Sieling und Thomsen über Verkehr und Wohnungsbau

Austausch der Bürgermeister ohne Konfliktpotenzial

Heimspiel für Niels Thomsen: Stuhrs Bürgermeister (r.) hat sich gestern im Rathaus mit seinem Bremer Kollegen Carsten Sieling ausgetauscht. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Andreas Hapke. Instrumente wie Raumordnungs- und Flächennutzungspläne regeln die Beziehungen zwischen Kommunen. Man kann aber auch mal miteinander sprechen. Genau das haben gestern Bremens Bürgermeister Carsten Sieling und Stuhrs Verwaltungschef Niels Thomsen getan. Konfliktpotenzial habe der 90-minütige Austausch nicht geboten, beteuerten die beiden anschließend gegenüber der Presse, und das glaubhaft.

„Die Menschen nehmen Bremen und die benachbarten Kommunen als gemeinsamen Lebensraum wahr“, sagte Thomsen. „Da müssen sich die politisch Verantwortlichen in ihren Zielsetzungen abstimmen.“

Ohnehin habe er sich bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr vorgenommen, intensive persönliche Beziehungen aufzubauen, berichtete Sieling, der auch stellvertretender Vorsitzender des Kommunalverbunds ist. Ordentliches Miteinander statt Kirchturmdenken lautet seine Devise. „Die alte Bremer Politik, dass wir die Straßenbahn nur bis zur Landesgrenze bauen, damit die Menschen nicht wegziehen, haben wir längst aufgegeben. Die Menschen suchen sich ihren Wohnort trotzdem aus.“

Und so fährt demnächst auch eine Straßenbahn von Huchting über Stuhr nach Weyhe. Beide Bürgermeister sehen in der Verlängerung der Linie 8 ein Projekt von großer Tragweite. „Wir wollten sie aus Bremen heraus verlängert haben“, sagte Sieling. „Wir werden dadurch eine verkehrliche Entlastung bekommen, auch wenn die größten Effekte eher auf Stuhrer Seite liegen.“ Die Fahrgäste würden zu ihren Arbeitsplätzen, zur Innenstadt und zur Hochschule gelangen. Mit der Inbetriebnahme rechnet Thomsen erst für 2019, da der Planfeststellungsbeschluss in der Hansestadt beklagt werde.

Wesentlich länger dauert es nach Einschätzung des Stuhrer Bürgermeisters bis zur Realisierung der B 6 neu: „Nicht in zehn, aber hoffentlich in 20 Jahren“ werde es so weit sein. „Die Straße hilft den Kattenturmern und den Stuhrern“, stellte Thomsen fest und fügte hinzu: „Wir sind in den Planungsschritten nicht so weit, wie wir hätten sein können. Deshalb war es mir wichtig, den Bremer Bürgermeister zu bitten, den Planungsprozess mit seinen Möglichkeiten zu dynamisieren.“ Dies sagte Sieling zu, wenngleich die B 6 neu für Bremen keine „Top-Priorität“ habe. Eine solche beansprucht die 19 Kilometer lange A 281 als geplante Verbindung zwischen der A 1 und der A 27, wodurch die Hansestadt einen Autobahnring erhält. Dann werde sich zeigen, sagte Sieling, ob der Zubringer Arsten stark genug oder ein zweiter Ast notwendig sei, die B 6 neu eben.

Zusätzlich zum Öffentlichen Personennahverkehr und zum übergeordneten Straßennetz spielte in dem Austausch auch der Radverkehr mit seinen „vielfältigen Beziehungen zwischen Stuhr und Bremen“ (Thomsen) eine Rolle. Schnell- und Premiumrouten könnten eine sinnvolle Ergänzung sein.

Die Wohnraumbeobachtung und -entwicklung nannte Sieling als weitere gemeinsame Aufgaben, „um Planung in Abstimmung zu bringen“. Dass selbst in Stuhr zunehmend Mehrfamilienhäuser entstehen, wo einst Einfamilienhäuser gefragt waren, wird auch in Bremen aufmerksam registriert. Damit erübrigt sich nach Ansicht Sielings die Debatte über die Notwendigkeit von Einfamilienhäusern in der Hansestadt. Stattdessen „müssen wir sinnvoll mit unseren Flächen umgehen“. Wohnungsbauprojekte in der Überseestadt, in der Vahr und in Hemelingen führte der Senatspräsident als Beispiele an.

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