KGS möchte eine Kunst-AG ins Leben rufen, damit Schüler ihre Schule selbst gestalten

„Das geht als Sport-AG durch“

Künstler Rodi Khalil gibt (v.l.) Daria, Antonia, Syrina, Skadi und Olivia Tipps beim Zusammenschustern der Holzlatten. Die fünf Mädchen arbeiten an einem der beiden Teile einer Skulptur. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Andreas Hapke. Für den Außenstehenden sieht das Konstrukt aus Holzlatten noch ziemlich wackelig aus. Doch die fünf Mädchen, die auf dem Schulhof der KGS Brinkum an einem Teil der Skulptur arbeiten, sind sich ihrer Sache ziemlich sicher. „Stabilität wird bei uns groß geschrieben“, sagt die 14-jährige Olivia.

Unter Leitung des Künstlers Rodi Khalil hämmern die Realschülerinnen munter drauf los, ganz so, als hätten sie schon immer auf eine solche Gelegenheit gewartet. Zu Hause hat jedenfalls noch keine der Neuntklässlerinnen einen Hammer in der Hand gehabt, wie auf Nachfrage zu erfahren ist. „Die Schüler haben sich vorher angesehen, wie die Skulptur aussehen könnte“, sagt Khalil. Es gehe um zwei Figuren, die aus einem Rahmen heraustreten und sich voneinander wegbewegen. Khalil: „Das können Mann und Frau sein oder zwei Freunde. Menschen, die Freiheit suchen.“ Eine weitere Gruppe arbeitet an der zweiten Figur.

Dass bei ihnen kein Junge mitmacht, amüsiert die Mädchen: „Das ist ein Projekt für Frauenrecht“, „Emanzipation der Frau“ und „Die Jungen haben eh keinen Bock“, lauten ihre Eklärungsversuche. Zuweilen emfinden die Mädchen die Arbeit als anstrengend. „Manchmal tut das ein bisschen weh“, sagt Antonia (14). Für Olivia „geht das hier schon als Sport-AG durch“.

Ist aber nicht so gemeint. Die Aktion am gestrigen Vormittag dient dazu, Werbung für eine neue Kunst-AG zu machen. Dass sich die Schüler in den umliegenden Klassenräumen durch den Lärm gestört fühlen könnten, ist nach Auskunft von Dieter Meyer, didaktischer Leiter der KGS, gewollt: „Das soll Aufmerksamkeit erregen.“

Die KGS hat über ihre Kunstkurse nach Schülern gesucht, die sich für das Projekt interessieren. Am Ende hatten sich so viele Kinder und Jugendliche gemeldet, dass gelost werden musste. Ein Jahr lange sollen sich Mädchen und Jungen jeden Dienstagnachmittag treffen, um ihre Schule zu verschönern und ihre Lieblingsplätze zu gestalten.

„Mir wäre es am liebsten, das wird eine Dauereinrichtung“, sagt Meyer. Schließlich sei die KGS „richtig groß, es gibt genug graue Flächen, es gibt eine Menge zu tun“. Meyer nennt Toiletten, Flure, den öffentlichen Raum als Beispiele.

Dahinter steht die Idee, die Schüler für das Erscheinungsbild ihrer Schule mit in die Verantwortung zu nehmen. Dies sei auch Teil des Schulprogramms, sagt Meyer. „Wenn man sich die Gebäude ansieht, dann merkt man schnell, ob der Nachwuchs seine Schule annimmt. Schüler empfinden die Schule als Lebensraum anders als wir. Deshalb sollen sie an ihrer Gestaltung teilhaben.“

Für den Künstler Khalil geht es auch darum, dass die Teilnehmer der AG am Nachmittag die Schule Schule sein lassen, „frei arbeiten und ihre Ideen kreativ umsetzen“. Oder wie es die 13-jährige Syrina formuliert: „Hier kann mal mal richtig seine Aggressionen rauslassen.“

Ob sich die die Mädchen der AG anschließen, haben sie noch nicht entschieden. „Das überlegen wir mal“, lautet der Tenor.

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