Kurzweil beim Publikum

Plattdeutscher Nachmittag: „Meine Jungs sind längst nicht mehr niedlich...“

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Die Grundschüler aus Barver erfreuten mit Liedern und Gedichten díe Besucher im Schusterkrug. 

Barver - Der Plattdeutsche Nachmittag in der Samtgemeinde Rehden hat Tradition. Er findet abwechselnd seit 25 Jahren in einer der Mitgliedsgemeinden statt. Es wird überwiegend Plattdeutsch gesprochen. Organisiert wird der Nachmittag regelmäßig vom Heimatverein Samtgemeinde Rehden.

Am Sonntag war der Saal im Schusterkrug in Barver bis zum letzten Stuhl besetzt. Das lag nicht nur an dem guten Kaffee und Kuchen, sondern vielmehr an den Darbietungen der heimischen Akteure auf der Bühne zur Kurzweil der Besucher. Ein Indiz, wie gut es gefiel, war der Klang der bunten Sparschweine, die regelmäßig für freiwillige Spenden ihre Runde machten. Denn der Erlös geht in diesem Jahr an die Grundschule in Barver und die Kindertagesstätte in Hemsloh.

Ein bisschen spielten die Empfänger das Geld auch selbst ein: Die Kindergartenkinder mit ihrem kleinen Schauspiel „Mach´s gut kleiner Wolf“, nach der Buchvorlage von Chantal de Marolles. Sie bauten mit dem Stück die Brücke vom Erwachsensein und was man da so über die Anwesenheit von Wölfen in der Nähe von Menschen denkt, zu den Kindern, die das Tier und seine Nöte selbst spielten. Grimmy, ein kleiner Wolf, wird zurückgelassen vom Rudel und findet in einem alten Mann einen Freund. Eine Geschichte von Vertrauen und mehr.

„De Schole in Barver wünscht ne Masse Spoaß“, war die Ansage der Lehrerinnen vor dem Auftritt der Grundschüler aus Barver. Mit Liedern und Gedichten, deren Inhalte die Eigenheiten und Schönheiten der Region beschrieben, packten sie das Publikum und ließen es nicht ohne Mitsingen des Gassenhauers „Sing man tau, sing man tau, von Herrn Pastor sien Kauh, jau, jau“ aus ihrem Dunstkreis.

„Dei Plattdütsche Sproache mut erhalten wern“

Zwischenbilanz des Nachmittages zog Vorsitzender Helmut Elver vom Heimatverein Samtgemeinde Rehden: „Dei Plattdütsche Sproache mut erhalten wern, aber mit use Kinners hier, is mi nich mehr bange dabie“.

Gestärkt von der Kaffeetafel wurde es Blau auf der Bühne. „Ich liebe meine Männer“, benannte es Chorleiterin des Männergesangverein Barver-Wagenfeld Petra Thiesing-Jöres. „Natürlich können wir das Niedliche der Kinder nicht toppen, denn meine Jungs sind längst nicht mehr niedlich“, stieß auf spaßigen Protest im Publikum.

Die „Blauen Jungs“ sangen vom schönen Land, dem schönen Norden und klagten mit schauspielerischer Einlage darüber, dass „…allet wat schön is, draf man nich mehr…“.

Frischen Sound an Schlagzeug und Rock-Equipment verbreiteten die fünf Schüler der Band der Oberschule in Rehden „Sound of Geestmoor“. Da störte es kaum, dass der Umbau etwas Zeit in Anspruch nahm. Schließlich saß unten neben dem Publikum ja noch die „BBC“. Nicht aus England, sondern der original Barver Bläser Chor, der beliebte Melodien zum Mitsingen im Repertoire hatte.

Für die angekündigten Lacher sorgten die Lustige Bühne Wetschen und die Plattdeutsche Bühne Rehden im Anschluss. Dem Wunsch von Elver „Die plattdeutsche Sprache darf nicht in Vergessenheit geraten“ war an dem Nachmittag voll entsprochen. Ein Event für Enkel bis Großeltern, Sandwich-Generation, Singles und Jedermann. 

 sbb

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