Vernissage zur Ausstellung „Fotografie trifft Malerei“

Eintauchen in die Welt großer Maler

Die Künstlergruppe „fotoforum 75“ stellt ab Sonntag im Brinkumer MGH aus. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Angelika Kratz. Wenn Fotografie auf Malerei trifft, dann sind damit nicht unbedingt Aufnahmen geliebter Gemälde für das eigene Fotoalbum gemeint. Zumindest dann nicht, wenn es um die Arbeiten der Delmenhorster Gruppe „fotoforum 75“ geht.

Nach der erfolgreichen Präsentation zu ihrem 40-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr sind ab morgen im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Brinkum die Werke zu sehen, die sich mit der oft überraschenden Begegnung von Objektiv und Pinselstrich auseinandersetzen – mit dem Computer als wichtige Zutat.

Wie spannend und kreativ die Herausforderung sein kann, mit der Kamera den Auslöser auf gemalte Bilder zu richten und daraus eine ganz eigene Interpretation jenseits des Kopierens zu schaffen, davon wussten gestern Hella Langer, Monika Saat, Ronald Wendt, Horst Schoope und Heike Franzke beim Aufhängen ihrer Bilder stellvertretend für die ganze Gruppe zu berichten.

Lediglich 20 Exponate passten in die Räume des Schaumlöffelhauses. Aus den insgesamt rund 50 Bildern eine Auswahl zu treffen, war schwierig, zumal alle Akteure vertreten sein sollten.

Sprecher Ronald Wendt berichtete anschaulich über die intensiven zwei Jahre der Vorbereitung auf die Jubiläumsausstellung „Fotografie trifft Malerei“. Sehr unterschiedlich sei die Herangehensweise gewesen, und oft habe es länger gedauert, bis der Funke bei den Teilnehmern übersprang. So wie bei Monika Saat. „Aber dann“, sagte sie, hätten sich plötzlich Ideen entwickelt.

Das tiefe Eintauchen in die Welt der großen Maler, der Versuch, die Stimmungen eines Bildes aufzunehmen und zu übertragen sowie die Auseinandersetzung mit den gestalterischen Möglichkeiten und den fotografischen Tricks am heimischen PC ließen oft den Alltag vergessen. „Da waren drei Stunden am Stück weg wie im Nu“, gab Ronald Wendt unumwunden zu. Denn „mal eben“ ein Bild herunterladen und bearbeiten, das gehe einfach nicht.

Die Gruppe machte sich einzeln daran, dem Bild eines großen Künstlers wie van Gogh, Monet oder Caspar David Friedrich ein nicht minder aussagekräftiges Pendant entgegenzusetzen. Selbstbewusst und bewundernswert frei näherten sich die Mitglieder immer mehr dem eigenen Werk. So wurden aus den Weiden bei leuchtendem Sonnenuntergang von Vincent van Gogh bei Kai Kinghorst Weiden im norddeutschen Nebel.

Das Gemeinschaftswerk der Gruppe, Leonardo da Vincis „Abendmahl“, entstand beim jährlichen Wochenendseminar im Landheim Immer. Es hängt nun vorübergehend im Speiseraum des MGH. Neben den fotografischen „Plagiaten“ gibt es die Originale auf kleinen Postkarten. Sie bieten somit die Möglichkeit, Vergleiche anzustellen.

Am Sonntag, 15.30 Uhr, wird die bis zum 19. Oktober laufende Ausstellung mit einem Vernissage-Café eröffnet. „Es gibt auch alkoholfreien Sekt, und viele der Fotokünstler sind anwesend“, freut sich Daniela Gräf, Leiterin des MGH. „Wir haben noch freie Plätze für Interessierte“, appelliert die Gruppe an alle Fotobegeisterten, mal vorbeizukommen und dann eventuell an jedem zweiten Donnerstag einer ungeraden Woche mitzumachen. Weitere Infos unter

www.fotoforum75.de

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