FDP legt um ein Mandat zu / Leichte Verluste für CDU, SPD und Grüne

„Besser“ ist jetzt doppelt so gut: Vier Sitze im neuen Rat

Gespannt verfolgen die Besucher des Rathauses die Veröffentlichung der Ergebnisse aus den Wahllokalen. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Andreas Hapke und Sandra Bischoff. Der Auftakt war so richtig nach dem Geschmack der CDU: Gleich im ersten ausgezählten Wahllokal, im Feuerwehrhaus Stuhr, räumten die Christdemokraten bei den Kommunalwahlen 50,6 Prozent der Stimmen ab, was 20 Sitze im Rat bedeutet hätte. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Am Ende standen 39,6 Prozent und 15 Sitze zu Buche, 3,1 Prozentpunkte und ein Sitz weniger als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,8 Prozent.

Gewinnerin des gestrigen Abends war die Wählergruppe „Besser“, die sich um 3,7 auf 9,8 Prozentpunkte steigerte und damit die Anzahl ihrer Mandate um zwei auf vier verdoppelte. Die FDP landete bei 8,7 Prozent (plus 4,7) und geht nun mit drei Ratsleuten in die kommende Wahlperiode, ein Politiker mehr als zuletzt. Die SPD beklagt bei 30 Prozent (minus 1,1) einen Verlust von einem Mandat, ebenso wie die Grünen, die auf 11,9 Prozent kamen (minus 3,5).

Durchaus berechtigt war also die Einschätzung der Grünen-Chefin Kristine Helmerichs, die vor der Auszählung der Stimmen „auf keinen Fall“ ein Ergebnis wie 2011 erwartet hatte: „Das wäre geradezu traumhaft, aber damals haben wir vom Reaktorunglück in Fukushima und dem Ausstieg aus der Atomkraft profitiert.“ Insofern wertete sie den Wahlausgang als „optimales Ergebnis. Wir haben uns auf einem hohen Niveau stabilisiert.“ Sie freue sich auf die Ratsarbeit mit einer reinen Frauengruppe.

Optimistisch hatte CDU-Fraktionschef Frank Schröder am Wahlabend das Stuhrer Rathaus betreten. „Die Stimmung war super, aber das Ergebnis ist nicht so toll. Ich kann trotzdem damit leben“, sagte der mit mehr als 1 000 Stimmen beliebteste Kommunalpolitiker Stuhrs. Bei der Zusammensetzung des neuen Rates gehe er davon aus, „vernünftige Mehrheiten“ zu finden. Dafür gebe es „theoretisch die gleichen Voraussetzungen“ wie bisher. Den Erfolg von FDP und „Besser“ schrieb er „zu einem Teil“ Protestwählern zu.

Als „ein bisschen schade“ wertete die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Cohrs das Ergebnis am späten Abend. „Unser Ziel war es, die zwölf Sitze zu halten.“ Warum das nicht geklappt hat, vermochte sie nicht zu sagen. „Ich weiß nicht, ob wir Stimmen an ,Besser’ oder die FDP abgegeben haben.“ Allerdings ist der eine Sitzverlust laut der Fraktionsvorsitzenden kein Desaster. „Wir können weiterhin hocherhobenen Hauptes durch die Gemeinde gehen.“

Die Mitglieder des Vereins „Besser Bürger engagieren sich“ nutzten den Abend, um das Wahlergebnis zu feiern. „Wenn man seine Sitze von zwei auf vier verdoppelt, dann ist das schon nicht schlecht“, sagte der Fraktionsvorsitzende Gerd-W. Bode. Sein Verein habe sich der Themen angenommen, die wichtig für Stuhr seien, sagt Bode und nennt die Anregung eines Kreisverkehrs an der Delmenhorster Straße/Ecke Harpstedter Straße oder eine bessere Beleuchtung in Brinkum. Allerdings habe sicherlich auch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts zum Stopp der Straßenbahnlinie 8 die Diskussion um das Thema wieder mehr in die Öffentlichkeit geholt. „Wir haben uns als einzige Fraktion substanziell mit den Planungen und der Wirtschaftlichkeit auseinandergesetzt.“

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Jürgen Timm zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Eigentlich wollten wir vier Sitze haben, jetzt sind es drei. Aber dafür haben wir mit 4,7 Prozentpunkten den höchsten Zuwachs, und das ist in Ordnung.“

Seine Erklärung für das Ergebnis ist einfach: „Wir haben besser gearbeitet als die anderen.“ In der Kommunalpolitik gelte es zu entscheiden, was für die Gemeinde und die Bürger, die dort lebten, am besten sei. „Wenn andere darüber nicht diskutieren wollen, dann haben sie jetzt die Quittung dafür.“

+ Ergebnis Gemeinderat Stuhr

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