Gottesdienst auf der Roofman-Ranch mit zwei Taufen

Ein besonderer Moment unter freiem Himmel

Höhepunkt des Gottesdienstes unter freiem Himmel auf der Roofman-Ranch war die Taufe zweier Kinder durch Pastor Hoffmann. Im Bild die kleine Pia aus Dickel.

Dönsel - Von Simone Brauns-Bömermann. Es ist schon ein ganz besonderer Moment, wenn sich eine Gemeinde unter freiem Himmel, mit den Füßen im Sand, auf kargen Bänken und bei Sonne und Wind in den Haaren umdrehen kann und eine Westernreiteinlage genießen darf.

Wenn dann auf der improvisierten Bühne des Abreiteplatzes auf der Westernranch in Dönsel ein Altar aufgebaut steht und zwei Kinder die Taufe empfangen dürfen, ist der Moment perfekt. All das toppten die Kinder der Kindertagesstätte Hemsloh mit ihrem kleinen Theaterstück unter dem Motto „Der mit dem Wolf tanzt“. Sie gaben in dem Spiel dem kleinen Wolf „Grimmy“ eine Chance, wenn auch nur nach dem Bilderbuch nachempfunden.

So geschehen am Sonntag in Dönsel auf der Roofman-Ranch am Austragungsort der Landesmeisterschaft im Westernreiten. Den Freiluftgottesdienst hatte die Kirchengemeinde Jacobidrebber mit der Kirchengemeinde und dem Posaunenchor Rehden organisiert, die Kinder der Kindertagesstätte Hemsloh gestalteten den Gottesdienst aktiv mit Tänzen, Liedern und dem herzanrührenden Theaterstück aktiv mit. Mit Cowboyhut und in Federschmuck eine erste Einstimmung auf das Thema des Gottesdienstes.

Darin eingebettet die zwei Kindstaufen von Pia und Leonie, um dann mit Pastor Rainer Hoffmann ein Bewegungslied zu zelebrieren. Es war noch nicht die eigentliche Predigt, aber ein Stück nachdenklich stimmender Appell, den Pastor Hoffmann sinnträchtig zu Ort, Ambiente und Gefühl der Veranstaltung fand: „Wir sind ein Teil der Erde“, eine Erzählung nach einer Rede des Häuptlings Seattle der Duwamish-Indianer.

Ein Auszug: „Der große Häuptling in Washington sendet Nachricht, dass er unser Land zu kaufen wünscht. Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen oder die Wärme der Erde? Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen, wie könnt ihr sie von uns kaufen? Wir sind ein Teil der Erde, und sie ist ein Teil von uns.

Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern, die Rehe, das Pferd, der große Adler sind unsere Brüder.

Die felsigen Höhen, die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys und des Menschen, sie alle gehören zu der gleichen Familie. Könnt ihr die Büffel zurückkaufen, wenn der letzte getötet ist?“ Nicht umsonst heißt der Häuptling bei den Indianern häufig „weiser Mann“, die ganze Rede hielt Chief Seattle 1855 vor dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Indianer wurden umgesiedelt und wo einst ihre Heimat war, ist heute Industrie der Stadt Seattle angesiedelt.

Das zweite Lehrstück brachten die ganz Kleinen aus der Kindertagesstätte Hemsloh mit dem Theaterstück über Grimmy, den kleinen Wolf, den sein Rudel zurückließ, weil er zu schwach war. „Grimmy geh doch zu den Menschen, die nehmen dich auf“, hatten die Rudelwölfe zu ihm gesagt auf ihrer Reise durch Eis und Schnee. Doch an drei Häusern scheitert er wegen banaler Gründe: „Ein Wolf bringt Dreck ins Haus“, „Habe keine Zeit, ich muss arbeiten“ und „Meine Kinder haben Angst“.

Erschöpft wird Grimmy von einem alten einsamen Mann am Waldrand gerettet und aufgepäppelt. Als die anderen Menschen, bei denen der kleine Wolf um Hilfe bat, das schlechte Gewissen plagt, kommen sie mit Decke, Futter und etwas zum Spielen für ihn zur Hütte des alten Mannes. Er lädt alle ein und weiß: „Ich habe einen Freund und Freunde gefunden.“

„Die Predigt soll teils auch kritisch ausfallen wie dieses Stück, aber das ist sicher anregend für die neue Woche“, meinte Pastor Hoffmann im Anschluss.

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