Firma unterstützt Syrer bei Führerschein-Umschreibung

Hilfe auf hürdenreicher Piste zum deutschen „Lappen“

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Gerd Wemken (li.), Geschäftsführer von „FahrerKonzept Training“, unterstützt Hassan Helwa aus Aleppo dabei, seinen syrischen Führerschein umschreiben zu lassen.

Brinkum - Von Katrin Köster. Ohne Führerschein in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, das ist schwer. Gerd Wemken, Geschäftsführer von „FahrerKonzept Training“ in Brinkum, und seine Mitarbeiter wissen das. Daher haben sie auf Weihnachtsgeschenke verzichtet. Stattdessen möchten die Brinkumer dem Flüchtling Hassan Helwa dabei helfen, seinen syrischen Führerschein in Deutschland anerkennen zu lassen.

Der junge Mann setzt sich mit einem zurückhaltenden Lächeln an den Konferenztisch und nickt höflich in die Runde. Hassan Helwa kommt ursprünglich aus der syrischen Stadt Aleppo. Dort hat er den Führerschein gemacht, Betriebswirtschaft studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. Anschließend nahm er eine Stelle als Buchhalter an. Doch dann kam der Krieg. Der junge Mann flüchtete aus seiner Heimat.

Inzwischen lebt er mit seiner Mutter und Schwester in Brinkum. Seit dem Tag seiner Einreise vor 18 Monaten war Helwas syrische Fahrerlaubnis nur ein halbes Jahr gültig. Damit er auch in Deutschland wieder hinter das Steuer eines Autos darf, muss er einige bürokratische Hürden nehmen: „Er muss hier eine theoretische und praktische Prüfung ablegen“, erläutert Gerd Wemken die Rechtslage. Doch bevor Hassan Helwa damit loslegen kann, muss zunächst sein syrischer Führerschein amtlich übersetzt und auf Echtheit geprüft werden. „Liegt das Ergebnis vor, kann es losgehen“, so Wemken.

Sein Unternehmen ermöglicht es dem 30-Jährigen, seinen syrischen Pkw-Führerschein umschreiben zu lassen und sponsert ihm die Prüfungsgebühren, sechs Fahrstunden sowie einen Online-Zugang zu theoretischem Unterrichtsmaterial im Gesamtwert von 500 Euro. Der Kontakt zu Hassan Helwa ist über dessen Paten entstanden: Joachim Busse von der Flüchtlingshilfe Stuhr hatte den Brinkumer Betrieb angesprochen und um Unterstützung für Helwa gebeten.

„Ich mache schon einen Deutschkurs in Bremen“, berichtet der junge Syrer mit Blick auf die anstehenden Prüfungen. Sein Deutsch ist gut, ein Akzent schwingt mit. Wörter wie „Rechtsverkehr“ bereiten ihm indes noch Schwierigkeiten, wie er mit einem Lächeln zugibt. Überhaupt, der Straßenverkehr sei hier ganz anders als in Syrien, obwohl dort auch ein Rechtsfahr-Gebot gelte. Die Fahrprüfungen seien dort ebenfalls anders, meint Helwa. „Dort gibt es zwar auch eine theoretische Prüfung, aber die praktische dauert zum Beispiel nur zehn Minuten“, erzählt er. „Und wer fährt schneller?“, fragt Wemken scherzhaft. „Die Syrer“, kommt es sofort von Helwa.

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