Fritz Kastens arbeitet an der Jubiläumsfestschrift / Vereinshistorie ist auch ein Teil seiner Familiengeschichte

TV Schmalförden – 100 Jahre im steten Wandel

Eine Gymnastikdarbietung 1955 im Saal des Gasthauses Kastens, der auch als Turnhalle diente – vorn: Bärbel Beinlich, Inge Kastens (Fritz Kastens’ Schwester) und Lina Eilers (von links).
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Eine Gymnastikdarbietung 1955 im Saal des Gasthauses Kastens, der auch als Turnhalle diente – vorn: Bärbel Beinlich, Inge Kastens (Fritz Kastens’ Schwester) und Lina Eilers (von links).

Sulingen - SCHMALFÖRDEN · Ein bisschen ist es auch seine eigenen Familiengeschichte, mit der sich Fritz Kastens zurzeit beschäftigt: Er arbeitet an der Festschrift zum Jubiläum des Turnvereins Schmalförden, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen begeht.

Sein Großvater, der ebenfalls Fritz hieß, zählte zu den Gründungsmitgliedern des damaligen „Männerturnverein T.V.S. Schmalförden“, der am 15. April 1913 auf Initiative des Lehrers Carl Döhler aus der Taufe gehoben wurde. Er ging aus dem von Döhler geleiteten kirchlichen Jugendverein hervor, der sich wiederum als Jugendriege dem TVS anschloss und die ersten Turngeräte mit einbrachte. Vereinslokal wurde das Gasthaus der Familie Kastens – und im Saal wurde auch Sport getrieben, bis 1966 die neue Schulsporthalle genutzt werden konnte. „Im Saal habe ich Prellballspielen gelernt“, erinnert sich Fritz Kastens schmunzelnd, „da haben auch die Leuchter etwas abgekriegt...“ Als Sportplatz diente Riesenbergs Weide, gleich neben-an. Nach den Lehrern Carl Döhler, der noch im Gründungsjahr zum Militärdienst eingezogen wurde, Heinrich Grote (1913 bis 1924), Heinrich Görling (bis 1928) und Friedrich Tegtmeyer (bis 1945) übernahm Kastens’ Vater, Vereinswirt Fredy Kastens, für ein Jahr den Vorsitz, es folgten Lehrer Willy Lührs (bis 1976), Tischlermeister Hermann Schild (bis 1981) und Fritz Kastens selbst, der das Amt inne hatte, bis ihn der heutige Vorsitzende Heino Rademacher 2009 ablöste.

Der Verein befand sich im steten Wandel, nach Gründung der Turnerinnenriege 1925 wurde er in „Turnverein TVS Schmalförden (Deutsche Turnerschaft)“ umbenannt, nach dem Zweiten Weltkrieg nach Vorschrift der Militärregierung in „Turn- und Sportverein Schmalförden“, 1950 wählte man den Namen „Turnverein Schmalförden“. 1946 wurden eine Tischtennis- und eine Fußballabteilung gegründet, letztere wurde bereits Ende 1949 zum selbstständigen Sport Club Ehrenburg ausgeweitet. Ab 1950 entwickelte sich eine starke Kinderturnabteilung. Anfang der 80er Jahre bestimmten dann verstärkt Ballsportarten wie Basketball und Volleyball das Angebot des Vereins. Sogar eine Ski-Sparte wurde 1987 ins Leben gerufen. Seit Ende der 90er Jahre gibt es eine Radsparte und der TV Schmalförden bot als einer der ersten Vereine im Landkreis Nordic Walking an.

„Während man früher als Kind in den Verein eintrat und bis zum Lebensende Mitglied blieb, hat er sich immer mehr zum Dienstleister entwickelt, der mit seinen Angeboten auf die Nachfrage eingeht“, stellt Marion Kastens fest, die ihren Mann bei der Gestaltung der Festschrift unterstützt. Im Gegensatz zu der anlässlich des 75-jährigen Bestehens, bei der Fritz Kastens ebenfalls die Federführung hatte, soll diesmal der Blick in die Historie nur etwa die Hälfte des Platzes einnehmen, eine lebendigere Gestaltung mit mehr Fotos ist geplant und im Vordergrund soll stehen, was der Turnverein seinen knapp 700 Mitgliedern aktuell zu bieten hat: „Fitness und Breitensport sind heute Schwerpunkt.“

Auf die offizielle Jubiäumsfeier am 27. April folgen weitere Aktionen, unter anderem eine Ausstellung im Gasthaus Kastens im Mai, ein Sportwochenende im Juni und ein „Vitaltag“ mit Wandern und Nordic Walking im September. Der Verein hofft auf Mithilfe – seitens der Einwohner, die über einen Jubiläumsförderkreis aktiv oder durch Spenden die Veranstaltungen unterstützen und seitens der Firmen, die sich in der Festschrift präsentieren können. · ab

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