Autohaus Hinrichsen befreit Straßen von gefährlichen Spuren

Mit drei Kilometern pro Stunde gegen das Öl

Rüdiger Hinrichsen (l.) und Uwe Voß sind für die Beseitigung von Öl auf den Gemeindestraßen verantwortlich. - Foto: Jensen

Brinkum - Von Maren Jensen. Ölspuren können leicht zur Unfallgefahr werden: Besonders bei Regen entsteht schnell eine rutschige Fahrbahn. Deshalb ist es notwendig, das Öl so rasch wie möglich zu beseitigen. Dafür sind seit einigen Monaten Rüdiger Hinrichsen, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses, und sein Team verantwortlich.

In der Vergangenheit war tagsüber der Baubetriebshof und nachts die Feuerwehr zuständig für die Beseitigung von Ölspuren, sagt Christian Möller, Leiter des Fachbereichs Finanzen und Liegenschaften im Rathaus. Allerdings seien die Ehrenamtlichen durch die zahlreichen Unfälle im Gemeindegebiet bereits stark eingespannt, und zudem hätten sich die Umweltvorschriften verschärft. 

Deshalb schrieb die Gemeinde die Aufgaben im Frühjahr 2015 aus, und das Autohaus Hinrichsen bekam den Zuschlag. Seit April dieses Jahres reinigen die Brinkumer nun die verschmutzten Gemeindestraßen. Für die Land- und Bundesstraßen sowie die Autobahnen ist weiterhin die Straßenmeisterei zuständig.

Für die Reinigung hat Hinrichsen ein speziell geschultes Quartett mit Uwe Voß, Conny Fritsche, Sascha Cordes und Tobias Polley zusammengestellt. Im sogenannten Hochdruck-Nassreinigungsverfahren entfernen sie Tag und Nacht Öl, Kühlflüssigkeit und andere Verschmutzungen auf Verkehrs-, Industrie- und Gewerbeflächen. Dafür nutzen sie ein spezielles Ölbeseitigungsfahrzeug. Stolz präsentiert Disponent Uwe Voß die neue Maschine, die sich das Autohaus im April für rund 200.000 Euro zugelegt hat.

Ein lautes Brummen ertönt, als Voß die Maschine anlässt. Maximal drei Kilometer pro Stunde kann er während der Reinigung fahren. Vorher überprüft er, ob alles seine Ordnung hat. Schließlich hat das 8,5 Tonnen schwere Gefährt so einiges an Bord. Riesige Schläuche und Rädchen befinden sich im hinteren Teil.

Zunächst wird die Straße mit 80 Grad heißem Wasser gereinigt. „In warmen Sommermonaten bringen wir sogar den Asphalt zum schmelzen“, sagt Voss. Zeitgleich werden umweltverträgliche Chemikalien auf die Straße gegeben, die das Öl binden. Drei Rotoren unter dem Fahrzeug sorgen für die Reinigung, während Düsen den Schmutz absaugen.

Insgesamt 2.500 Liter Frischwasser und die gleiche Menge Abwasser kann die Maschine fassen. Selbst an regnerischen Tagen ist die Straße am Ende wieder trocken. Sämtliche Altlasen, die sich zuvor auf der Fahrbahn befanden, landen ebenfalls in dem Abwassertank.

Doch neben dem aufwändigen Verfahren kommen noch viele weitere Aufgaben auf Hinrichsen und seine Mitarbeiter zu. Kosten für Unterhalt und Versicherung müssen gedeckt werden. Hinzu kommen sämtliche Nachweise über die Entsorgung des Öls, Zertifizierungen, Schulungen für die Mitarbeiter und Rechenschaftsablage für die Abfallbehörden. „Man ahnt nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt“, sagt Hinrichsen. „Aber trotzdem ist es toll. Denn ich weiß, dass der nächste Motorradfahrer sicher fahren kann.“

Ölspuren werden von Fahrern meist unbewusst hinterlassen. Die häufigsten Ursachen dafür sind nicht korrekt geschlossene Tankverschlüsse oder defekte Leitungen. Bei Hinrichsen kommt die Maschine im Schnitt zwei bis dreimal pro Woche zum Einsatz.

Insgesamt 50 Tonnen Öl hat die neue Maschine seit ihrem ersten Einsatz im April aufgenommen. Davon 17 Tonnen allein in den vergangenen 14 Tagen. „Wir hatten auch schon viele Extremfälle“, erinnert sich Hinrichsen. 

So zog sich im vergangenen Jahr beispielsweise eine 18,5 Kilometer lange Ölspur durch die Gemeinde, die der Fahrer des dafür verantwortlichen Abfallfahrzeugs zu spät bemerkte. „Aber das sind Härtefälle. Es ist auch nicht die Länge der Ölspur, die entscheidend ist“, sagt Hinrichsen. „Viel schlimmer sind bestimmte Farbstoffe, die sich so intensiv in den Asphalt fressen, dass sie auch beim zweiten Mal nicht weggehen.“

Die Kosten für die Reinigung rechnet Hinrichsen mit der Gemeinde ab. Die wiederum holt sich das Geld beim Verursacher wieder, wenn er denn bekannt ist.

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