Qualitätsprodukte werden nicht angenommen

Fleischerei Kollhorst: Filiale in Borstel schließt

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Die Kollhorst-Filiale im „Jibi“-Markt in Borstel schließt, hier ist Mitarbeiterin Renate Stuwe zu sehen. 

Borstel - Fünf Jahre nach der Übernahme der Fleischerei-Abteilung im Borstler Jibi-Markt zieht Gerhard Kollhorst, Seniorchef der Varreler Traditions-Schlachterei, die Notbremse. „Wir schließen Ende November.“ Die fünf Mitarbeiterinnen der Borsteler Filiale wechseln ins Hauptgeschäft nach Varrel oder haben bereits andere Arbeitsplätze gefunden.

Die Gründe für die Schließung sind vielfältig. Kollhorst spricht von Differenzen mit dem Verpächter: „Er hat sich nicht an Absprachen gehalten. Als er mir finanziell entgegenkommen wollte, war es zu spät.“ Punkt zwei: Das Angebot an Qualitätsprodukten wurde nicht so angenommen wie erhofft. Kollhorst: „Angeblich kauft niemand Fleisch und Wurst aus der Selbstbedienungstheke, aber die Regale sind immer leer.“

Die Varreler Schlachterei ist der letzte Betrieb in der Region mit EU-Zulassung für Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung. Die Schlachttiere bezieht Kollhorst direkt von Erzeugern aus der unmittelbaren Umgebung – eine Garantie für kurze Transportwege und frische Ware. Die Stammkundschaft weiß diese Qualität zu schätzen und ist auch bereit, einen angemessenen Preis dafür zu zahlen.

Schließung anderer Filialen stehe nicht zur Debatte

Familie Kollhorst betreibt neben ihrem Stammgeschäft in Varrel Verkaufsstellen im Edeka-Markt in Freistatt und im Combi (ehemals Jibi) in Kirchdorf. Eine Schließung dieser Filialen stehe nicht zur Debatte, betonte Gerhard Kollhorst. Der Combi-Markt in Kirchdorf habe – anders als der in Borstel – nicht zuletzt wegen der jüngsten Investition in den Ausbau und die Modernisierung des Standorts eine große Zugkraft. Seine Einschätzung: „In Borstel hat man diesen Zeitpunkt verschlafen. Viele Einwohner ziehen es daher vor, in Sulingen oder Nienburg einzukaufen.“

Dennoch: Die Abnehmer in der Region Borstel waren betroffen, als sie von der Schließung der Fleischerei-Theke hörten. „Wir hängen in der Luft. Wir wüssten gern, wie es weitergeht“, sagte eine Kundin am Samstagnachmittag.

Die stellvertretende Marktleiterin Brigitte Westermann des Jibi-Marktes in Borstel, die am Mittwoch letzter Woche von der Schließung erfahren hatte, teilte der Redaktion mit, dass die Nachfolge inzwischen geregelt ist: „Nach meinen Informationen übernimmt die Landschlachterei Rode aus dem Nienburgischen die Fleischerei-Abteilung zum 8. Dezember.“ 

mks

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