Ex-Rektor Ulrich Wiese wird heute 90

Ein fehlender Ofen brachte das Glück

Der Jubilar Ulrich Wiese auf einem Bild, das seine Familie vor kurzem in seinem Wohnzimmer aufgenommen hat. - Foto: privat

Moordeich - Von Angelika Kratz. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1990 wirkte Ulrich Wiese aus Moordeich 20 Jahre an der dortigen Grundschule. Am 26. Oktober vollendet der ehemalige Rektor sein 90. Lebensjahr.

Geboren wurde Ulrich Wiese in Klein Rakitt, Kreis Stolp in Pommern. Er erblickte nach drei Schwestern das Licht der Welt. Dort wurde er eingeschult und bestand später die Aufnahmeprüfung zur Oberschule in Schlawe mit Bravour. Allerdings wurden die Fahrten mit der Eisenbahn in aller Frühe und die langen Fußwege eine echte Herausforderung für den Zehnjährigen.

Der Junge machte gern Blödsinn in der Schule, und das ergab dann im Zeugnis statt dem bisherigen „sehr gut“ nur ein „im allgemeinen gut“. Den „blauen Brief“ an die Eltern fing der beste Freund August ab, und Ulrich versteckte das Schreiben in der Wandverkleidung des Taubenschlags.

Die Schulzeit endete bereits im Jahr 1943, denn als Marinehelfer musste er noch am Krieg teilnehmen.

Noch ernster wurde es ein Jahr später für den jungen Mann: Um Forstwirtschaft studieren zu können, musste er sich als Kriegsfreiwilliger verpflichten. Wiese wurde nach Holland abkommandiert. Dreimal verwundet und dennoch Glück gehabt, begann Ulrich Wiese nach dem Krieg ein Lehramtsstudium in Oldenburg. Nach nur zwei Jahren sollte er seine erste Stelle in der Gemeine Schönemoor bei Delmenhorst bekommen. Allerdings gab es in seiner Unterkunft keinen Ofen – das war dem Junglehrer nicht zuzumuten. 

Daraufhin wurde er nach Moordeich versetzt und lernte dort zu seinem großen Glück seine erste Ehefrau Hildburg kennen. Sie heirateten 1959 und bekamen in den folgenden Jahren die beiden Töchter Uta und Imke. Die Schwiegereltern schenkten dem Paar einen Bauplatz am Neuen Weg, 1967 bezog die Familie das Eigenheim. Im großen Garten gab es stets viel zu tun, aber das war bester Ausgleich zum oft anstrengenden Beruf des heutigen Jubilars.

Leider erkrankte Ehefrau Hildburg und verstarb bereits 1974 mit gerade 39 Jahren.

Im Jahr 1989 heiratete Ulrich Wiese noch einmal, und heute hat er vier Töchter und zwei Enkel. Die Kinder leben zum großen Bedauern weit entfernt in Berlin, Münster und Düsseldorf, aber immerhin auch in Schwanewede.

Viele schöne Urlaube hat der Senior in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Familie verbracht. Es ging nach Rügen, also fast bis in die alte Heimat, und nach England und Nordfrankreich. „Von Bremen hat unser Vater schon in seiner Kindheit in Pommern wegen des Bremer Kaffees geschwärmt“, weiß Tochter Imke noch eine kleine Anekdote ihres Vaters zu berichten.

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