Gondel in 47 Metern Höhe

Einmal im Leben über dem Schweinemarkt schweben

Ab in die Kapsel und sich das bunte Treiben mal von oben betrachten – diese Gelegenheit haben viele Besucher ergriffen.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Florian Hiebenga ist im Dauereinsatz. Immer wieder hievt er die kleine Personenkapsel mit einem Kran der Firma Wittrock in 47 Meter Höhe, von wo aus die Besucher des Brinkumer Schweinemarkts einen Ausblick bis nach Bremen-Mitte genießen. Das haben sich auch Olga Reider und Latif Zanidi nicht nehmen lassen. „Ich habe zwar etwas Höhenangst, aber es ging“, berichtet Olga Reider.

Für sie und ihren Begleiter ist der Schweinemarkt nach eigener Auskunft Pflichtprogramm, was natürlich auch für Marktmeister Jürgen Schmidt von der veranstaltenden Brinkumer Interessengemeinschaft (Big) gilt. Er hat den Blick aus der Kapsel ebenfalls schon hinter sich, gemeinsam mit seinem Enkelsohn hat er von oben auf das Geschehen im Brinkumer Ortskern herabgeblickt. Was er dabei gesehen hat, hat ihm gefallen: Zahlreiche Besucher haben den Weg auf die Bummelmeilen Bassumer und Syker Straße gefunden.

Bei schönem Wetter hatten viele Bewohner aus Brinkum und Umgebung die Idee, über den Schweinemarkt zu bummeln. - Fotos: hu

Nach Schätzungen Schmidts werden es am Ende 2.000 bis 3.000 Gäste gewesen sein. „Im Prinzip läuft es super, die Leute haben den Markt richtig angenommen“, sagt Schmidt. Sauer stößt ihm lediglich die Absage eines Beschickers auf, der mit zwei Ständen unter anderem Schmalzkuchen und Crepes an der Bassumer Straße anbieten wollte. „Der fehlt jetzt natürlich auf der Seite.“ Tatsächlich ist dort im Vergleich zur Syker Straße gefühlt noch nicht einmal halb so viel los, was wohl den Lücken zwischen den Ausstellern geschuldet ist. Deshalb verirren sich auch nicht mehr allzu viele Leute zum Stand des FTSV Jahn Brinkum, der vor seiner Halle zwischen Meyer- und Hüchtingstraße Handball und gymnastische Übungen für Kinder anbietet. An den wenigen Flohmarktständen tut sich kaum etwas. „Wir sind zum ersten Mal hier, die Geschäfte könnten besser laufen“, sagt das Ehepaar Kohlwey aus Heiligenrode. „Hier gibt es zu viele Sehleute“, sagt Walter Kohlwey und lacht. Leute, die nur gucken, aber nichts kaufen.

Doch hüben wie drüben gilt: Die Gastronomie kann nicht klagen. Vor dem Nickelodeon sind die Plätze auf den Bierzeltbänken ebenso heiß begehrt wie die Tische des Hotels Bremer Tor, wo passenderweise die Bremer Musikanten für Stimmung sorgen. Und zwischen dem Andrang am Eisstand an der Bassumer Straße und dem Run auf die Schmalzkuchen bei Mantaus Schlemmerhütte an der Syker Straße ist ebenfalls kein Unterschied auszumachen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aussteller unzufrieden sind“, sagt Big-Vorsitzender Lars Gudat, der genau aus diesem Grund einen hochzufriedenen Eindruck macht. „Schönes Wetter, volle Straßen“, sagt er. In seiner Aussage schwingt mit: Was will man mehr?

7. Schweinemarkt in Brinkum

Vom Laufpublikum an der Syker Straße profitieren die Geschäfte, die zu einem verkaufsoffenen Sonntag einladen. So auch der „Rote Faden“ des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, sagt Mitarbeiterin Hedda Scholz. Auf der Meile zwischen Zob und Kreisverkehr scheinen auch die Geschäfte der Flohmarktbeschicker besser zu laufen. Marlies Papenhusen jedenfalls hat bei ihrer Premiere auf dem Schweinemarkt schon Einiges verkauft, wenn auch Sachen, von denen sie es zuvor nicht gedacht hätte. Die Bremerin verarbeitet alte Pelze zu Kissen, Pulswärmern und Decken. Sie hat einen Unterschied ausgemacht zwischen dem Bremer und dem Brinkumer Publikum: „Hier geht es eher um sehen und gesehen werden“, vermutet sie. Wer sich gestern umsah, musste ihr zustimmen. Überall auf der Meile standen oder saßen die Brinkumer bei schönstem Wetter zusammen und schnackten – mehr kann eine Veranstaltung nicht bieten.

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