Gastspiel „Scotland Road“

Andere Sicht auf die Titanic

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Insgesamt sind es vier Akteure, die das Stück „Scotland Road“ auf die Bühne bringen. 

Seckenhausen - Von Angelika Kratz. Das Spielraumtheater in Seckenhausen hat am Wochenende eine Premiere gefeiert. Allerdings nicht mit einer eigenen Inszenierung. Das Stück „Blutsbrüdern“ hatte das Ensemble erst vor kurzem aufgeführt – mit Erfolg. Vielmehr sorgten Theaterfreunde aus Hannover mit dem Verein „Acht machen Theater“ für reichlich Spannung im ehemaligen Lebensmittelladen an der Hauptstraße.

„Scotland Road“ aus der Feder von Jeffrey Hatcher ließ die legendäre „Titanic“ mit ihrem tragischen Untergang wiederauferstehen. Regie führte im vier Personenstück Andreas Busch, denn Initiatorin Berit Busch stand selber auf der Bühne. „Es wechselt bei uns mit Regie und Schauspielern“, beschrieb Andreas Busch das Ensemble, das aus der im Jahre 1997 gegründeten Studententheatergruppe hervorgegangen ist.

Mittlerweile stehen alle Mitwirkenden längst als Theaterpädagogen, Vermessungstechniker oder Lehrer in ganz normalen Berufen, frönen aber mit mehr oder minder regelmäßigen Proben ihre Theaterleidenschaft als Hobby.

Vor einem Jahr begann sich die Gruppe mit dem geheimnisvollen Stoff von „Scotland Road“ zu beschäftigen und auf den eigenen Leib zu schneidern. „Geprobt wird bei uns zwar an festen Orten, aber einen Raum für eine Theaterpremiere haben wir leider nicht“, war Andreas Busch erfreut im Seckenhausener Spielraumtheater, die imaginären Vorhänge öffnen zu können. Als die Scheinwerfer angingen, kam bereits die erste Frage auf.

Warum saß da ein offensichtlich kranker Mann im OP-Hemd auf dem Liegestuhl, erhebte sich dann wortlos und zog normale Alltagskleidung an? An einer der sechs Säulen auf der Bühne hing Frauenkleidung längst vergangener Zeiten, und eine Ärztin betrat den Raum. Hinzu kam schweigend eine weitere Person im weißen Bademantel. Die sei auf einem Eisberg im Nordatlantik gefunden worden und könne nur das Wort „Titanic“ sagen. Eine Frage nach der anderen spann zunehmend an der geheimnisvollen Geschichte der Titanic und ihrer darauf überlebenden oder untergegangenen Menschen.

Thomas Kotterba war in die zunehmend undurchschaubare Rolle des Psychologen John Jacob Astor geschlüpft, der offensichtlich nicht der war, den er vorgab.

Wie besessen wollte er das Geheimnis von der schönen jungen Frau auf dem Eisberg (Berit Busch) ergründen und wurde dennoch immer wieder von seiner von ihm teuer bezahlten Ärztin (Denise Siemers) abgebremst. Mit einer weiteren letzten Überlebenden der Titanic (Heike Bosse) wurde die ganze Geschichte noch nebulöser.

Träume, Fiktion und Realität gerieten zunehmend durcheinander. „Was Sie sehen ist nur die Spitze vom Eisberg“, warnte die schöne junge Frau den von einer berühmten Katastrophe besessenen Psychologen.

Der Spannungsbogen hielt bis zum Schluss, und die vier Protagonisten aus der Landeshauptstadt verdienten sich ihren lautstarken Applaus für eine wirklich sehr gelungene Leistung rund um eine ganz andere Sichtweise der Titanic.

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