Multikulturelles Fest im Garten der Stuhrer Kirche

Brücken bauen für ein gutes Miteinander

Viele Gäste kamen in den Kirchgarten. - Foto: bos

Stuhr - Zeitweise befanden sich am Sonnabend weit über 200 Gäste im Garten hinter der Kirche an der Stuhrer Landstraße, darunter annähernd die Hälfte mit Migrationshintergrund. „Wir haben in den Unterkünften der Flüchtlinge für dieses Fest geworben und sind froh, dass es so gut angenommen wird“, sagt Horst Lilienthal, maßgeblicher Organisator der Veranstaltung „Musik und Grillen in Gemeinschaft“.

Unter anderem waren Menschen aus dem Iran, der Türkei, Somalia und Eritrea unter den Besuchern. „Wir sind vor eineinhalb Jahren aus Somalia geflohen und freuen uns, dass wir hier so nett aufgenommen wurden“, erzählt der 23-jährige Mahamud Yusuf Ibrahim. Er war mit seiner Frau Hibo Abdule Arale und seinem Sohn Marywan, der vor einem Jahr in Deutschland geboren wurde, auf dem Fest. 

Horst Lilienthal betont: „Wir wollen miteinander sprechen, Sorgen teilen und nicht dabei mitmachen, was auf der Welt so alles schief läuft.“ Das brachte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Klomburg in ihrer Begrüßungsrede auf den Punkt: „Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz – üben wir uns in wirklicher Toleranz und erfinden keine neuen Feindbilder.“

Entsprechend vielseitig war auch das musikalische Begleitprogramm. Auf der Bühne im Garten spielte die Damas-Band Musik aus der arabischen Welt, die Musikgruppe Rojava brachte kurdische Melodien zu Gehör, aber auch heimische Klänge waren zu hören. Claudia Blauth spielte Flöte, begleitet von Fathma Atenhahn auf dem Akkordeon.

Die Verköstigung war an Vielseitigkeit ebenfalls kaum zu überbieten. Diverse Grillstände boten orientalisches Essen an. Lange Schlangen bildeten sich vor dem Stand, an dem Hähnchen-Kebab gebraten wurde. „Meine Frau Hüsna Akbas hat zu Hause orientalische Spezialitäten vorbereitet, die sie heute hier anbietet“, sagt Emin Akbas. Aber auch deutsches Essen kam nicht zu kurz. 

Bratwürste lagen auf dem Rost, dazu gab es Salate, und auch Kaffee und Kuchen waren im Angebot. Pastor Robert Vetter war voll des Lobes für die Arbeit des Organisationsteams: „Das Anliegen des ehrenamtlichen Mitarbeiters Horst Lilienthal ist es, die Hemmschwelle zu senken sowie Grenzen aufzulösen.“ Auch der TV Stuhr beteiligte sich an dem Fest. Die Verantwortlichen hatten Spielgeräte für die Kinder aufgebaut, darunter eine Torwand, ein Trampolin und einen Basketballkorb. - bos

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