Blau-Kreuz-Gruppe Rehden 50-jähriges Bestehen

„Der Alkoholkranke wird zum Mittelpunkt der Familie“

Hermann Hoffmann (r.) und sein Stellvertreter Herfried Plenge laden zum Jubiläum der Blau-Kreuz-Gruppe ein. - Foto: Benker

Rehden - „Wir wollen und machen keinen Festakt, sondern stellen das Jetzt in den Mittelpunkt. Wir wollen verdeutlichen, was sich in der Suchtkrankenhilfe in den zurückliegenden Jahren getan hat“, macht Hermann Hoffmann deutlich. Für den Vorsitzenden der Blau-Kreuz-Gruppe Rehden in der Evangelischen Kirche ist diese „meine Heimat, ein Teil unseres Lebens geworden“. Jetzt feiert die Gruppe am Sonntag, 18. September, ihr 50-jähriges Bestehen.

Alkoholismus sei eine Kranheit, dies sei in der Gesellschaft noch immer nicht angekommen, meint Hoffmann. Davon loszukommen, sei eine Willensfrage.

„Bei einem Rückfall kommt es in der Regel zum exzessiven Trinken. Das Wiederaufbauen des Betroffenen ist dann nicht einfach“, sagt Hoffmanns Stellvertreter Herfried Plenge.

In die Therapie eines Betroffenen müssten die Angehörigen mit einbezogen werden, „denn der Kranke wird zum Mittelpunkt der Familie“, weiß Hermann Hoffmann. Gerade Kinder müssten mit „diesem Rucksack leben“. Es sei ein großer Schritt, Hilfe anzunehmen. „Aber dann ist es ein Wendepunkt in der Familie, in deren Leben“, sagt der Vorsitzende.

„Oft kommt es von außen zu diesem Schritt, zum Beispiel durch den Rauswurf aus dem Beruf“, zeigt Herfried Plenge auf. Eine harte Linie sei oft unerlässlich. „Mit bitte, bitte allein ist keine Hilfe möglich“, sagt Hermann Hoffmann. Im Zusammenhang mit dieser Vorgehensweise müsse aber zugleich Hilfe in Aussicht gestellt werden. Bestrafung allein führe nicht zum Ziel.

„Es ist etwas Schönes, für andere da zu sein. Jeder Rückfall in einer Gruppe ist auch lehrreich für die Gruppe“, sagt Hoffmann, der der Blau-Kreuz-Gruppe seit 1992 angehört. Drei Jahre später wurde er deren Vorsitzender und übte dieses Amt bis 2009 aus. Im Jahr 2014 wählten ihn die Mitglieder erneut zum Vorsitzenden.

„Wir können niemanden zwingen, aber wir helfen jedem“, pflichtet Herfried Plenge bei. Zu den Gruppenabenden in Rehden kommen in der Regel immer etwa zwölf Personen. „Ehrenamtliche Suchthilfe vor Ort ist wichtig. Die Krankenkassen wissen, was sie an uns haben“, sagt Hoffmann.

Und davon wollen sie auch ihre Gäste am 18. September überzeugen. Etwa 150 haben sich zu der Veranstaltung bereits angemeldet. Eingeladen sind unter anderen die örtlichen Vereine sowie Abordnungen befreundeter Gruppen. „50 Jahre ehrenamtliche Suchtkrankenhilfe von Mensch zu Mensch“ ist das Thema des Tages.

Für das Team um Hermann Hoffmann und Herfried Plenge mit Anita Hoffmann, Otti und Heinz Fieseler, Anne Scheland, Uwe Majewski und Michael Essler bedeutet dies eine Menge Arbeit.

Auftakt zu der Veranstaltung ist um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Rehdener Kirche „zum Guten Hirten“ mit Pastor Sebastian Borghardt. „Er war von 1991 bis 1998 Pastor in Rehden und hier sehr beliebt. Er hat unsere Gruppe mitgstaltet. Das war auch der Grund, warum wir ihn gebeten haben, den Gottesdienst zu halten“, erzählt Hermann Hoffmann.

Musikalisch wird der Gottesdienst mitgestaltet von Monika Zilke und dem Chor „Gemischt for fun“.

Ihre Gäste empfängt die Blau-Kreuz-Gruppe um 11.30 Uhr in den Ratsstuben in Rehden. Die Begrüßung übernimmt Vorsitzender Hoffmann. Danach gibt es ein Mittagessen.

Weiter im Programm geht es um 13.30 Uhr mit den Grußworten der Ehrengäste und Gäste. Aufgelockert werden diese durch Beiträge des Chores „Gemischt for fun“. Ab 15 Uhr wird der Zirkus Barbarella sein Können zeigen, bevor es an die Kaffeetafel geht. Gegen 17 Uhr soll die Jubiläumsfeier ausklingen.

„Unsere Blau-Kreuz-Gruppe Rehden blickt mit Stolz und großer Freude auf ihr 50-jähriges Bestehen“, schickt Hermann Hoffmann auch im Namen aller Mitglieder der Veranstaltung anlässlich dieses Jubiläums voraus.

hwb

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