Enercon untersucht Teile havarierter Windkraftanlage im Werk

Brandursache ist noch unklar

Von der Windkraftanlage in Scholen, die am 5. August brannte, steht mittlerweile nur noch der Turm. Die beschädigten Teile werden zur genaueren Untersuchung in das Werk des Herstellers Enercon in Aurich geschickt. - Foto: Behling

Scholen - Auch das einzige der drei Rotorblätter, das nicht in Folge des Brandes am 5. August von der Windkraftanlage in Scholen herabgestürzt war, ist mittlerweile „gepflückt“, ebenso die Gondel vom Turm abgebaut. „Die beschädigten Teile werden verpackt und in der kommenden Woche zurück ins Werk in Aurich gebracht“, teilt am Mittwoch Felix Rehwald, Unternehmenssprecher des Herstellers Enercon, auf Anfrage mit. „Dort sollen eingehende Untersuchungen, auch durch einen externen Gutachter, Erkenntnisse bringen, was die Ursache der Havarie war.“

Die Anlage, eine von vieren im „Windpark Schwaförden“, den die Oldenburger Firma Lompe und Vöhringer Windenergie GmbH (LuV) betreibt, soll wieder aufgebaut werden. „Der Turm und das Fundament sind ja intakt“, stellt Felix Rehwald fest. Vorbehaltlich der Untersuchungsergebnisse gehe es also darum, ein neues Maschinenhaus samt Rotorblättern zu montieren. Wie gehabt vom Modell E 70, mit einer Nennleistung von zwei Megawatt, 70 Metern Rotordurchmesser bei einer Nabenhöhe von 98 Metern: „Genehmigt ist ja eine Anlage dieses Typs – und für dessen Komponenten ist der Turm auch ausgelegt.“

Ein Neubau an selber Stelle, ob nun des bisherigen oder eines größeren Modells, würde laut des Unternehmenssprechers auch ein ganz neues Genehmigungsverfahren erfordern. Zu dem es wohl gar nicht erst käme – Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker bestätigt auf Anfrage der Redaktion, dass sich der 2006 in Betrieb genommene Windpark außerhalb der Vorranggebiete für die Windenergienutzung befindet, die im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Schwaförden ausgewiesen sind. Bekanntlich hatte die rechtliche Anfechtung der ursprünglichen Bauleitplanung der Samtgemeinde in Sachen Windkraft dazu geführt, dass sich Investoren ein Zeitfenster eröffnete, den Bau von Anlagen im Rahmen der Privilegierung genehmigt zu bekommen. Was dazu führte, dass heute 85 Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Schwaförden stehen.

Die Feuerwehrkräfte hatten den Brand aufgrund der Höhe nicht löschen können, mussten sich mehr oder weniger darauf beschränken, den Gefahrenbereich abzusperren.

Verfügen Windkraftanlagen über Feuerlöschsysteme? „Es gibt Fälle, in denen die Genehmigungsbehörden Brandschutzeinrichtungen fordern, zum Beispiel in der Nähe von Wald. Es besteht die Option, CO 2-Kartuschen oder eine Art von Sprinkleranlage einzubauen, wenn der Auftraggeber dies wünscht“, erläutert Felix Rehwald. Angesichts der Anzahl von Windkraftanlagen insgesamt sei der Anteil von Anlagen, bei denen es zu Havarien kommt, „verschwindend gering. Wir bauen umfangreiche Sensorik ein, die bei kritischen Werten, etwa einem Temperaturanstieg, warnt. Bei aktuellen Modellen besteht die Gondel nicht mehr aus GFK (Anmerkung der Redaktion: ein kohlefaserverstärkter Kunststoff), sondern aus Aluminium.“

Der durch das Feuer entstandene Schaden war nach ersten Schätzungen auf zwei bis drei Millionen Euro beziffert worden. Dazu will sich der Unternehmenssprecher nicht äußern, „das hängt ebenfalls vom Ergebnis der Begutachtung der beschädigten Teile im Werk ab.“

Brennende Windkraftanlage in Scholen 

Auch einen Zeitplan für den Wiederaufbau könne er nicht nennen – hier sei man unter anderem auch von der Wetterlage abhängig. Denn für die Montage der schweren Komponenten ist erforderlich, was sich Anlagenbetreiber eigentlich nicht wünschen: Windstille. - ab

Mehr zum Thema:

Reise nach Kanada: Süßer Auftritt der Mini-Royals

Reise nach Kanada: Süßer Auftritt der Mini-Royals

Reitjagd "Rund um den Lohberg"

Reitjagd "Rund um den Lohberg"

Rübenmarkt in Kirchlinteln

Rübenmarkt in Kirchlinteln

Polizei von Charlotte veröffentlicht Video

Polizei von Charlotte veröffentlicht Video

Meistgelesene Artikel

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Krisenzentrum in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr?

Krisenzentrum in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr?

75-Jähriger fährt betrunken und klammert sich später an Baum

75-Jähriger fährt betrunken und klammert sich später an Baum

Utkiek-Fahne eingeholt

Utkiek-Fahne eingeholt

Kommentare