Blitz und Donner: Diepholz auf Platz 73 im Blitzatlas

Plötzlich himmlische Energie

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Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Bei der erneuerbaren Energie hat der Landkreis Diepholz mit 109 Prozent den Spitzenplatz im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover. Aber wenn es um die himmlische Energie geht, liegt er bundesweit bei weitem nicht an der Spitze. Platz 73 belegt er unter den 100 blitzreichsten Orten Deutschlands.

Denn im 1.987,22 Quadratkilometer großen Kreisgebiet gingen im vergangenen Jahr 4.255 Erdblitze nieder. Die Autoren dieser Siemens-Studie errechneten eine Blitzdichte von 2,14. Will heißen: 2015 schlugen rechnerisch auf jedem Quadratkilometer 2,1 Blitze ein. Zum Vergleich: Im Stadtkreis Schweinfurt, der die Top 100 der blitzreichsten Orte in Deutschland anführt, waren es 4,53 und damit mehr als doppelt so viele. 162 Erdblitze registrierten die Statistiker in dem 35,76 Quadratkilometer großen Bereich.

Bei der himmlischen Energie liegt der Diepholzer Nachbar-Landkreis Minden-Lübbecke deutlich weiter vorn, rangiert im oberen Drittel. Denn mit einer Blitzdichte von 2,99 liegt er in diesem Ranking auf Platz 28. Exakt 3.438 Erdblitze gab es demnach in dem 1.150,61 Quadratkilometer großen, vom Wiehengebirge und Stemweder Berg geprägten Kreisgebiet.

Der südliche Nachbar des Landkreises Diepholz, der Landkreis Osnabrück, belegt mit einer Blitzdichte von 2,92 (6 179 Erdblitze auf 2 117,72 Quadratkilometern) zwar nur Platz 31. Aber der Stadtkreis Osnabrück, nahe am Teutoburger Wald, rangiert mit einer Dichte von 4,07 (486/119,52) auf Platz vier der bundesweiten Liste.

Und im Südosten? Der Diepholzer NachbarlandkreisNienburg liegt mit einer Blitzdichte von 2,73 auf dem 35. Platz (3.815/1.398,93). Dort gab es deutlich mehr himmlische Energie als im Diepholzer Nachbar-Landkreis im Westen. Denn Vechta belegt mit einer Dichte von 1,93 den vorletzten Platz der Blitz-Hitliste (1.570/812,83) unter 100 Landkreisen.

Gewitter, Blitz und Donner faszinieren die Menschen seit jeher. Den alten Griechen galten sie als Ausruck des Zorns ihres Göttervaters Zeus. Seit Jahrhunderten untersuchen Wissenschaftler das Phanömen.

Die wichtigsten Fakten: Es ist die Reibungsenergie in den Gewitterwolken, die Blitz und Donner entstehen lässt. Entlädt sich diese himmlische Energie in einem Blitz, wird die Luft um seinen Kanal schlagartig auf etwa 40.000 Grad Celsius erhitzt. Buchstäblich blitzschnell dehnt sich die Luft bei dieser Hitze aus – schneller als der Schall. Weil genau der „nur“ eine Geschwindigkeit von etwa 300 Metern pro Sekunde hat und damit deutlich langsamer ist als das Licht, entsteht der Donner. An diesem Phänomen lässt sich die Entfernung eines Blitzes berechnen. Dabei entsprechen drei Sekunden zwischen Blitz und Donner etwa einem Kilometer.

Die Stromstärke eines Blitzes beträgt etwa 20.000 Ampere. Er hat eine Leistung von etwa 1,21 Giga-Watt, haben Wissenschaftler errechnet. Mit dieser Energie ließe sich eine Kleinstadt mit Strom versorgen. Aber, anders als die regenerative Energie, ist sie nicht speicherbar. Denn die durchschnittliche Dauer eines Blitzes liegt bei 0,07 Sekunden. Rein rechnerisch, so ist auf der Internet-Seite wissen.de nachzulesen, könnte die Energie eines Durchschnittsblitzes eine 100-Watt-Glühlampe knapp zehn Tage lang leuchten lassen.

Was tun bei Gewitter? 

Zieht plötzlich ein Gewitter auf, sollte man folgende Verhaltensweisen beherzigen:

–Im Gebäude (mit Blitzableiter) ist man am besten geschützt, aber auch im geschlossenen Auto, das wie ein Faradayscher Käftig wirkt und den Blitz um den Wagen in die Erde leitet. Das gilt auch für Wohnwagen und Wohnmobile – natürlich nicht für Cabrios. 

–Wer mit dem Rad oder Motorrad unterwegs ist, sollte sofort absteigen und in einem Gebäude Schutz suchen. Ist das nicht möglich, mindestens zehn Meter Abstand vom Rad oder Motorrad halten und sich möglichst in einen Graben oder eine Senke hocken – mit geschlossenen Füßen. 

–Blitze schlagen in der Regel am höchsten Punkt ein. Deshalb niemals Schutz unter einem einzelnen Baum, an einer Straßenlaterne oder einem Torpfeiler suchen – mindestens zehn Meter Abstand halten, in die Hocke gehen und sich so klein wie möglich machen. 

–Auf dem Fußballplatz Training oder Spiel bei Gewitter abbrechen. Der Blitz könnte in die Tore (Metall) oder den Lichtmasten einschlagen. 

–Die größte Gefahr besteht für Schwimmer: Bei Gewitter sofort den See oder das Freibadbecken verlassen!

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