„Moskauer Circus“ klagt über zu wenig Besucher / Vorwürfe gegen die Verwaltung

Premiere ins Wasser gefallen

Die Premiere des „Moskauer Circus“ musste ausfallen – es kamen zu wenig Besucher. ·

Syke - Von Dennis SchottDas erste Mal in  Syke, die erste Aufführung – und dann das: Die Premiere des „Moskauer Circus“ am Donnerstag Abend musste abgesagt werden. Es waren schlichtweg zu wenig Besucher gekommen. „Es ist nicht eine zahlende Person gekommen“, machte Pressesprecher Orlando Frank gerade einmal „zehn, elf Leutchen“ aus.

Für besagte „Leutchen“ war es trotzdem ärgerlich, hatten sie doch über die Kreiszeitung Freikarten für die erste Vorstellung gewonnen. So wie Simona Schweers. Sie hatte zwei Karten gewonnen und – entgegen der Aussage von Pressesprecher Frank – eine Karte zusätzlich gekauft. „Um halb acht sollte die Vorstellung losgehen, zehn Minuten später folgte die Durchsage, dass die Vorstellung ausfällt“, berichtet Schweers. Das bezahlte Ticket habe sie aber anstandslos wieder zurück bekommen. Immerhin.

Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch. „Es war für uns ja genauso ärgerlich“, erklärte Orlando Frank auf Nachfrage und fügte an, der Zirkus habe bisher noch nie eine Vorstellung absagen müssen.

Ausschlaggebender Grund sei zum einen gewesen, dass die Artisten sich geweigert hätten, bei dieser geringen Zahl an Zuschauern aufzutreten. Zum anderen hätte die Zirkusleitung unter diesen Umständen die eigenen Kosten nicht decken können. Laut Frank müsse der Zirkus Lohnkosten in Höhe von 900 Euro pro Tag einspielen.

Trotz der vermasselten Premiere will der Zirkus wie geplant bis morgen in Syke bleiben. Auch wenn sich der „Moskauer Circus“ darüber beschwert, dass die Stadtverwaltung die Verantwortlichen nicht vorab über das Zirkusprojekt an der Grundschule am Lindhof von Montag bis gestern informiert habe und ebenso wenig über das Syker Schützenfest am Wochenende.

Andererseits soll sich der Zirkus aber – vorsichtig ausgedrückt – auch nicht immer korrekt gegenüber den Städten verhalten haben, in denen er zu Gast war. Unserer Redaktion liegen Zeitungsberichte aus Steinheim bei Höxter und aus Gütersloh vor, laut denen der „Moskauer Circus“ vermüllte Stellplätze zurückgelassen und die Plakate hängen gelassen habe. Zudem soll die Zirkusleitung das Standgeld schuldig geblieben sein. Und in Gütersloh sei der „Moskauer Circus“ trotz Ankündigung gar nicht erst erschienen, schreibt die „Neue Westfälische“ in ihrer Ausgabe vom 26. April.

Orlando Frank jedenfalls hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die ausstehenden Vorstellungen adäquat besucht werden. Und so viel versprach er auch: „Die gewonnenen Freikarten bleiben gültig.“

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