Bürgermeister Siguldas besucht Stuhr

Dankeschön für die Hilfe bei der Suppenküche

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Die Bürgermeister Ugis Mitrevics und Niels Thomsen mit der von Sigulda an Stuhr verliehenen Urkunde. 

Stuhr - Von Andreas Hapke. Premiere für Ugis Mitrevics, Bürgermeister von Stuhrs lettischer Partnerstadt Sigulda: Die Maschine nach Bremen habe eine Frau geflogen, das musste Mitrevics beim gestrigen Termin im Rathaus unbedingt loswerden. An die Frau an seiner Seite hingegen hat er sich inzwischen gewöhnt: Diana Vitola ist Pressesprecherin der lettischen Kommune, die dem befreundeten Stuhr nun eine besondere Ehre zuteil werden ließ: eine Urkunde als Anerkennung für die Unterstützung der Suppenküche.

Auszeichnungen wie diese vergibt Sigulda anlässlich des lettischen Unabhängigkeitstags am 18. November. In einer Kategorie hatten die Bewohner auch Stuhr vorgeschlagen, die zuständige Kommission und der Gemeinderat stimmten zu.

Seit 2009 ermöglicht die Suppenküche den Ärmsten der Armen, im Winter eine warme Mahlzeit zu bekommen. Ebenso lange sammelt der Förderkreis Stuhr-Sigulda schon Geld dafür.

Schock bis heute spürbar

Grund für diese Form der Unterstützung war die Wirtschaftskrise, die Lettland mit voller Wucht erwischte. Mitrevics spricht von einem „Schock“, der noch heute spürbar sei. Entlassungen auch von kommunalen Bediensteten seien die Folge gewesen. Als „sehr wichtig“ bezeichnet er deshalb eine Einrichtung wie die Suppenküche. Noch heute müssten mehr als 700 der 18 300 Bewohner mit einem monatlichen Einkommen unter 240 Euro leben.

Die Krise habe aber nicht nur Probleme zutage gefördert, sondern auch Chancen eröffnet. „Schritt für Schritt sind wir dazu übergegangen, Sachen anders zu machen“, sagt Diana Vitola. „Wir haben überlegt, was wirklich wichtig ist für die Gemeinschaft. Den Rest haben wir weggelassen.“ Laut Mitrevics waren Sport und Kultur die Verlierer. „An der Bildung zu sparen, das geht nicht.“

Nach Auskunft von Diana Vitola ist die Suppenküche ab dem 6. Dezember auf dem Marktplatz aufgebaut. „Menschen, die nicht mobil sind, wird das Essen geliefert.“ Durch die Spenden der Stuhrer Bürger – bis dato 1 800 Euro – könnte die Suppenküche 75 Personen für sechs Wochen verpflegen.

Vor der Urkundenübergabe hatten Bürgermeister Niels Thomsen und Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier die Gemeinde vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit stellten Gastgeber und Gäste fest, dass die Strukturen beider Kommunen ähnlich sind. Die Anzahl der Schulen sei ebenso vergleichbar wie die Verkehrsprobleme, sagten Thomsen und Mitrevics. Hier die überlasteten Autobahnen zwischen Stuhr und Bremen, dort jene zwischen Sigulda und der nur 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Riga. Unterschied: Zwischen den lettischen Städten verkehrt seit 100 Jahren ein Zug, „und wir warten auf die Straßenbahn“, sagte Thomsen.

Zum nur eintägigen Besuchsprogramm der Letten zählte gestern noch eine Rundfahrt durch Stuhr. Am Nachmittag standen Besuche der Kita Seckenhausen, der KGS Brinkum und des Hauses am Wall an. Heute geht es zurück in die Heimat.

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