Schüler beraten Schüler in Sachen Medienkompetenz 

Gegen „digitale Verstopfung“

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Medienpädagoge Jens Wiemken (rotes Shirt) mit der Brinkumer Gruppe des Projekts „Medienscouts“: (v.l.) Tom Müller, Tim Hauptvogel, Schulsozialpädagogin Stefanie von Bargen, Catalina Cordes und Sarah Zühlsdorf. 

Brinkum - Von Tabea Richter und Andreas Hapke. Mit einer anspruchsvollen Aufgabe haben es die vier Achtklässler Catalina Cordes, Sarah Zühlsdorf, Tim Hauptvogel und Tom Müller zu tun. Die Gymnasiasten der KGS Brinkum sollen erarbeiten, wie sie einer fünften Klasse zehn Minuten lang das Wesentliche zu den Themen Datenschutz und Privatsphäre vorstellen. Es ist der erste Tag ihrer Ausbildung zu Medienscouts, was auch für insgesamt zwölf weitere Schüler der Oberschule Schwaförden, der Carl-Prüter-Schule Sulingen und des Gymnasiums Syke gilt.

Sie alle sind gestern an der KGS Brinkum zum zweitägigen Auftakt des von der Landesmedienanstalt initiierten und vom Verein „n-21: Schulen in Niedersachsen online“ koordinierten Projekts „Medienscouts“ zusammengekommen. Es geht darum, Gleichaltrige zu beraten und Medienkompetenz auf Augenhöhe zu vermitteln. „Kinder und Jugendliche werden zugeschüttet mit neuen Medien und Ideen“, sagt Medienpädagoge Jens Wiemken. Er spricht von einer „digitalen Verstopfung“, deretwegen Kinder „unbedingt“ Begleitung bräuchten. Außerdem würden Kinder die Geschwindigkeiten und Reichweiten im Internet unterschätzen. „Sie schreiben mitunter hemmungslos etwas, was sie anderen nie ins Gesicht sagen würden. Da ist man schnell beim Cybermobbing.“ Die Verifizierung von Informationen und die Verletzung von Bildrechten seien weitere Inhalte des Projekts.

Gruppe soll selbst darüber entscheiden, wie sie an ihrer Schule arbeitet

Wie recherchiere ich solche Inhalte im Internet? Wie bereite ich sie auf, um sie an Gleichaltrige weiterzugeben? Damit müssen sich die kleinen Medienscouts künftig beschäftigen. „Sie sollen präventiv unterwegs sein“, sagt Wiemken, „und nicht im Auftrag des Lehrerkollegiums Fälle von Cybermobbing lösen.“ Dazu erhalten sie am ersten Ausbildungstag nützliche Online-Adressen, während es am zweiten Tag um das Auftreten in der Beratung geht. Im nächsten Halbjahr gibt es einen Tag zur Verfestigung des Gelernten.

Jede Gruppe soll selbst darüber entscheiden, wie sie an ihrer Schule arbeitet. „Sie können mit Themen in untere Klassen gehen, sich mit Infoständen an Tagen der offenen Tür beteiligen oder eine Lan-Party für Eltern organisieren“, nennt Wiemken einige Beispiele. „Wer keine Ideen hat, kann sich an uns wenden. Es gibt auch monatliche Newsletter.“ Die vier Schulen sollen sich vernetzen und untereinander austauschen.

Informationen über sichere Nutzung der sozialen Medien

Laut Dieter Meyer, didaktischer Leiter an der KGS, soll das Projekt in Brinkum als AG fortbestehen, betreut von der Sozialpädagogin Stefanie von Bargen und Lehrer Dominik Schötschel.

Ihre Ausbildung wollen die Brinkumer Teilnehmer einsetzen, um selbst besser über eine sichere Nutzung der sozialen Medien informiert zu sein und ihr Wissen an andere Schüler weiterzugeben. Für dieses Ziel hat Catalina bereits eine genaue Vorstellung: „Wir wollen in der AG eine monatliche Sprechstunde anbieten.“ Tim Hauptvogel ergänzt: „Wir haben schon alles geplant, nur der Raum für die Beratung fehlt noch, aber den werden wir schon noch finden.“ Für die Zukunft hoffen sie auf weitere Spezialisten, die ihr Team unterstützen. Für Meyer wäre eine „Verdoppelung der Zahl an Medienscouts schön“.

Direkt nach Abschluss der Ausbildung wollen die vier Experten „den jüngeren Schülern zeigen, wie sie mit sozialen Netzwerken und vor allem mit Whatsapp umgehen sollten und was es dabei zu beachten gibt“, verrät Catalina. In dem Vortrag geht es um das Thema „Freunde und Kontakte im Netz“.

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