Verwaltungsausschuss erörtert Vorgehensweise

Zwergfledermäuse in Mühle Nienaber

In der Mühle Nienaber, die die Gemeinde für das neue Baugebiet abreißen möchte, haben sich tatsächlich Fledermäuse niedergelassen. - Foto: Behling

Ehrenburg - Es hat sich bestätigt: In der Mühle Nienaber, die die Gemeinde Ehrenburg eigentlich bereits Mitte Juli abreißen lassen wollte, haben sich Fledermäuse häuslich niedergelassen. „Zwergfledermäuse“, hat stellvertretender Gemeindedirektor Achim Hollmann von den Mitarbeitern der Firma NWP aus Oldenburg erfahren. Die haben das Objekt im Auftrag der Gemeinde untersucht, „mehrere Leute mit Richtmikrophonen – und sie haben beobachtet, dass Tiere dort rein- und rausgeflogen sind.“

Zwerg- und Mückenfledermaus sind die kleinsten heimischen Arten, heißt es auf der Homepage des Naturschutzbundes Deutschland: „Die zierlichen, fast zerbrechlich wirkenden Tiere haben eine Körperlänge von nur maximal 5,1 Zentimetern. Eine Zwergfledermaus passt problemlos in eine Steichholzschachtel und wiegt nur wenige Gramm.“ Für die Gemeinde Ehrenburg entscheidender: „Es handelt sich um eine Art, die nicht an einem Gebäude hängt, sondern durchaus ausweichen kann“, stellt Achim Hollmann fest. „Die Firma NWP hat empfohlen, mit dem Abriss der Mühle bis Ende November zu warten. Wir könnten auch früher beginnen – aber dafür wäre es erforderlich, dass ein Gutachter das Gebäude genau untersucht, um sicherzugehen, dass sich keine Fledermäuse darin aufhalten. Und dafür müsste die Gemeinde noch einmal Geld in die Hand nehmen.“

Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher kündigt an, dass man das weitere Vorgehen am kommenden Mittwoch in der nächsten Sitzung des Ehrenburger Verwaltungsausschusses besprechen werde. „Auch die Frage, ob ein Gutachter beauftragt werden soll.“ Mit der Untersuchung könne man ja eventuell auch einen Angehörigen einer Naturschutzorganisation betrauen, der sich mit dem Thema auskennt, „dann geht es nicht so ins Geld.“ Zur Option, bis Ende November mit dem Abriss zu warten, stellt Schumacher fest: „Dadurch geht uns nicht wirklich Zeit verloren. Für das erforderliche Regenrückhaltebecken für das neue Baugebiet Nienabers Mühle haben wir zwar Grund erworben, aber da ist ja noch nichts ausgebaggert.“ Was die Zwergfledermäuse anbelangt: „Ich könnte mir vorstellen, dass die Gemeinde mal guckt, ob wir ihnen neuen Wohnraum anbieten, zum Beispiel im alten Trafo-Turm. Vielleicht lässt sich mit einem Biologen zusammen was Gutes ausdenken.“ 

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