit nicht leisten.“ Gleichwohl kann die Gemeinde als Ordnungsbehörde auch anders. 

Wer dort halte oder gar parke, wo es nicht erlaubt sei, müsse mit einem Verwarngeld rechnen. Wer sein Verhalten nicht ändere, dem könne das als Vorsatz ausgelegt werden. Der Landkreis strengt ein Bußgeldverfahren an: „Das kann mitunter richtig teuer werden.“ Martens weist auf die Straßenverkehrsordnung hin und den Umstand, dass vor allem Kinder einen besonderen Schutz genießen.

Die Mitglieder der Schul-Verkehrsaussschüsse verteilen aber nicht nur „gelbe Karten“ und ermahnen Eltern. Sie bemalen in bis zwei Mal im Jahr neuralgische Punkte an Haltestellen, Ampeln und Kreuzungen mit gelben Füßen als besonderes Aufmerksamkeitszeichen. Außerdem begleiten einige Mütter und Väter die jüngsten Schülerinnen und Schüler –  „manchmal sind sie kaum größer als der schwere Tornister“ (Jelden) – auch zum Schulbus und fahren sogar mit.

Sylvia Jelden zufolge sind zwölf Eltern als Schulbusbegleiter aktiv. „Hört sich viel an, ist es aber nicht. Schließlich fahren morgens zwei Busse und mittags zwei sowie noch einer am Ende des Ganztags.“ Die Moordeicher machen das schon seit einigen Jahren, darum gebe es bei Müttern und Vätern auch eine gewisse Erwartungshaltung, was das Angebot angehe. Die Elternvertreterin würde es darum auch begrüßen, wenn die Erziehungsberechtigten das Busfahren mit ihrem Nachwuchs üben.

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