Autobahnsanierung von Brinkum nach Wildeshausen dauert drei Jahre

Staufalle ab Ende April

Wegen der ständigen Fahrbahnprobleme seit Monaten auf Tempo 100 reduziert: Die „vergessene Autobahn“ zwischen Brinkum und Dreieck Stuhr. Jetzt wird sie saniert.

Bremen - Von Heinrich Kracke. Fünf Jahre nach der Sanierung der Weserbrücke und vier Jahre nach Freigabe der sechsspurigen Autobahn zwischen Bremen und Hamburg zeichnet sich eine nächste Großbaustelle auf der A1 ab. Diesmal betroffen: Der Bereich zwischen Brinkum und Wildeshausen.

Drei Jahre lang rollen die Bagger und geben sich die Betonmischer ein Stelldichein. Autofahrern sei über die gesamte Bauzeit empfohlen, auf verkehrsärmere Tageszeiten auszuweichen oder mehr Fahrtzeit einzuplanen. Start ist bereits Ende April.

Hier ein Abwasserkanal, der schwere Macken aufweist und dringend erneuert werden muss, dort eine Asphaltpiste über mehrere Kilometer, die ebenfalls stark abgängig ist, und mittendrin Kabel, die im Erdreich vergraben werden wollen, und Gehsteige, die sich ins Erdreich verabschiedet haben. Hunderte solcher Aktenvermerke stapeln sich gegenwärtig auf dem Schreibtisch Gabriele Schulenburgs. Sie leitet die AG Verkehrsmanagement Bremen-Niedersachsen, die seit zwei Jahren die Baustellen im Großraum Bremen koordiniert. Nachdem in der Vorzeit zeitliche Überschneidungen von Baustellen zum täglichen Erscheinungsbild gehörten und Autofahrer verzweifelten, verabredeten die vier Straßenbaubehörden Bremen, Oldenburg, Verden und Nienburg sowie die Bundesbehörde DEGES, die alle für Teilabschnitte rund um Bremen zuständig sind, eine Koordinierungsstelle mit dem Ziel, solche Mehrfachbelastungen auszuschließen. Höchstens eine Großbaustelle zurzeit, heißt seit zwei Jahren die Losung.

Und nach ersten Einschätzungen wird es auch in diesem Jahr wieder gelingen. Allerdings kristallisieren sich Schwerpunkte heraus. Diesmal trifft es den Bremer Südwesten. Ab April und dann bis voraussichtlich in den Spätherbst wird die Autobahn zwischen Stuhrer Dreieck und Wildeshausen saniert. „Da richten wir wechselseitig eine 4:0-Verkehrführung ein,“ sagt Horst Behrmann von der Straßenmeisterei Wildeshausen. Auf sechs Kilometern bleibt durchgängig eine Fahrspur gesperrt, während sich der Verkehr auf der Gegenrichtung über enge Fahrbahnen quält.

Wobei die Autobahn auch noch ein zusätzliches Fahrzeugaufkommen aufnehmen muss. In Bremen-Huchting wird in der zweiten Jahreshälfte wird die Bundesstraße 75 weiter saniert, einschließlich eines Brückenbaus an der Heinrich-Plett-Allee. In Brinkum werden ab Beginn der Sommerferien auf der B6 in Höhe Ikea wechselseitig die Autobahn-Auffahrten gesperrt und zusätzlich die Brücke über die Ochtum auf der Landesgrenze Bremen/Niedersachsen saniert. Auch die Asphaltdecke wird erneuert. Und in Achim erhält die Landesstraße 158, die Bremer Straße im Bereich Bierden, eine Vollsanierung – einschließlich Vollsperrung.

Sie erwarb sich schon einen zweifelhaften Ruf als der schlechteste Piste zwischen Kohlenpott und Hamburg und als „vergessene Autobahn“, die Strecke zwischen der Auffahrt Brinkum und dem Dreieck Stuhr. Immer wieder stellte die Straßenbaubehörde Oldenburg einen Finanzierungsantrag für die rund acht Kilometer. Und immer wieder blieb der Antrag unberücksichtigt. Zwischenzeitlich reagierte die Behörde auf die ständigen Fahrbahnabsackungen schon mit einer Geschwindigkeits-Begrenzung. Tempo 100-Schilder leuchten im Dauerbetrieb auf den riesigen Bildschirmen der Verkehrsbeeinflussungsanlage. Doch jetzt zeichnet sich ein Ende ab.

„Die Zusage ist da“, sagt Behrmann. Im Frühjahr 2017 soll die Vollsanierung der drei Spuren in Fahrtrichtung Brinkum beginnen, im Jahr darauf ist die Gegenfahrbahn an der Reihe. Und auch wenn die Autofahrer dann den zu erwartenden Dauerstau auf der A1 überstanden haben, zur Ruhe kommen sie nicht. Denn dann beginnen die Arbeiten an der A281 zwischen Flughafen Bremen und dem Zubringer Arsten.

Mehr zum Thema:

Oscar Wilde light: So kleidet sich der Dandy von heute

Oscar Wilde light: So kleidet sich der Dandy von heute

Auto-Akustiker: Nicht klappern gehört zum Handwerk

Auto-Akustiker: Nicht klappern gehört zum Handwerk

Bähm! Der BMW M5 „Competition Edition“

Bähm! Der BMW M5 „Competition Edition“

Die Bilder der Geiselnahme in Nordfrankreich

Die Bilder der Geiselnahme in Nordfrankreich

Meistgelesene Artikel

„Ich sah aus wie ein kleines Pokémon“

„Ich sah aus wie ein kleines Pokémon“

Brand des Kuhstalls: Ursache weiter unbekannt

Brand des Kuhstalls: Ursache weiter unbekannt

Die Dominos locken die Gäste an

Die Dominos locken die Gäste an

Eine Willkommenskultur wie ein Jackpot

Eine Willkommenskultur wie ein Jackpot

Kommentare